Carolinensiel Nicht nur für die Gäste, auch für die Betreiber der Restaurants bedeutet die Corona-Pandemie eine große Umstellung – und sie geht einher mit erheblichen Umsatzeinbußen. Von Mitte März an hatten die Lokale geschlossen, seit dem 11. Mai dürfen sie ihre Kunden endlich wieder bewirten, wenn auch zunächst nur mit 50 Prozent Auslastung.

Jetzt aber dürfen die Betriebe wieder 100 Prozent ihrer Sitzplätze anbieten. „Doch wie soll das gehen, wenn trotzdem der Mindestabstand eingehalten werden soll?“, fragt Damianos Kotzamanis, der in Carolinensiel das Restaurant „Rhodos“ betreibt. Aufgrund der Abstände musste er drinnen und draußen seine Plätze um fast die Hälfte reduzieren.

Insgesamt ist die Gastronomie vor allem auch an den Küstenorten sehr gut auf Pfingsten vorbereitet. Hygienemaßnahmen und Desinfektionsmittel gehören zum Standard, sind aber auch teuer: „Fünf Liter kosten fast 90 Euro. An guten Tagen geht schon mal ein Kanister durch“, sagt der 46-jährige Kotzamanis. Nach jedem Gast werden Tischfläche und Stühle desinfiziert, natürlich auch alles andere, was in der Nähe des Kunden stand. Jeder Besucher muss zudem einen Zettel mit Adressdaten ausfüllen.

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Eisverkauf mit Mundschutz

„Als ich im März von den Schließungen erfuhr, dachte ich, ich bin im falschen Film“, sagt Peter Valentin. Er führt seit 2005 zusammen mit seiner Frau Gudrun das Eisstübchen in Carolinensiel. Hinter ihm, aber auch den anderen Betrieben an der Nordsee, lag der Winter mit einer sehr umsatzschwachen Zeit. Der Saisonauftakt mit Ostern fiel flach. Die Verluste daraus werden weder Valentin noch die anderen Cafés und Restaurants einholen können. „Wir können uns nicht mehr das Polster für den Winter anschaffen, von dem wir dann leben müssen“, bestätigt auch Damianos Kotzamanis vom Restaurant Rhodos in Carolinensiel. Zudem kommen für die Gastwirte noch Kosten dazu, die sie sonst nicht hatten – etwa für Desinfektionsmittel und Masken. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für Speisen ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Am meisten verdienen wir an den Getränken“, beschreibt Kotzamanis.

Sowohl er als auch Peter Valentin loben aber das vorbildliche Verhalten aller Gäste. Himmelfahrt war die erste Probe für den ersten Ansturm an der Küste. „Die Leute sind verständnisvoll und geduldig“, sagt Valentin, der täglich 25 Eissorten sowie Kuchen und Torten anbietet. Auf seiner Terrasse wurde die Platzzahl genau wie drinnen reduziert, das verlängert für die Kunden die Wartezeiten auf einen Tisch. Und genau darum machen sich auch Valentin und Kotzamains Sorgen, dass zu Pfingsten Trauben von Menschen beieinander stehen, um einen der begehrten Tische in den Restaurants und Cafés zu bekommen. „Wir empfehlen jedem, sich hier anzumelden“, sagt der Inhaber des Rhodos. Allerdings kann er Reservierungen nur für drinnen entgegennehmen, da es bei schlechtem Wetter zu einer Überbelegung der ohnehin schon knappen Plätze käme.

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Inga MennenLokalredaktion

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