Wittmund /Jever Der SPD-Mitgliederentscheid für Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken als neues Führungsduo wird in der Region unterschiedlich bewerten. Der Wittmunder SPD-Kreisvorsitzender Eike Cornelius (Carolinensiel) zeigte sich am Montag insgesamt sehr zufrieden mit dem Mitgliedervotum: „Damit kann ich gut leben. Ich bin kein Fan der Großen Koaltion. Ein Weiter so darf es nach meiner Meinung nicht geben – aber gerade dafür hätte die Wahl von Olaf Scholz gestanden.“

Für ihn sei es jetzt sehr wichtig, dass sich die Partei erneuert und inhaltlich wieder erkennbar wird. Ein abruptes Ende der Großen Koaltion befürwortet Cornelius aber nicht: „Diese Legislaturperiode sollte man noch zu Ende bringen, danach muss sich die SPD dann inhaltlich neu aufstellen. Über eine mögliche Kanzlerkandidatur sollte man erst dann nachdenken.“

Frieslands SPD-Kreisvorsitzende Elfriede Ralle (Varel) kann mit dem Ausgang der Mitgliederbefragung ebenfalls gut leben. „Wir haben ein neues Verfahren gewählt, die Basis sollte beteiligt werden. Nun hoffe ich, dass der Parteitag dies am kommenden Wochenende mit einem guten Ergebnis bestätigt und dass Esken und Walter-Borjans mit Schwung in ihre Arbeit starten können“, sagte sie. Der Kreisverband habe den Mitgliedern bewusst keine Wahlempfehlung gegeben. Im Vorstand wie auch in den Ortsvereinen sei zwar über die Kandidaten diskutiert worden und auch über die Frage, ob die SPD in der Großen Koalition bleiben oder sie verlassen sollte. „Wir haben aber kein Meinungsbild abgefragt“, so Elfriede Ralle. Jedes Mitglied sollte das für sich selbst entscheiden.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller hat sich für eine Fortführung der Großen Koalition ausgesprochen. „Wir haben noch viel vor, wir wollen gestalten“, sagte sie. Auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (Sande) appellierte, die Wahl der neuen SPD-Spitze nicht zur Entscheidung über die Koalition zu machen. Das Ergebnis selbst habe ihn überrascht.

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