Wilhelmshaven Eine elf Monate lange Hängepartie ist beendet: Der Vertrag mit dem Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH (WTF), Michael Diers, wird bis zu dessen Renteneintritt verlängert. Die Gesellschafterversammlung hat gestern in nichtöffentlicher Sitzung dem Antrag der Gruppe CDU/WBV zugestimmt.

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„Ich freue mich, dass nun endlich Klarheit herrscht und beide Seiten weiter miteinander planen können“, so Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos), der Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ist, in einer Pressemitteilung der Stadt.

Mit der Umsetzung des Tourismuskonzeptes, der Frage nach der Zukunft einer Stadthalle und einer hoffentlich bald wieder anlaufenden Veranstaltungskultur sowie dem Stadtmarketing habe die WTF in den kommenden Jahren wichtige Themen zu bearbeiten, so der OB weiter: „Michael Diers steht dafür, dass das Team der WTF bei diesen Aufgaben in bewährter Qualität kontinuierlich weiterarbeiten wird.“

Der WTF-Geschäftsführer nahm die Entscheidung positiv auf, räumte aber auch gegenüber der WZ ein, dass „so richtige Freude noch nicht aufkommen mag“. In der Gesellschaftersammlung soll es nach WZ-Informationen bei sechs Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gegeben haben. Diskutiert wurde über die Personalie bei der eigens dafür einberufenen Sitzung rund eineinhalb Stunden. Diers: „Ich bedanke mich bei allen Wilhelmshaverinnen und Wilhelmshavenern, die sich für mich eingesetzt und mir dadurch Kraft gegeben haben, nicht aufzugeben.“

Hintergrund: Hängepartie um Vertragsverlängerung

Rückblende: Im Juni 2020 war erstmals über die Zukunft des WTF-Chefs diskutiert worden. Dessen Vertrag läuft Ende 2021 aus – und soll jetzt bis Ende 2024 verlängert werden. Bei der Debatte gestern schwebte zunächst auch der Gedanke im Raum, den Vertrag nur um ein Jahr zu verlängern, um dem neuen Rat, der sich im November konstituiert, die Chance zu geben, abschließend über die Personalie zu befinden. Der SPD-Antrag wurde aber zurückgezogen.

In der Gesellschafterversammlung hatte es ein Stimmenpatt (6:6) gegeben. Dann war monatelang Funkstille. Zu Beginn des Jahres war die Angelegenheit auf Antrag der Gruppe CDU/WBV in den Rat der Stadt getragen worden, um dort eine verbindliche Weisung an die Gesellschafterversammlung herbeizuführen, den Vertrag mit Diers zu verlängern. Doch dazu kam es nicht; die Gruppe CDU/WBV zog den Antrag zurück – wohl auch, weil es Zweifel gab, dass dieser durchkommt (es fehlten einige Ratsleute, Anm. der Red.). Die Gruppe beantragte stattdessen die gestrige außerordentliche Gesellschafterversammlung. Nun soll der OB mit Michael Diers die Vertragsinhalte aushandeln.

Der Gesellschafterversammlung gehören neben Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) zehn Ratsmitglieder an. Den vollständigen Bericht vom 13. April lesen Sie hier.

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