Wilhelmshaven Ein Volkspark neuen Typs, das grüne Auge im Stadtgebiet, eine Traumlandschaft mitten in Wilhelmshaven: Die Bezeichnungen, die Carsten Homeister (Hildesheim) für den Rüstringer Stadtpark wählt, sind von Begeisterung getragen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er bereits viele Kommunen beraten, die eine Bewerbung als Schauplatz einer Landesgartenschau ins Auge fassen. Die Stadt Wilhelmshaven erwägt dies für das Jahr 2026. Die nächste Schau findet 2022 in Bad Gandersheim statt.

Im Auftrag der Stadt Wilhelmshaven stellt Homeister gerade die Bewerbungsunterlagen zusammen. Eine Mehrheit im Rat der Stadt ist dafür, sich zu bewerben. Dies könnte bis Mitte 2021 erfolgen.

Für den Experten für Gärten wird der Rüstringer Stadtpark, der in diesem Jahr 100. Geburtstag feiert, in seiner Bedeutung für Touristen und Einheimische unterschätzt und ist in Auflistungen von herausragenden Gärten wenig bis gar nicht geführt. Dabei gehöre der Stadtpark laut Bewertung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege zu den bedeutendsten Baudenkmälern Niedersachsens. Eine Gartenschau solle auch eine Stadtschau sein.

„Der Bau des Volksparks neuen Typs kann für den Beginn des 20. Jahrhunderts als revolutionär angesehen werden“, so Homeister. „Warum ist hier dann nicht so viel los wie zum Beispiel in den Herrenhäuser Gärten Hannover?“ Es gelte, das kulturhistorische Gut wiederzubeleben.

Dem Experten schweben einige Visionen vor: Die Rosenhügelachse solle ertüchtigt, am Hügel selbst ein Rasenplatz mit Bühne angelegt werden. Hinzu kämen unter anderem eine Uferpromenade am Bootshaus sowie eine Spielwiese.

Insgesamt ist ein Landesgartenschaugelände von 20 Hektar im Visier. Investiert werden müssten laut Schätzungen von Homeister 7,2 Millionen Euro in den Boden. Als Eigenanteil der Stadt dürften zwischen zwei und drei Millionen Euro verbleiben (abzüglich einer möglichen Städtebauförderung oder einer Landesgartenschau-Förderung). Hinzu kommen Gelder für die Umsetzung der auf eine Dauer von sechs Monaten konzipierten Veranstaltung.

Der Experte rechnet defensiv mit 380 000 Besuchern. Am Ende bliebe ein Defizit von 1,9 Millionen Euro. Bei 530 000 Gästen wäre die Organisation kostenneutral.

Im nächsten Schritt auf dem Weg zu einer Bewerbung sollen sich Fachverbände und die Ratsausschüsse mit Konzeption („Garten.Stadt.Park WHV 26 – Stadt der Gärten“) und Kosten beschäftigen.

Maik MichalskiLeitung Lokalredtion

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