Wilhelmshaven Schul- und Kindergartenkinder sind inzwischen seit eineinhalb Wochen zu Hause. Und die meisten Eltern haben das Betreuungsproblem gelöst, ohne auf eine Notfallbetreuung zurückgreifen zu müssen, selbst wenn sie Anspruch darauf hätten. In der vergangenen Woche waren nach Angaben der Stadt nur rund 50 Kinder in der Notfallbetreuung der Kitas. In sieben Wilhelmshavener Schulen werden nach Angaben der Landesschulbehörde derzeit je ein bis zwei Kinder betreut.

„Ich möchte den Eltern ein großes Dankeschön aussprechen“, sagt Petra Schrecker-Steinborn. Sie ist bei der Wilhelmshavener Kinderhilfe (Wiki) verantwortlich für den Bereich Kindertagesstätten und Sprecherin der nicht-konfessionellen Kitas der Stadt. Alle gingen sehr verantwortungsbewusst mit der Notfallbetreuung um. Für die Vorwoche seien 15 Kinder in den Kitas der Wiki angemeldet gewesen. Letztlich seien aber nur acht Kinder gekommen, da die Eltern die Betreuung doch noch anders regeln konnten. Diesem Lob an die Eltern schließt sich Pastor Kai Wessels an. Er ist der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der konfessionellen Kindergärten in Wilhelmshaven. Die Nachfrage nach den Betreuungsplätzen ist dennoch seit dem Wochenende gestiegen. Am Freitag hatte das Land die Zugangsbedingungen für die Notfallbetreuung wie berichtet gelockert.

Nun können auch Eltern einen Anspruch auf einen Platz haben, von denen nur einer von beiden einem der als systemrelevant eingestuften Berufe nachgeht. Der Bedarf muss aber nach wie vor plausibel nachgewiesen werden. „Wenn es geht, sollten die Kinder zu Hause bleiben, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten“, betonte Kai Wessels noch einmal. In den kirchlichen Kindertagesstätten wurden insgesamt in der Vorwoche 23 Kinder in zehn Einrichtungen betreut. In drei Kitas gab es bisher gar keinen Bedarf. Kommende Woche werden es 36 Kinder sein. Und auch in den von freien Trägern geführten Einrichtungen ist die Nachfrage leicht angestiegen. In den Häusern der Wiki wird sich die Zahl der Kinder in der kommenden Woche von acht auf 16 verdoppeln. Insgesamt sind für die kommende Woche 67 in Wilhelmshaven angemeldet. Petra Schrecker-Steinborn rechnet damit, dass der Bedarf nach Ostern noch einmal ansteigen wird. „Bis dahin bekommen es noch viele irgendwie geregelt“, sagt sie. Viele Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten sind derweil in dieser Woche ins Home-Office geschickt worden. Planungsarbeiten für die Zeit nach der Zwangspause oder das Aufarbeiten von Materialien könne auch zu Hause gemacht werden, so Wessels.

Gestern Nachmittag hat die Stadt derweil mitgeteilt, dass für den Monat April keine Kita-Gebühren eingezogen werden. Diese Entscheidung betrifft die Eltern von Krippen- oder Hortkindern. Für die Drei- bis Sechsjährigen müssen die Eltern seit dem Sommer ohnehin nicht mehr bezahlen. Diese Kosten trägt das Land Niedersachsen. „Wir schließen uns dem Ergebnis der Beratung der Oberbürgermeisterkonferenz an und werden die Beiträge ab 1. April nicht mehr erheben“, teilte gestern Pressesprecherin Julia Muth mit. Die Beträge aus dem März werden nicht erstattet, im Gegenzug werden aber auch keine Beiträge nacherhoben werden, wenn die Betreuung der Kinder in den Kitas ab dem 20. April wieder wie gewohnt angeboten wird. Das ist zumindest nach der aktuell geltenden Allgemeinverfügung bisher so vorgesehen. „Somit gleichen sich diese Zeiträume aus“, so Muth.

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