Wittmund /Carolinensiel Busfahrer zu sein ist ein schöner Beruf, da ist sich Thorsten Heep sicher. Aber es ist auch die Angst, die ihn bei seinen Touren im Schülerverkehr immer begleitet.

Vor zwei Jahren kam es zu einer lebensgefährlichen Situation an der Bundesstraße 461 in Ükelgatt zwischen Wittmund und Carolinensiel. Heep hatte die Kinder aus dem Bus steigen lassen. Die sahen ihre Mutter auf der gegenüberliegenden Seite stehen. Die Kleinen rannten los – über die Stelle, an der die Autofahrer 100 Stundenkilometer fahren dürfen, denn es gibt dort weder eine Fußgängerampel, noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Mutter schrie und die Kinder machten gerade noch kehrt, als der Wagen angerauscht kam. Seither kämpft der 44-jährige Busfahrer darum, dass die neun Haltestellen auf der Bundesstraße besser gesichert werden.

Die Gesetzeslage ist geklärt

Entsprechende Schreiben hat er an die Verwaltungen geschickt. Die haben ihm auch geantwortet und mitgeteilt: „Die Bushaltestelle liegt an einer freien Strecke, der Bus hält nicht auf, sondern neben der Straße bei ausreichender Sicht. Die Busfahrer sind angewiesen, die Haltestellen mit eingeschaltetem Warnblinker anzufahren. Die Gesetzeslage ist zudem in Paragraf 20 Straßenverkehrsordnung geklärt, sodass keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind.“ In dem Gesetz ist zu lesen, dass Busse, die an der Haltestelle stehen, nur links mit Schrittgeschwindigkeit überholt werden dürfen, wenn eine Gefährdung der Fahrgäste ausgeschlossen ist. Aber 30 km/h, so Heep, das würden die Autofahrer der Bundesstraße nicht fahren, wenn sie an ihm und den Kindern vorbeirauschen.

Die Antwort der Verkehrssicherheitskommission reicht ihm also nicht. Heep weiß, dass er den Rückhalt der Eltern hat, deren Kinder er täglich transportiert und für die er sich verantwortlich fühlt. Mit ihnen zusammen möchte er sich jetzt auch weiter einsetzen, dass die Haltestellen sicherer werden. „Ich werde demnächst in die öffentlichen Sitzungen gehen und mein Anliegen noch einmal vortragen“, sagt der 44-Jährige.

Inga MennenLokalredaktion

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