Carolinensiel Die Laune ist ausgelassen, wie immer, wenn die Männer der Gebrüder sich auf ihrem geliebten Kutter treffen, um ihn zu pflegen oder für die Fahrten vorzubereiten. Die Sonne scheint, die Tidezeiten sind günstig und trotzdem muss das Schiff, das 1929 gebaut wurde, im Museumshafen vor Anker bleiben.

„Fahren Sie heute raus, kann ich mitkommen?“ Ein Tourist stellt sich an den Steg und wartet auf Auskunft. Die bekommt er von Manni Mannott auch, aber die Antwort wird ihm nicht gefallen. „Wir können derzeit keine Schiffsausflüge anbieten“, erklärt er dem Mann der freundlich, aber enttäuscht weiterläuft. „Es geht einfach nicht. Auf dem 15 Meter langen und fünf Meter breiten Schiff können wir die Mindestabstände bei den Passagieren nicht gewährleisten“, erklärt Mannott, der wie alle seine Mitstreiter, namentlich Hartwig und Erwin Meppen, Bommel Bohms, Axel Ziegler, Walter Mannott, Heiner Hölscher, Georg Renken und Heinz Boyungs, traurig ist, dass es vorerst keine Ausflugsfahrten geben wird.

„Wenn sich nichts ändert, wird die ganze Saison abgesagt werden müssen“, erklärt Hartwig Meppen. Bis zu 20 Passagiere kann die Gebrüder mitnehmen, dazu kommen dann pro Fahrt vier bis fünf Mitglieder der Crew. Sollte es aber auf See schlechtes Wetter geben, ist es unmöglich unter Deck die Abstände einzuhalten, dafür ist der Raum zu begrenzt. Im Übrigen gehören die Männer aufgrund ihres Alters alle zur Risikogruppe. „Wir möchten uns auch selber nicht in Gefahr bringen“, beschreibt Meppen. Und ohnehin, mit den Gästen auf See zu fahren und ihnen mit Maske die Schönheiten der Natur und des Wattenmeeres erklären, das liegt der Crew nicht. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir davon nicht leben müssen, sind ja alle ehrenamtlich dabei“, beschreibt Manfred Mannott. Dennoch werden die abgesagten Fahrten, in der Saison sind es an die 40, ein finanzielles Loch in die Kasse der Schiffergilde, die den Kutter betreibt, reißen.

Technische Überprüfung und Versicherungen müssen bezahlt werden

Das unter Denkmalschutz stehende Schiff muss nicht nur ständig überholt werden, damit es in dem guten Zustand bleibt, gibt es auch regelmäßige technische Überprüfungen, die zu Buche schlagen und die hohe Versicherung kommt noch oben drauf. Von den Mitgliedsbeiträgen der Schiffergilde ist das allein nicht zu finanzieren. „Wir würden uns über Spenden natürlich sehr freuen“, sagt Mannott, der die Einheimische und Gäste um Verständnis bittet, dass unter den gegebenen Umständen keine Fahrten stattfinden.

Langeweile aber kommt bei den Männern nicht auf. Fast täglich sind sie dabei, das Schiff auf Vordermann zu bringen. „Noch nie haben wir im Mai an dem Kutter arbeiten können, da beginnt ja sonst unsere Saison“, sagt Erwin Meppen. Jetzt aber kann die Farbe ordentlich durchtrocknen. Aufbauten und Masten wurden neu gestrichen. In den nächsten Tagen geht die Gebrüder noch auf die Slipanlage, dann wird von unten alles überprüft. „Wenn wir das fertig haben, machen wir eine Probefahrt, aber leider ohne Gäste“, bedauern die Männer.  Spenden für die Gebrüder an die Sparkasse LeerWittmund: DE 12 2855 0000 0003 0104 44

Inga MennenLokalredaktion

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