Wilhelmshaven Ob die für den 9. Mai geplante Eröffnung der Badesaison am Wilhelmshavener Südstrand wie geplant stattfinden kann, ist fraglich. Der Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH (WTF), Michael Diers, ist skeptisch. „Die Allgemeinverfügung, die öffentliche Veranstaltungen generell untersagt, gilt vorerst bis zum 19. April. Aber es ist nicht zu erwarten, dass die Corona-Krise dann vorbei ist und alles von null auf hundert hochgefahren werden kann.“

Eigentlich soll auf Wilhelmshavens Schokoladenmeile ein Shantychor auftreten. Mit dem traditionellen „Anschwimmen“ würde der Beweis erbracht, dass man in der Jade trotz niedriger Wassertemperaturen bereits schwimmen kann. Ein Beweis, den allerdings auch die Wilhelmshavener Ganzjahresschwimmer täglich erbringen. Sie warten aber dringlich auf die Dusche am Fliegerdeich, die im vergangenen Jahr aufgrund von Bautätigkeiten abgebaut worden war. „Die neue Dusche samt Baugenehmigung liegt bereit“, versichert Dies. „Die darf aber aus deichschutzrechtlichen Gründen frühestens am 15. April installiert werden.“

Unterdessen läuft die Vermietung der 195 Südstrand-Strandkörbe auf Hochtouren. Viele Wilhelmshavener sichern sich ihren Platz an der Sonne, indem sie einen Strandkorb für die ganze Saison – 9. Mai bis 6. September – mieten. Sollte sich der Saison verkürzen, würde die Strandkorbmiete entsprechend angepasst, sagt Diers zu.

Klar ist für den Tourismus-Manager, dass die Strandkörbe insgesamt erst aufgestellt werden, wenn die Corona-Krise das zulässt. Hier müssten die Entwicklung der Ansteckungszahlen und die Entscheidungen des Einsatzstabes der Stadt abgewartet werden. „Auf keinen Fall werden wir aber einen Teil der Strandkörbe aufstellen, um größeren Abstand halten zu können“, sagt Diers. „Wer soll da die Auswahl treffen, wer davon profitiert und wer nicht?“

Insgesamt gehört der Südstrand derzeit noch zu den kleineren Sorgen des WTF-Chefs. Die von der städtischen Gesellschaft betriebenen Einrichtungen Küstenmuseum, Kunsthalle, Stadthalle und JadeWeserPort-Infocenter sind ganz geschlossen. Der Zeitpunkt für die Wiedereröffnung: ungewiss.

Und was ist mit den Großveranstaltungen wie das „Wochenende an der Jade“ (WadJ), das für Anfang Juli geplant ist, und das StreetArt-Festival, das am 1. August Künstler aus aller Welt und zigtausende Besucher an die Jade locken soll? Diers: „Für das StreetArt-Festival müssen wir bis spätestens Ende April eine Entscheidung treffen. Schon allein deshalb, weil die Künstler ihr Flüge buchen müssten, was derzeit ja besonders schwierig ist  . . .“

Für die Entscheidung über das WadJ wolle man sich bis Mitte Mai Zeit nehmen. Allerdings, so Diers, könne dabei nicht nur eine Rolle spielen, inwieweit die Großveranstaltung aus Sicht des Infektionsschutzes stattfinden kann. „Ich fände es bedenklich, wenn wir ein lustiges Stadtfest feierten und vielleicht ein großer Teil der Bürger, etwa Heimbewohner, aufgrund von Quarantäne-Regelungen nicht mitfeiern dürften.“

Gerd AbeldtChefredakteur

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