Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 2.442.336 (+7890 zum Vortag) Infektionen und 70.045 Todesfälle. (Stand: 28. Februar, 12.45 Uhr).

Wilhelmshaven:

Akute Coronafälle: 130 (+11 neue Fälle)

Gesamtzahl: 1169 (genesen: 1000, verstorben: 39)

Inzidenzwert: 65,7

(Stand: 26. Februar, 12.22 Uhr)

Landkreis Friesland:

Akute Coronafälle: 50 (+6 neue Fälle)

Gesamtzahl: 1087 (genesen: 1007, verstorben: 30)

Inzidenzwert: 34,4

(Stand: 26. Februar, 13.57 Uhr)

Landkreis Wittmund:

Akute Coronafälle: 39 Personen (+10 neue Fälle)

Gesamtzahl: 832 (genesen: 765 Personen, verstorben: 28)

Inzidenzwert: 43,9

(Stand: 26. Februar, 12:23 Uhr)

Landkreis Aurich:

Akute Coronafälle: 128 Personen (+4 neue Fälle)

Gesamtzahl: 2166 (genesen: 1997, verstorben: 41)

Inzidenzwert: 34,8

(Stand: 28. Februar, 12:42 Uhr)

+++ Ticker von Sonntag, 28. Februar +++

Polizei und Ordnungsdienst decken zahlreiche Verstöße gegen Corona-Auflagen auf

Auch am Freitag und am Wochenende überprüften Polizei und Ordnungsdienste in der Region wieder zahlreiche mögliche Verstöße gegen Corona-Auflagen. Diese Liste wird mit Eingang neuer Nachrichten vervollständigt:

Wilhelmshaven:

Zwei Fälle von Verstößen gegen die Corona-Verordnungen stellte die Polizei in Wilhelmshaven fest. Am Samstagnachmittag, stellte die Polizei fünf Personen in einem Haus fest, die sich offenbar zum schauen der Fußball-Bundesliga verabredet hatten. Die Beteiligten stammten aus drei unterschiedlichen Haushalten. Gegen die Personen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Zwei Beteiligte mussten die Örtlichkeit verlassen.

Ein Lebensmittelmarkt in der Adolfstraße wurde gegen 13 Uhr wegen positiver Corona-Fälle vom Gesundheitsamt geschlossen. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes stellte gegen 17 Uhr jedoch fest, dass der Betrieb dennoch weitergeführt worden ist. Die Polizei suchte den Laden mit zwei Funkstreifenwagen auf. Die Personalien aller im Laden befindlichen Kunden und Mitarbeiter wurden festgestellt. Auch auf den Ladenbetreiber kommt jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zu.

Landkreis Friesland:

Am Samstagabend stellte die Polizei in einer Jagdhütte im Bereich der Urwaldstraße in Neuenburg acht feiernde Jugendliche aus mindestens drei unterschiedlichen Haushalten fes. Die Feier wurde durch die Polizei aufgelöst und entsprechende Ordnungswidrigkeiten an den Landkreis Friesland übermittelt.

Landkreis Aurich

In Großefehn trafen sich am Donnerstagabend mehrere Personen aus unterschiedlichen Haushalten in einer Wohnung im Smutjes Pad. Es wurden die Personalien der anwesenden Personen festgestellt und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Anschließend wurden die ortsfremden Personen der Wohnung verwiesen.

Am Freitag trafen sich in Schirum gegen 21:00 Uhr fünf Jugendliche aus unterschiedlichen Haushalten in einem Haus und verstießen gegen die bestehenden Kontaktbeschränkungen. Die Personalien der Jugendlichen wurden festgestellt und Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Anschließend verließen die Jugendlichen den Einsatzort.

Im Auricher Moorackerweg trafen sich laut Polizei am Sonntag, um 1:00 Uhr, vier Personen aus unterschiedlichen Haushalten und verstießen somit gegen die bestehenden Kontaktbeschränkungen. Die Zusammenkunft wurde aufgelöst und es wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Eine Feier in der Wiesenstraße musste am Sonntag durch die Polizei, um 0:50 Uhr, aufgelöst werden. In einer Wohnung trafen sich sieben Personen aus verschiedenen Haushalten. Die Verstöße gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen wurden geahndet und die Personen der Wohnung verwiesen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde auch in Norden eine „Corona-Party“ gemeldet. Bei der Kontrolle stellten die eingesetzten Beamten insgesamt vier Personen fest, die sich in einer Wohnung aufhielten und aus unterschiedlichen Hausständen stammten. Da zudem keine Mund-Nasen-Masken getragen und keine Mindestabstände eingehalten wurden, wurde die „Party“ aufgelöst. Gegen die angetroffenen Personen wurden Anzeigen erstattet.

Verbreiteter Wunsch nach Öffnung von Handel und Gastronomie

Wenige Tage vor neuen Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie wächst der Wunsch der Menschen nach mehr Freiheiten.

Einer Umfrage zufolge wünscht sich eine Mehrheit der Menschen die Öffnung von Handel, Restaurants, Hotels und Museen noch im März. Der Deutsche Landkreistag fordert eine Strategie für regionale Lockerungen.

Am Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut. Sie sehen sich wachsendem Druck gegenüber, die Beschränkungen des Corona-Lockdowns zu lockern. Zugleich gibt es Sorgen vor einer dritten Pandemie-Welle. Seit einigen Tagen zeigen die Kurven von Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner wieder nach oben. Am Samstag meldete das Robert Koch-Institut einen Wert von 63,8. Das ist weit entfernt von dem Ziel von 35, ab dem deutliche Lockerungen wieder möglich werden sollten. Am Montag öffnen bundesweit zumindest die Friseure, in einigen Ländern auch vereinzelt andere Geschäfte wie Gartenmärkte.

In einer Umfrage des Insa-Meinungsforschungsinstituts für die „Bild am Sonntag“ sprachen sich 75 Prozent dafür aus, dass die Geschäfte im März wieder öffnen, 17 Prozent waren dagegen. Bei Restaurants wollen 54 Prozent der Befragten eine Öffnung im März, 35 Prozent lehnten dies ab. Auch bei Hotels (45 zu 37 Prozent), Kosmetiksalons (44 zu 32 Prozent) und Museen (42 zu 35 Prozent) überwogen die Öffnungsbefürworter. Anders sah es bei Kinos und Theatern aus. Hier sind 35 für eine Öffnung im März, aber 46 Prozent dagegen. Auch bei der Öffnung von Sportstätten und Fitnessstudios (40 zu 41) gab es mehr Gegner als Befürworter einer Öffnung.

Biden fordert schnelle Zustimmung zu Konjunkturpaket

Nach der Zustimmung des Repräsentantenhauses hat US-Präsident Biden den Senat zu einer schnellen Verabschiedung des von ihm vorgeschlagenen Konjunkturpakets gegen die Corona-Krise aufgerufen.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Biden am Samstag (Ortszeit) bei einer kurzen Ansprache im Weißen Haus. „Die Menschen in diesem Land haben schon viel zu lange zu viel gelitten.“ Sein „amerikanischer Rettungsplan“ lindere dieses Leid, sagte der Präsident. Biden dankte dem Repräsentantenhaus, das dem Konjunkturpaket im Umfang von 1,9 Billionen US-Dollar (rund 1,6 Billionen Euro) in der Nacht zu Samstag zugestimmt hatte.

Das von Bidens Demokraten dominierte Repräsentantenhaus hatte den Gesetzesentwurf mit einer knappen Mehrheit von 219 zu 212 Stimmen gebilligt. In einem nächsten Schritt muss nun der Senat zustimmen, wo ein Teil von Bidens Plan vorab einen Rückschlag erlitt: Die für die Verfahrensregeln in dieser Kammer zuständige Beamtin entschied, dass der landesweite Mindestlohn nicht im Rahmen des Konjunkturpakets auf 15 US-Dollar pro Stunde erhöht werden kann.

Der Umfang der von Biden vorgesehenen Maßnahmen entspräche fast zehn Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Die Republikaner lehnen ein so umfangreiches Paket ab. Biden will mit dem Paket die Wirtschaft ankurbeln und Millionen neuer Jobs schaffen. Es sieht unter anderem Direktzahlungen an private Haushalte, Finanzierungshilfen für Coronavirus-Tests und für die Verteilung von Impfstoff sowie zusätzliche Unterstützung für Arbeitslose vor.

USA: Notfallzulassung für Impfstoff von Johnson & Johnson

Mit dem Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson kann in den USA künftig ein drittes Corona-Vakzin eingesetzt werden.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte eine Notfallzulassung für das Präparat. Es entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss - anders als die übrigen genutzten Impfstoffe - nicht zweimal gespritzt werden. US-Präsident Joe Biden sprach von „begeisternden Nachrichten für alle Amerikaner und einer ermutigenden Entwicklung in unserem Bemühen, die Krise zu beenden“.

Für eine Notfallzulassung der FDA gelten vergleichsweise niedrige Hürden. Vereinfacht gesagt muss dafür sichergestellt sein, dass ein Medikament oder Impfstoff nachweisbar mehr hilft als schadet. Eine reguläre Zulassung ist ein wesentlich langwierigerer Prozess.

Die vorliegenden Daten zum Johnson & Johnson-Impfstoff zeigten, „dass die bekannten und potenziellen Vorteile des Vakzins seine bekannten und potenziellen Risiken überwiegen“, hieß es in der FDA-Mitteilung. Basis dafür seien Tests mit Zehntausenden Probanden in mehreren Ländern. Die Notfallzulassung gilt für den Einsatz des Wirkstoffs bei Menschen ab 18 Jahren. Daten zur Dauer des Impfschutzes lägen noch nicht vor, erklärte die FDA. Auch gebe es keine belastbaren Erkenntnisse dazu, ob Geimpfte das Virus SARS-CoV-2 übertragen.

Bislang waren in den USA nur zwei Corona-Impfstoffe zugelassen: Das Vakzin des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie das Konkurrenzprodukt des US-Pharma-Unternehmens Moderna. In der EU sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca auf dem Markt. Von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Zudem hat sie eine Option auf ausreichende Mengen für noch einmal 200 Millionen Personen.

+++ Ticker von Samstag, 27. Februar +++

Corona-Pandemie: Lockern trotz steigender Zahlen?

Vor den Bund-Länder-Beratungen zu möglichen Öffnungsschritten in der Corona-Pandemie steigen die zentralen Kennzahlen weiter an.

Bereits am Samstag stieg die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner um 1,2 auf 63,8. Das meldete das Robert Koch-Institut (RKI). Die Inzidenz war infolge des Lockdowns bis Mitte Februar gesunken - auf 57,4 zum Ende der zweiten Februarwoche. Seit vergangenen Sonntag lag sie dann wieder bis auf einen Tag konstant über 60.

Auch der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert stieg laut RKI-Angaben vom Freitag um 0,03 Punkte auf 1,08. 100 Infizierte geben das Virus also rechnerisch an 108 weitere Menschen weiter. Der Wert bildet das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Unter eins flaut das Infektionsgeschehen ab - über eins nimmt es zu. Die ansteckendere und wohl auch tödlichere Mutation B.1.1.7 greift also weiter um sich. Der Mutations-Anteil stieg binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent zum Ende der dritten Februarwoche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Pandemie und zu möglichen Öffnungsschritten. „Ich glaube, dass wird eine besonders schwierige Woche werden“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Samstag im Podcast von „The Pioneer“. „Da rasen zwei Züge ungebremst aufeinander zu und wir wissen nicht, wie das noch zu lösen ist.“ Auf der einen Seite stehe der Wunsch nach Lockerungen - was auch zum Teil angekündigt wurde, so der Epidemiologe, auf der anderen Seite habe die dritte Welle begonnen. „Die Gefahr ist eben, dass wir in die dritte Welle hinein lockern.“

Alle Beteiligten wüssten, dass die Situation ungefähr so sei, wie er sie gerade beschrieben habe, sagte Lauterbach. „Daher wird im Hintergrund fieberhaft daran gearbeitet, ein Konzept zu entwickeln, was zwar Lockerungen schon vorsieht, diese Lockerungen aber in einer Art und Weise gestaltet, dass also die dritte Welle nicht befeuert wird, sondern zumindest gestreckt wird, möglicherweise auch verhindert wird.“

Bundesregierung will Corona-Beförderungsverbot verlängern

Die Bundesregierung will das Beförderungsverbot für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten bis 17. März verlängern. Das berichtet die „Funke Mediengruppe“, der ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorliegt.

„Mit einem deutlich verringerten Eintrag von Virusvarianten sollen weitere Infektionen möglichst verhindert werden“, heißt es demnach in dem Papier.

Aktuell gilt das Beförderungsverbot, das derzeit auch Einreisen aus Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol umfasst, bis 3. März. Im Prinzip dürfen von dort nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Unter anderem für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten, gibt es Ausnahmen.

Menschen, die nach Deutschland einreisen, sollen ab Montag zudem eine Corona-SMS der Bundesregierung erhalten, wenn sich ihr Handy in das deutsche Mobilfunknetz einbucht. „Damit werden sie über die in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Einreise- und Infektionsschutzbestimmungen informiert sowie auf geltende Infektionsschutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hingewiesen“, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums vom Samstag.

Ein neuer Corona-Fall: Lockdown für neuseeländische Stadt Auckland

Nach der Meldung einer einzigen Corona-Neuinfektion in der neuseeländischen Stadt Auckland ist ein Lockdown von mindestens einer Woche verhängt worden. Sie wisse wie frustrierend das sei, sagte Premierministerin Jacinda Ardern.

Zurzeit sei unklar wie es zu der Ansteckung gekommen sei, sagte Ardern weiter. Die Gesundheitsbehörden seien dabei, eine Gen-Sequenzierung des nachgewiesenen Corona-Virus durchzuführen und Kontakte nachzuverfolgen. In Auckland gab es bereits am 14. Februar einen dreitägigen Lockdown, nachdem drei Corona-Neuinfektionen in einer Familie aufgetreten waren.

Ab Sonntagfrüh (Ortszeit) sind in der größten Stadt Neuseelands unter anderem Schwimmbäder, Museen, Kinos und Spielplätze geschlossen. Schulen bleiben weiterhin geöffnet, bieten jedoch nur Notbetreuung an. Zahlungen müssen ohne Bargeld erfolgen. Im Rest des Landes sind Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten.

Neuseeland gilt als Musterland in der Corona-Pandemie. In dem Land mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher 2016 Infektionsfälle nachgewiesen, 26 Menschen sind nach einer bestätigten Corona-Infektion gestorben.

Politiker warnen vor überzogenen Erwartungen an EU-Impfpass

Politiker warnen parteiübergreifend vor zu hohen Erwartungen an einen EU-Impfpass. Mehrere Branchen, die besonders unter der Corona-Pandemie leiden, setzen hingegen große Hoffnungen in einen solchen Nachweis.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union verständigten sich am Donnerstag darauf, dass innerhalb der nächsten drei Monate ein europäischer Impfpass entwickelt werden soll. Unklar ist aber noch, welche Erleichterungen damit verbunden sein werden.

CDU-Chef Armin Laschet wertete die Pläne für einen solchen Impfpass vor allem als Signal für gemeinsames Handeln in Europa. Er mahnte aber in der „Rhein-Zeitung“ (Samstag): „Auf Dauer dürfen wir die Menschen aber nicht einteilen in Geimpfte und Nicht-Geimpfte. Wir müssen insgesamt Grundrechtseingriffe zurücknehmen und Leben wieder möglich machen, für alle - und nicht nur für die, die geimpft sind.“

Die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar sagte der „Welt“ (Samstag): „Ein europäisches Impfzertifikat ist kein Freifahrtschein mit Privilegien für Einzelne.“ Der Linke-Gesundheitsexperte Achim Kessler warnte in der Zeitung, das „Spaltungspotenzial eines Impfausweises“ sei enorm. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche mahnte in der „Welt“: „Die Frage eines europäischen Impfpasses für die Covid-19-Impfung und eine damit einhergehende Andersbehandlung Geimpfter stellt sich so lange nicht abschließend, bis die Daten verlässlich zeigen, inwieweit die Immunität anhält und ob eine Transmission des Virus durch die Impfung verhindert werden kann.“

TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen, sagte hingegen der Zeitung, mit einem EU-einheitlichen Nachweis könne die Politik jetzt eine wichtige Basis für das Reisen im Sommer schaffen. Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ingrid Hartges, betonte im „Focus“, sobald ausreichend Impfstoff vorhanden sei, müsse man „Geimpften ihre Freiheiten zurückgeben.“ „Es hat nichts mit Privilegien zu tun, wenn für Geimpfte, die andere nicht mehr anstecken können, die Grundrechte wieder gelten und sie auch wieder reisen können“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, Norbert Kunz, dem Nachrichtenmagazin. Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, forderte im „Focus“: „Wer nachweislich geimpft ist, sollte in jedem Fall von den Quarantänebestimmungen ausgenommen werden.“

Repräsentantenhaus stimmt Bidens Corona-Konjunkturpaket zu

Das US-Repräsentantenhaus hat dem von US-Präsident Joe Biden vorgeschlagenen Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise im Umfang von 1,9 Billionen US-Dollar (rund 1,6 Billionen Euro) zugestimmt.

Die von Bidens Demokraten dominierte Parlamentskammer verabschiedete den Gesetzesentwurf am Samstagmorgen (Ortszeit) mit knapper Mehrheit von 219 zu 212 Stimmen. In einem nächsten Schritt muss der Senat zustimmen, wo ein Teil von Bidens Plan vorab einen Rückschlag erlitt: Die für die Verfahrensregeln in dieser Kammer zuständige Beamtin entschied, dass der landesweite Mindestlohn nicht im Rahmen des Konjunkturpakets auf 15 US-Dollar pro Stunde erhöht werden kann.

Biden zeigte sich enttäuscht, ließ aber mitteilen, er respektiere die Entscheidung. Er forderte den Kongress auf, seinen „Amerikanischen Rettungsplan“ nun schnell zu verabschieden. Der Umfang der Maßnahmen entspräche fast zehn Prozent der US-Wirtschaftsleistung.

Impfstoffdiplomatie: Neue Machtpolitik und die Not der armen Länder

China, Russland und Indien: Lange bevor die globale Impfinitiative Covax vergangene Woche die ersten 600.000 Impfdosen an das erste Empfängerland Ghana schickte, haben die drei Länder zusammen schon Millionen Impfdosen an Dutzende arme Länder geliefert.

Während die reiche westliche Welt mit ihrer Impfhilfe für die ärmeren Länder nur langsam in die Gänge kommt, bieten sich China, Russland und Indien als Retter in der Not an. Impfstoffe sind die neue Währung der Diplomatie.

Kritiker beklagen eine „neue Machtpolitik“, ein Ringen um Einflusssphären in Afrika, Lateinamerika, Asien oder selbst Osteuropa. Aber viele Länder haben oft gar keine andere Chance. Die Alternative wäre, keine oder zu wenig Impfstoffe zu bekommen oder zu lange darauf warten zu müssen. „In der Pandemie bedeutet Zugang zu Impfstoffen, dass Leben gerettet werden können“, sagt Achal Prabhala von der Shuttleworth Stiftung in Südafrika, der in der People’s Vaccine Campaign, einer Dachorganisation der Entwicklungsorganisation Oxfam, mitarbeitet und sich für fairen Zugang zu Medizin einsetzt.

Er weist Bedenken zurück und fragt: „Sollte sich nicht die vorrangige Frage darauf konzentrieren, wie in der Pandemie Leben gerettet werden, und weniger darauf, wie das Spiel am Ende aussieht oder welche möglicherweise diabolischen politischen Konsequenzen diese Impfdiplomatie langfristig hat?“. Natürlich bauten China, Russland und Indien ihre Softpower aus oder verbesserten ihr Ansehen - so wie es auch westliche Geberländer täten. „Es ist nicht völlig selbstlos.“

RKI registriert 9762 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9762 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 369 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Samstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9164 Neuinfektionen und 490 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.14 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 63,8 - und damit etwas höher als am Vortag (62,6).

Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Vor vier Wochen, am 30. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 90,9 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Virus-Varianten: Biden warnt vor steigenden Fallzahlen

US-Präsident Joe Biden hat angesichts neuer Coronavirus-Varianten vor der Gefahr erneut steigender Fallzahlen in der Pandemie gewarnt.

„Das Schlimmste, was wir jetzt tun können, ist, in unserer Wachsamkeit nachzulassen“, sagte Biden bei einem Besuch in Houston im Bundesstaat Texas. Er rief die Amerikaner dazu auf, sich impfen zu lassen. „Die Impfungen sind sicher“, sagte er. „Ich schwöre Ihnen, sie sind sicher und wirksam.“ Biden appellierte außerdem an seine Landsleute, Masken zu tragen. Er betonte erneut, es sei keine politische Aussage, ob man einen Mund-Nasen-Schutz trage oder nicht.

US-Forscher haben sich zuletzt besorgt über neue Coronavirus- Varianten in Kalifornien und New York gezeigt. Die täglichen Fallzahlen in den USA liegen weit unterhalb von denen zu Jahresbeginn. In den vergangenen Tagen stagnierten sie aber oberhalb der Marke von 70.000. Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als 510.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus ums Leben gekommen. Der US-Präsident und First Lady Jill Biden besuchten am Freitag Texas, nachdem der Bundesstaat von verheerenden Winterstürmen heimgesucht worden war.

+++ Ticker von Freitag, 26. Februar +++

Bundesverdienstkreuz für Biontech-Gründer

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin erhalten das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die Auszeichnung soll dem Forscher-Ehepaar am 19. März in Schloss Bellevue durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht werden, wie das Bundespräsidialamt in Berlin mitteilte.

Die beiden Wissenschaftler „verbinden medizinische Grundlagenforschung mit deren Übersetzung in eine praktische Nutzung“, heißt es in der Begründung. Mit der Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffes gegen Covid-19 hätten Türeci und Sahin einen „entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet“.

Die Preisverleihung ist laut Bundespräsidialamt die erste persönliche Ordensaushändigung des Bundespräsidenten in diesem Jahr.

Eigenkapital vieler Kleinbetriebe schrumpft bedrohlich

Kleine Unternehmen haben durch die Corona-Krise laut Ifo-Institut weit höhere Insolvenzrisiken als große. Das sei besonders bei den kleinsten 25 Prozent der mittelständischen Betriebe sichtbar.

Ihre Eigenkapitalausstattung sei deutlich dünner, Finanzierungsprobleme und Existenzbedrohung seien ausgeprägter, erklärten die Wirtschaftsforscher in einer am Freitag veröffentlichten Studie für die Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern.

„Unprofitable Firmen künstlich am Leben zu halten, ist nicht der richtige Weg. Das führt zu Wettbewerbsverzerrung“, sagte Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Aber der Staat sollte Betrieben mit stabiler Geschäftsentwicklung vor der Krise jetzt beim Eigenkapital helfen, zum Beispiel durch steuerliche Verrechnung früherer Gewinne mit heutigen Verlusten.

Ein Drittel der befragten Unternehmen berichte über eine Abnahme des Eigenkapitals, nur 6 Prozent über starke Rückgänge. Aber nicht nur nach der Unternehmensgröße, auch nach Branchen gebe es starke Unterschiede. „Das Gastgewerbe, die Reisebranche und der Kunst- und Unterhaltungssektor verzeichneten deutlich höhere Einbrüche beim Eigenkapital als der Durchschnitt. Viele Unternehmen in diesen Sektoren waren vor der Krise gesund“, sagte Peichl. In Teilen der Industrie sei das Geschäft schon vor Corona schlecht gelaufen, und sie litten aktuell auch unter abschmelzenden Eigenkapitalausstattungen.

RKI verschärft Empfehlung zu Corona-Mutanten

Angesichts der Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Coronavirus in Deutschland verschärft das Robert Koch-Institut (RKI) eine Empfehlung für Ärzte.

Bei einer Infektion mit einer der Varianten oder dem Verdacht darauf sollten Patienten - unabhängig von der Schwere, dem Alter oder einem Krankenhausaufenthalt - vorsorglich 14 Tage isoliert werden, heißt es in einer aktualisierten Empfehlung des Bundesinstituts. Vor dem Verlassen der Isolierung sollte außerdem ein Antigentest oder ein PCR-Test gemacht werden.

Hintergrund sei eine noch unzureichende Datenlage zur Ausscheidung von Erregern. Zuvor enthielt die Empfehlung zu besorgniserregenden Virus-Varianten keine Angabe zur Dauer einer Isolierung, wie das RKI auf Anfrage erläuterte.

Am Freitag hatten die Gesundheitsämter dem RKI 9997 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 394 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen 24 Stunden 9113 Neuinfektionen und 508 neue Todesfälle verzeichnet.

Brauer bekommen Kosten für verdorbenes Bier ersetzt

Brauereien bekommen wegen der Corona-Beschränkungen die Kosten für verdorbenes Bier ersetzt. Dies sei bei einer Schalte der Länder mit den zuständigen Bundesministerien beschlossen worden, sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums am Freitag.

Dies soll im Rahmen der Überbrückungshilfe III geschehen. Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass „Hersteller und Großhändler von verderblicher Ware für die Gastronomie und den Garten- und Gemüsebau“ die Überbrückungshilfe für verderbliche Waren in Anspruch nehmen können.

Brauereien haben während der aktuellen Einschränkungen das Problem, dass Fassbier kaum zu verkaufen ist, weil Gaststätten geschlossen haben und es keine Volksfeste gibt. Da bei immer mehr Fässern das Ablaufdatum näher rückt oder überschritten wird, musste zuletzt nach Angaben der Brauer in Deutschland Bier im Millionenwert weggeschüttet werden. Manche Brauereien verschenkten das Bier auch.

Großteil der Pflegeheimbewohner gegen Corona geimpft

Rund zwei Monate nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland hat die große Mehrheit der besonders anfälligen Pflegeheimbewohner in Deutschland eine Corona-Impfung erhalten.

Mehr als 795.000 von ihnen wurde eine erste Dosis gespritzt, mehr als 550.000 auch schon die zweite, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (Stand: Freitag 10 Uhr) hervorgeht. Insgesamt wird von rund 900.000 Menschen in solchen Einrichtungen ausgegangen. Senioren in Gemeinschaftsunterkünften gelten als besonders gefährdet für schwere und tödliche Verläufe.

„Das Risiko, an Corona zu erkranken, hat sich für unsere höchstbetagten Bürgerinnen und Bürger deutlich reduziert“, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die allermeisten Pflegeheimbewohner hätten das Impfangebot angenommen, mehr als 40 Prozent der bisher eingesetzten Dosen seien Menschen über 80 Jahren verabreicht worden. Die Strategie, die besonders Verwundbaren zuerst zu impfen, sei aufwendiger und dauere zu Beginn länger, rette aber Leben.

Absage für traditionelle Osterfeuer im Landkreis Friesland

Der Landkreis Friesland teilt mit, dass die traditionellen Osterfeuer aufgrund der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht stattfinden können. Diese Entscheidung wurde gemeinsam mit den Städten und Gemeinden getroffen.

Sinn und Zweck der Brauchtumsfeuer ist die Zusammenkunft der Ortsbewohner zur Pflege der vorhandenen Brauchtümer. Da Osterfeuer öffentlich und für jedermann zugänglich sind, ist die teilnehmende Personenanzahl nicht absehbar und es kann hier zu einer Ansammlung von zahlreichen Menschen aus unterschiedlichen Haushalten kommen, eine Kontaktnachverfolgung wäre nicht möglich.

„Vor dem Hintergrund, soziale Kontakte weiter gering zu halten, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren, sind auch in diesem Jahr Osterfeuer nicht möglich. Hier sind sich Landkreis, Städte und Gemeinden einig. Weiterhin ist wichtig, dass wir Infektionsketten schnellstens ermitteln und somit eine unkontrollierte Verbreitung des Virus verhindern. Und um dies auch zu gewährleisten, können die Brauchtumsfeuer in diesem Jahr bedauerlicherweise nicht stattfinden“, erläutert Gesundheitsdezernent Bernd Niebuhr die Entscheidung.

Spahn zu Lockerungen: „Größtmögliche Umsicht und Vorsicht“ geboten

In der Diskussion über Lockerungen der strengen staatlichen Beschränkungen in der Corona-Pandemie hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor übereilten Entscheidungen gewarnt. „Ich empfehle uns allen größtmögliche Umsicht und Vorsicht“, sagte der CDU-Politiker am Freitag vor Journalisten in Berlin. Er verwies darauf, dass der von Bund und Ländern angestrebte Wert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und Woche vielerorts noch nicht erreicht sei - und für viele Bundesländer derzeit auch nicht erreichbar sei.

Spahn sagte, er wisse um die Ermüdung der Bürger nach dem wochenlangen Lockdown, ebenso um die Belastungen. Viele seien genervt. „Aber es nützt ja alles nichts. Das Virus ist da, und wir müssen damit umgehen“, sagte er. (Quelle: dpa)

Corona in den USA: Rund 75.000 Neuinfektionen

In den USA ist die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen.

Die Behörden meldeten am Donnerstag 75.176 neue Fälle, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Freitagmorgen (MEZ) hervorging. Am Donnerstag der Vorwoche waren noch 69 266 neue Infektionen gemeldet worden. Der bisherige Tagesrekord war am 2. Januar mit 299 786 neuen Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.

Die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Ansteckung ging im Wochenvergleich leicht zurück. Sie lag laut JHU am Donnerstag bei 2237. Am gleichen Tag der Vorwoche waren 2451 Todesfälle gemeldet worden. Der bisherige Höchstwert wurde am 12. Januar mit 4407 Toten verzeichnet. (Quelle: dpa)

Jeweils ein neuer Todesfall in Aurich und Wilhelmshaven

Der Landkreis Aurich meldete heute den 41. Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Auch in Wilhelmshaven gibt es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit der Krankheit.

Bundestag will neue Corona-Hilfen absegnen

Lockdown, Maskentragen, Homeoffice - die anhaltenden Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie zehren nicht nur an den Nerven, sie kosten Bürger und Unternehmen oft auch viel Geld.

Familien, Geringverdienern, Restaurants und Unternehmen mit Verlusten will die Bundesregierung jetzt unter die Arme greifen. Die große Koalition hat zwei Pakete geschnürt, die heute im Bundestag beschlossen werden sollen. Doch Opposition und Wirtschaft ist das nicht genug. Und auch die Länder dürfen - voraussichtlich Anfang März - ihre Meinung noch kundtun.

Union und SPD hatten die neuen Hilfen nicht nur mit den ungewöhnlichen Belastungen, etwa Ausgaben für Schutzmasken und Schnelltests, für die Bürger begründet. Sie sollen auch die Konjunktur ankurbeln und die Menschen dazu bewegen, wieder mehr Geld auszugeben. Bereits im vergangenen Jahr hatte es so ein Konjunkturprogramm gegeben - manche Maßnahmen wirkten gut, andere kaum, wie Konjunkturforscher herausfanden. Diese Hilfen sind dieses Mal geplant. (Quelle: dpa)

Weil: Mehr Freiheiten auch für Getestete

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat angeregt, in der Corona-Pandemie nicht nur geimpften Menschen, sondern auch aktuell Getesteten mehr Freiheiten zu geben. „Wir können nicht nur an die einstweilen wenigen Glücklichen, die geimpft sind, denken“, sagte der SPD-Politiker der „Braunschweiger Zeitung“ (Freitag). An einer solchen Perspektive etwa für Gastronomen und Einzelhändler „müssen wir hart arbeiten“. Es sei klar, dass man weiter Maske tragen, Abstand halten und Hygienekonzepte beachten müsse.

Dennoch eröffne sich mit Impfen, Testen und Schutzmaßnahmen wieder deutlich mehr Spielraum, sagte Weil. „Das bloße Warten auf Inzidenzwerte unter 35 bringt uns nicht voran.“ Er verwies auf Schnelltests, die wesentlich anwendungsfreundlicher seien. Mit Hilfe der Corona-Warn-App könnten Impfung und Schnelltests gebündelt und angezeigt werden. (Quelle: dpa)

Handel: Merkel soll am 3. März Öffnungsstrategie vorlegen

Der Handel in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, am 3. März eine „vom Bund und von allen 16 Bundesländern getragene, einheitliche Öffnungsstrategie vorzulegen“. Dem Handel und seinen Beschäftigen müsse endlich eine tragfähige Zukunftsperspektive geboten werden, verlangten der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Josef Sanktjohanser und zahlreiche Topmanager der Branche in einem Brief an die Kanzlerin, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Nach wie vor vermisse die Wirtschaft eine klug zwischen Bund und Ländern abgestimmte Politik mit Impfkonzept, angepassten Hygieneregeln, Teststrategien und App-Lösungen, die funktionieren und bei denen Datenschutzregeln temporär krisenbedingt zur besseren Rückverfolgbarkeit der Infektionen suspendiert würden, heißt es in dem Brief. Dabei könne auf diesem Weg sowohl dem Gesundheitsschutz als auch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten des Lockdowns Rechnung getragen werden. (Quelle: dpa)

Soziologe: Gegner der Corona-Maßnahmen trauen der Regierung nicht

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen haben sich nach Überzeugung des Soziologen Simon Teune nicht erst Schritt für Schritt im Laufe des vergangenen Jahres radikalisiert. „Wenn man diese Proteste unter den verschiedenen Namen Hygienedemos, Querdenker und so weiter genauer anguckt, sieht man, dass viele, die da teilnehmen, schon vor den Protesten eine radikale Deutung der Corona-Krise plausibel fanden“, sagte Teune der Deutschen Presse-Agentur.

„Sie sind überzeugt, dass damit die Gefahr einer Entdemokratisierung verbunden ist und dass sich Deutschland bereits auf dem Weg in die Diktatur befindet“, so der Protestforscher, der am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam arbeitet.

„Diese weitreichenden Deutungen haben schon von Anfang an bei den Protesten die Runde gemacht, die Deutung, dass die Presse gleichgeschaltet sei mit Bezug auf das Thema Corona oder dass es den Regierenden in erster Linie darum gehe, Corona als Vorwand zu benutzen, um Grundrechte einzuschränken“, erklärte Teune. (Quelle: dpa)

RKI registriert 9997 Corona-Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9997 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 394 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9113 Neuinfektionen und 508 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 62,6 - und damit höher als am Vortag (61,7). Vor vier Wochen, am 29. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 94,4 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

+++ Ticker von Donnerstag, 25. Februar +++

Ruf nach Öffnung von Handel und Gastronomie wird immer lauter

Der Ruf nach einem Ende des Lockdown für den Einzelhandel und die Gastronomie wird immer lauter. Der Handelsverband Deutschland forderte am Donnerstag eine rasche Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte ab dem 8. März. „Wir brauchen jetzt den Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, in Berlin.

Mehr als 100 im „Gastgeberkreis“ zusammengeschlossen Gastronomen forderten unterdessen in einem Brandbrief, „dass die Restaurants parallel mit dem Einzelhandel wieder öffnen und für ihre Gäste da sein dürfen“. Der Deutsche Städtetag sieht dagegen „noch keinen Spielraum“ für eine umfassende Öffnung.

Der HDE verlangte, Bund und Länder müssten auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März eine transparente, verbindliche und evidenzbasierte Öffnungsstrategie mit konkreten Maßnahmen beschließen. Die Wiedereröffnung der Innenstädte dürfe dabei nicht vom Erreichen einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in 7 Tagen abhängig gemacht werden. „Es muss mehr geben als „Geschlossen“ bis 35“, verlangte Genth.

Der HDE-Hauptgeschäftsführer plädierte für eine „Wiedereröffnung in Stufen“. Bei höheren Inzidenzen könnten strengere Vorgaben für Kundenzahl und Hygiene gelten, die dann bei sinkenden Infektionszahlen gelockert würden. (Quelle: dpa)

Wegen Corona: Noch nie starben so wenige Menschen im Verkehr

Es sind die positiven Seiten der Pandemie: Seit das Statistische Bundesamt die Verkehrstoten zählt, starben niemals weniger Menschen im Straßenverkehr als im vergangenen Jahr. „Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt wurden als im Vorjahr“, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag.

2020 kamen nach vorläufigen Zahlen 2724 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Das waren 322 Todesopfer oder 10,6 Prozent weniger als im Jahr 2019 - der niedrigste Stand seit Beginn der Zählung vor mehr als 60 Jahren. Auch die Zahl der Verletzten ging gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück: um 14,7 Prozent auf rund 328 000 Personen. Insgesamt hatte die Polizei 2020 rund 2,3 Millionen Unfälle aufgenommen - 15,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. (Quelle: dpa)

Trotz Lockdowns und Mutanten: Konsumstimmung hellt sich auf

Ungeachtet der unsicheren Corona-Lage hat sich die Konsumstimmung in Deutschland im Februar leicht erholt. Das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK ermittelte in ihrer neuesten Konsumstudie Verbesserungen sowohl bei der Kauflust als auch bei der Erwartungen zum künftigen Einkommen, wie GfK am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

„Die Verbraucher erholen sich etwas von dem Schock, der sie nach dem harten Lockdown Mitte Dezember erfasst hat. Die zuletzt gesunkenen Infektionszahlen und die angelaufenen Impfaktionen nähren die Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Maßnahmen“, sagte der GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Er warnte jedoch auch vor allzugroßem Optimismus. „Eine nachhaltige Erholung der Anschaffungsneigung und damit auch des Konsumklimas wird es erst dann geben, wenn der harte Lockdown beendet wird und Geschäfte sowie Hotels und Restaurants wieder öffnen“, sagte der Experte. „Sollten die Maßnahmen dagegen sogar noch einmal verlängert werden, schwinden die Chancen auf eine zügige Erholung und dem Konsumklima stehen weiterhin schwierige Zeiten bevor.“ (Quelle: dpa)

EU-Sondergipfel berät über Corona-Impfungen und Grenzstreit

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen beraten heute bei einem Videogipfel, wie die Corona-Impfungen beschleunigt und die gefürchteten Virusvarianten bekämpft werden können. Thema soll auch der Streit über verschärfte Grenzkontrollen sein sowie die Debatte über einen EU-einheitlichen Corona-Impfpass, der letztlich Vorteile wie freies Reisen für Geimpfte bringen könnte.

Doch geht das Impfen gegen das Coronavirus in der Europäischen Union langsamer voran als etwa in Großbritannien, den USA oder Israel. Ein Grund ist Impfstoffmangel. Nun wollen die EU-Staaten unter anderem über eine schnellere Zulassung der Mittel in der EU beraten. Die Produktion und die Lieferungen sollen gesteigert werden. Von den Herstellern erwarte man die Erfüllung von Zusagen, schrieb Ratschef Charles Michel in seinem Einladungsbrief zum Gipfel.

Darin kündigte der Belgier zudem an, dass auch der Streit über die verschärften Grenzkontrollen von Deutschland und anderen Staaten diskutiert werden soll. Eigentlich hatten sich die EU-Staaten vor einigen Wochen auf Empfehlungen für ein einheitliches Vorgehen an den Grenzen geeinigt. (Quelle: dpa)

Mehr Corona-Neuinfektionen als vor einer Woche – Inzidenz steigt

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11 869 Corona-Neuinfektionen gemeldet - und damit 1662 mehr als genau vor einer Woche, am 18. Februar. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen mit bundesweit 61,7 höher als am Vortag (59,3).

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 385 weitere Todesfälle verzeichnet. Das ist weniger als vor genau einer Woche: Damals hatte das RKI binnen eines Tages 10 207 Neuinfektionen und 534 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von Donnerstag, 03.10 Uhr, wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. (Quelle: dpa)

+++ Ticker von Mittwoch, 24. Februar +++

Corona-Fälle auf der Fregatte „Sachsen“

Drei Soldaten der Fregatte „Sachsen“ sind mit dem Coronavirus infiziert und befinden sich zurzeit an Bord in Quarantäne. Dem Vernehmen nach sind die PCR-Tests aus dem Umfeld der Betroffenen negativ ausgefallen. In der Nacht zu Montag war die „Sachsen“ von Wilhelmshaven durch den Nord-Ostsee-Kanal gefahren und hatte zunächst in der Strander Bucht geankert. Am Dienstag machte sie mit den Erkrankten an Bord im Kieler Marinestützpunkt fest. Wenn das Schiff der Klasse F 124 wieder fahren darf, steht nach langer Instandsetzung im Arsenal die Einsatz- und Gefechtsausbildung für die Besatzung an.

Erste Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit.

Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Dieser könne nach den von den Herstellern vorgelegten Studien jeweils durch Laien sicher durchgeführt werden, erklärte das Bundesinstitut weiter.

Selbsttests könnten perspektivisch Sicherheit in konkreten Situationen geben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Bevor man eine Veranstaltung besucht, sich die Haare schneiden lässt oder ins Theater geht.“ Spahn schlägt mit Blick auf das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie eine Kombination aus mehr Schnelltests sowie Selbsttests für jedermann vor. (Quelle: dpa)

40. Todesfall im Landkreis Aurich

Im Landkreis Aurich gibt es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Es handelt sich um einen 57 Jahre alten Mann aus Norden, der in einer Oldenburger Klinik verstorben ist.

Ruhe vor dem Sturm: Friseure bereiten sich auf Öffnung vor

Stühle werden verrückt, Trennwände aufgestellt und Spender mit Desinfektionsmittel gefüllt - die Vorbereitungen vieler Friseursalons laufen vor der Wiedereröffnung am kommenden Montag auf Hochtouren.

„Die Vorfreude ist groß – bei Kunden und ihren Friseuren gleichermaßen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller. Die Betriebe seien auf den Ansturm der Kunden vorbereitet. Frust herrscht hingegen bei vielen Kosmetikerinnen, deren Läden weiterhin zu bleiben.

Seit Mitte Dezember sind die Friseursalons wegen der Pandemie geschlossen, im Frühjahr 2020 hatten sie schon mal dichtmachen müssen. Zwischendrin durften die Betriebe nur unter Einhaltung strenger Auflagen öffnen - auch diesmal orientieren sich die Vorbereitungen an einem strikten Hygienekonzept. (Quelle: dpa)

Umfrage Ende November: Ein Drittel gegen Einschnitte und Impfung

Gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten in der Pandemie und gegenüber einer Corona-Impfung hat bei einer Umfrage Ende November 2020 ein Drittel der Befragten deutliche Vorbehalte geäußert. 33 Prozent der Bürger in Deutschland lehnte Eingriffe in die Freiheitsrechte zur Pandemie-Bekämpfung „eher“ oder „voll und ganz“ ab. Und 34 Prozent wollten sich nicht impfen lassen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Für die Erhebung hatte das Norstat Institut in der letzten Novemberwoche 2020 mehr als 1000 Erwachsene befragt. Damals gab es allerdings noch keine Diskussion in der breiten Öffentlichkeit über die Gefahr von Mutationen. Nach Einschätzung der Stiftung in Gütersloh fiel die ablehnende Haltung damals gegenüber Impfung und Freiheits-Einschränkungen unter besonders leistungs- und erfolgsorientierten Menschen überdurchschnittlich hoch aus. (Quelle: dpa)

FDP fordert Schnelltest-Regelung nach dem Vorbild Österreichs

Mit einer Regelung für Schnelltests nach dem Vorbild Österreichs will die FDP den Weg für stufenweise Lockerungen in der Corona-Pandemie freimachen. Ein entsprechender Antrag soll noch diese Woche in den Bundestag eingebracht werden. Ziel sei, dass Hersteller über eine „einfache und unbürokratische Selbstverpflichtung bestätigen, dass bei Eigenanwendung ein entsprechendes Sicherheits- und Leistungsniveau erreicht wird und dass die Funktionstauglichkeit und die Einsatztauglichkeit für den geplanten Zweck gewährleistet ist“. Anschließend soll aber ein Zulassungsverfahren durchlaufen werden. (Quelle: dpa)

Virologin Ciesek: Antigen-Tests sind wichtiges Werkzeug

Antigen-Schnelltests sind aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen das Coronavirus. Solche Tests hätten zwei große Vorteile, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“: Sie seien schneller als PCR-Tests - „das heißt, sie können viel schneller reagieren“ - und es seien mehr Tests möglich - „das heißt, sie können eine viel größere Anzahl durchführen.“

Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt

Egal ob MediaMarktSaturn, Obi oder der Modehändler Breuninger: Bei immer mehr Einzelhändlern in Deutschland reißt nach Monaten des Lockdowns der Geduldsfaden. Die Folge: Auf die deutschen Gerichte rollt derzeit eine Klagewelle zu, mit der die Elektronikhändler, Baumärkte und Modegeschäfte ein Ende der Ladenschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erzwingen wollen.

Beispiel MediaMarktSaturn: Deutschlands größter Elektronikhändler hat beim Oberverwaltungsgericht Münster einen Eilantrag auf Aufhebung der Betriebsschließungen in Nordrhein-Westfalen gestellt. Anträge in weiteren Bundesländern sollen folgen. „Die bereits seit mehr als zwei Monaten bestehenden Betriebsschließungen in Deutschland sind unverhältnismäßig. Der Einzelhandel war nachweislich nie ein Infektionshotspot“, begründete Deutschland-Chef Florian Gietl den Schritt.

MediaMarktSaturn ist nicht allein. Auch die Baumarktkette Obi, sowie die Textilketten Peek&Cloppenburg (Düsseldorf) und Breuninger ziehen vor Gericht. „Wir haben Klagen vor den Verwaltungsgerichtshöfen in Baden-Württemberg, in Hessen, in Nordrhein-Westfalen, in Thüringen und Sachsen eingereicht - überall dort, wo wir Häuser haben. Ziel ist die sofortige Aussetzung der Lockdown-Maßnahmen, weil sie nicht verhältnismäßig sind und eine Ungleichbehandlung gegenüber dem Lebensmittelhandel bedeuten“, sagte ein Breuninger-Sprecher. (Quelle: dpa)

8007 Corona-Neuinfektionen und 422 neue Todesfälle registriert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8007 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 422 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7556 Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 59,3 - und damit niedriger als am Vortag (60,5). Vor vier Wochen, am 27. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 101,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen. (Quelle: dpa)

+++ Ticker von Dienstag, 23. Februar +++

Wittmunder Schnelltestzentrum soll Donnerstag starten

Der Landkreis Wittmund wird ab Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband Wittmund ein Schnelltestzentrum in Wittmund anbieten. Dies teilte die Kreisverwaltung am Dienstag mit. Anmeldungen seien ab Donnerstag möglich.

Nach rund zweiwöchiger Vorbereitung soll das Zentrum im Treffpunkt „Sonneneck“ am Wittmunder Karl-Bösch-Platz 4 an den Start gehen. Jeder der Antigen-Schnelltest werde vom Test bis zum Ergebnis etwa 20 Minuten dauern. Das DRK stehe mit dem Gesundheitsamt in einem engen Austausch über die Ergebnisse.

Der Schnelltest beim DRK kostet 30 Euro, die zunächst privat oder betrieblich aufzubringen sind. Sollte die Bundespolitik, wie angekündigt, kostenlose Schnelltests umsetzen, werden sie auch weiterhin vom Schnelltestzentrum in Wittmund angeboten. „Dann würde sich auch das Testzentrum um die Refinanzierung kümmern“, betont Kreisgeschäftsführer Hans-Günther Kirchhoff.

„Wir planen auch das Angebot von Schnelltests durch mobile Teams in den Gemeinden Esens, Holtriem und Friedeburg“, erklärte Landrat Holger Heymann, zugleich Präsident des DRK-Kreisverbandes Wittmund.

Laut Kirchhoff können Firmen- und Einrichtungsleitungen mit dem DRK Sonderkonditionen für die Schnelltests ihrer Mitarbeiter/-innen vereinbaren. Termine im Schnelltestzentrum müssen vorab telefonisch (Unter Tel. 04462-541480) oder im Internet gebucht werden. Dort sind auch sämtliche Informationen zum Schnelltest abrufbar.

Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage

Die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol werden bis zum 3. März verlängert. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden.

Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Regeln waren zunächst für zehn Tage eingeführt worden.

Die Bundespolizei kontrolliere die Einhaltung der verschärften Einreisebestimmungen an diesen Grenzabschnitten „örtlich und zeitlich flexibel mit eindeutigen Schwerpunkten auf internationalen, beziehungsweise überregionalen Verkehrsverbindung, um eine möglichst lückenlose Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs sicherzustellen“, hieß es aus dem Bundespolizeipräsidium in Potsdam. Die Zahl der Menschen, die an den Grenzen abgewiesen werden, ging den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen zurück, „weil sich die Reisenden aufgrund der Kontrollen zunehmend regelkonform verhalten“.

Mehrere der Vorgaben seien unverhältnismäßig oder unbegründet, hieß es in einem Beschwerdebrief der EU-Kommission an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß in Brüssel. „Wir glauben, dass das nachvollziehbare Ziel Deutschlands - der Schutz der öffentlichen Gesundheit in einer Pandemie - durch weniger restriktive Maßnahmen erreicht werden könnte“, führte die Kommission darin weiter aus.

Sorge in einigen Regionen Frankreichs über Explosion der Covid-Zahlen

In einigen Regionen Frankreichs herrscht große Beunruhigung wegen der alarmierenden Corona-Situation. In der nordfranzösischen Küstenstadt Dunkerque (Dünkirchen) ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner der Regionalen Gesundheitsbehörde zufolge zuletzt auf mehr als 900 angestiegen. Regionalpolitiker fordern nun eine schnelle Reaktion. „Wenn strenge Maßnahmen zur Eindämmung notwendig sind, müssen diese zumindest an den Wochenenden ergriffen werden“, sagte Jean-René Lecerf, der Präsident des Département-Rats Nord, am Dienstag dem Sender Franceinfo.

Für Teile von Frankreichs Mittelmeerküste ist zuletzt wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus ein Teil-Lockdown verhängt worden. An den kommenden beiden Wochenenden soll für die städtische Küstenregion des Département Alpes-Maritimes ein Lockdown gelten. Angesichts der Varianten sei es dringend notwendig, zu handeln, wo immer es nötig sei, sagte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi dem Sender BFM TV. Die Küstenmetropole ist besonders schwer getroffen. Im gesamten Département liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, also der sogenannte Inzidenzwert, bei mehr als 580.

Ähnliche Maßnahmen wie am Mittelmeer fordern einige Politiker nun auch für Dunkerque. „Es ist eine Welle im Anmarsch, und wir versuchen, die Ausbreitung zu stoppen (...)“, sagte der Pariser Abgeordnete aus dem Département Nord, Paul Christophe, dem Sender Franceinfo. In Nizza habe es jetzt möglicherweise eine so schnelle Reaktion gegeben, weil die Stadt als wichtiges Touristenziel gelte. Die Strände von Dunkerque seien jedoch das Ziel für Menschen aus der gesamten Region Lille, so Christophe. Medienberichten nach soll sich nun auch Premierminister Jean Castex für strengere Maßnahmen ausgesprochen haben.

Insgesamt ist die Corona-Situation in Frankreich weiter angespannt, aber die Lage war recht stabil. Allerdings ist der landesweite Inzidenzwert zuletzt wieder leicht auf mehr als 200 angestiegen. Im gesamten Land gilt seit mehreren Wochen eine strenge Ausgangssperre ab 18 Uhr. Anders als in Deutschland sind Schulen und Einzelhandel weitgehend geöffnet.

Nach angekündigtem Lockdown-Ende: Briten buchen üppig Reisen

Nach den angekündigten Corona-Lockerungen in England verzeichnen britische Reise- und Urlaubsanbieter ein sprunghaft gestiegenes Interesse. Flugbuchungen aus Großbritannien seien in den Stunden nach der Rede von Premierminister Boris Johnson um 337 Prozent im Vergleich zur Vorwoche und Urlaubsbuchungen sogar um 630 Prozent gestiegen, teilte die Fluggesellschaft Easyjet in Luton mit. Der größte britische Reiseanbieter Tui UK verzeichnete eine Versechsfachung der Buchungen. An der Londoner Börse legten die Aktien der Konzerne am Dienstag kräftig zu.

Johnson hatte am Montag die Pläne der Regierung aus dem Corona-Lockdown vorgestellt. Demnach sollen die Restriktionen schrittweise aufgehoben werden, bis vom 21. Juni an dann gar keine Beschränkungen mehr gelten. Bereits vom 17. Mai an könnte Urlaub im Ausland wieder erlaubt werden. Voraussetzung für jede Lockerung ist, dass die Zahl der Neuinfektionen niedrig bleibt und das Impfprogramm weiter voranschreitet.

Beliebte Reiseziele waren den Konzernen zufolge Malaga, Alicante sowie Mallorca in Spanien, Faro an der Algarve in Portugal sowie die griechische Insel Kreta. Die meisten Buchungen wurden für August gemacht. „Die Ansprache des Premierministers hat vielen Kunden in Großbritannien einen dringend benötigten Vertrauensschub verliehen“, sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren der Mitteilung zufolge.

Tui-UK-Chef Andrew Flintham bot der Regierung an, gemeinsam einen „risikobasierten Rahmen“ zu entwickeln, damit Urlauber diesen Sommer ins Ausland reisen können. „Die Menschen können sich auf eine wohlverdiente Pause nach einem für viele sehr schwierigen Jahr freuen“, sagte Flintham der Nachrichtenagentur PA zufolge.

Gesundheitsminister Matt Hancock betonte, die Effektivität von Impfstoffen gegen neue Corona-Varianten werde eine große Rolle bei der Zulassung internationaler Reisen spielen. „Wir müssen uns gegen die neuen Varianten wappnen, das ist eine große Herausforderung“, sagte Hancock am Dienstag dem Sender Sky News. „Falls die Vakzine nicht dagegen wirken, wird es deutlich schwieriger.“

Presserat erreichen so viele Beschwerden wie noch nie seit Gründung

Beim Deutschen Presserat haben sich seit der Gründung 1956 noch nie so viele Leser über die Medienberichterstattung beschwert wie im vergangenen Jahr. 4085 Beschwerden und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr (2175) gingen 2020 ein, wie der Presserat als freiwillige Selbstkontrolle der Presse - also von Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien - am Dienstag in seinem Jahresbericht mitteilte. Das Gremium führt den Anstieg im Corona-Jahr auf mehrere Gründe zurück: Es gab Massenbeschwerden zu einzelnen Artikeln. Prominentes Beispiel war eine polizeikritische Kolumne in der linken Tageszeitung „taz“ im Sommer, zu der sich sogar Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eingeschaltet hatte.

Häufig hatte der Presserat zudem mit Beschwerden zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie zu tun. Außerdem erreichten das Gremium auch ungewöhnlich viele Schreiben, für die der Rat nicht zuständig war wie zum Beispiel Beschwerden über journalistische Beiträge in Fernsehen und Radio.

Der Sprecher des Presserats, Sascha Borowski, schrieb im Bericht: „In der pandemiebedingten Ausnahmesituation wünschten sich Leserinnen und Leser klare und verlässliche Fakten und wandten sich besonders häufig an den Presserat, wenn sie am Wahrheitsgehalt der Berichterstattung zweifelten.“

Müller enttäuscht von späterer Einführung der Corona-Schnelltests

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), hat enttäuscht darauf reagiert, dass die kostenlosen Corona-Schnelltests später kommen sollen als erwartet. „Es ist zum wiederholten Mal so, dass von Seiten des Bundesgesundheitsministers Dinge angekündigt wurden, die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen“, sagte Müller im ZDF-„Morgenmagazin“. In den Schulen beispielsweise müssten nun wieder vermehrt die bekannten Schutzmaßnahmen gelten - zumindest bis die Test- und Impfkapazitäten hochgefahren werden können. Auch wenn es eine „Gratwanderung“ sei, bekräftigte Müller, dass die schrittweisen Schulöffnungen verantwortbar seien. (Quelle: dpa)

Dreyer fordert konkreten Stufenplan – Spahn in der Kritik

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor Beratungen von Bund und Ländern einen konkreten Stufenplan für den Weg aus den Corona-Beschränkungen gefordert. Ein solcher Plan müsse an „klare Inzidenzwerte, Testmöglichkeiten und die Impfquote“ gekoppelt werden, sagte Dreyer der „Rheinischen Post“ (Dienstag). An diesem Dienstag beginnt eine Arbeitsgruppe mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien dazu mit Gesprächen. Das nächste Treffen der Regierungschefs von Bund und Ländern mit Entscheidungen ist für den 3. März geplant. An Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es Kritik, weil die für den 1. März angekündigten allgemeinen Schnelltests nun doch nicht so rasch kommen. FDP-Chef Christian Lindner bedauerte auf Twitter die Verschiebung. „Die Enttäuschung beim Impfstart darf sich nicht wiederholen.“ SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Gerade dort, wo Maßnahmen zurückgenommen werden, müssen Schnelltests zur Verfügung stehen.“ (Quelle: dpa)

Mobilitätsforscher: 35er-Inzidenz vorerst unrealistisch

Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Werts „bis auf weiteres unrealistisch“, erklärte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Deutschen Presse-Agentur. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit. (Quelle: dpa)

RKI registriert 3883 Corona-Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 107,6 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. (Quelle: dpa)

+++ Ticker von Montag, 22. Februar +++

Corona-Warn-App reagiert künftig auf kürzere Risikobegegnungen

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird künftig auch auf kürzere Risikobegegnungen anschlagen. Bislang informiert die App ihre Anwender, wenn sie sich zehn Minuten oder länger in der Nähe einer Person aufgehalten haben, bei der später eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde. Dieser Zeitraum werde nun auf fünf Minuten verkürzt, verlautete am Montag aus der Bundesregierung.

Durch die Anpassung des epidemiologischen Modells der Berechnung des Risikos werde ein leichter Anstieg der als tatsächlich risikoreich eingeschätzten Begegnungen, die in der App rot markiert werden, erwartet, hieß es. Außerdem werde auch die Zahl der erfassten Begegnungen mit niedrigem Risiko, die in der App grün markiert werden „moderat steigen“. Die Formel sei auch wegen der neuen Coronavirus-Varianten mit einem höheren Infektionsrisiko angepasst worden.

Im Rahmen der ständigen Weiterentwicklung der Tracing-App kann in einer kommenden Version auch eine sogenannte Cluster-Erkennung beinhaltet sein, etwa bei einem Restaurantbesuch oder einem Kultur-Event. Dabei können sich die Anwender der App mit Hilfe eines QR-Codes bei der Lokalität oder dem Event einchecken. Dann würden auch Risiko-Begegnungen erfasst, die weiter als zwei Meter entfernt sind.

Die App werde aber nicht um eine Funktionalität erweitert, mit dem sich Besucher eines Restaurants oder Events mit ihren persönlichen Kontaktdaten eintragen können, wie dies in der Pandemie vorgeschrieben ist. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür lägen bundesweit nicht vor. Infektionsschutzverordnungen in manchen Bundesländern sähen ausdrücklich vor, dass diese Listen auf Papier geführt werden müssten. In anderen Bundesländern seien aber Apps wie „Luca“, „E-Guest“ oder „Darf ich rein?“ möglich und zum Teil auch bereits an die Systeme der Gesundheitsämter angeschlossen, etwa in Jena oder auf den ostfriesischen Inseln.

Durch eine Weiterentwicklung der Schnittstelle von Google und Apple sei weiterhin erreicht worden, dass die Corona-Warn-App nun auch mehrere Begegnungen kurzer Dauer mit der gleichen Person noch besser erfassen kann, hieß es weiter.

London will bis Ende Juni alle Corona-Maßnahmen aufheben

Die britische Regierung will bis zum 21. Juni alle Beschränkungen in der Coronavirus-Pandemie in England aufheben. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag bei der Vorstellung seines Lockdown-Fahrplans im britischen Unterhaus in London.

Der Lockdown soll in mehreren Schritten im Abstand von fünf Wochen aufgehoben werden. Voraussetzung ist demnach jedoch, dass sich die positiven Trends bei der Reduzierung von Infektionszahlen und der Impfkampagne fortsetzen ließen und keine neue Virus-Variante die Lage verändere. Ausschlaggebend seien nicht die vorgesehenen Zeitpunkte, sondern die Daten aus der Pandemie, sagte Johnson.

Man werde den Weg aus dem Lockdown vorsichtig, aber unwiderruflich gehen, so der Premier. Zu verdanken habe man das der Entschlossenheit der Briten und der Erfolg der Impfkampagne.

Bereits am 8. März sollen in dem größten britischen Landesteil alle Schulen wieder geöffnet werden. Die Landesteile Schottland und Wales setzen hingegen auf eine graduelle Öffnung der Schulen, die bereits in dieser Woche begonnen hat. Auch soziale Kontakte sollen in England von der zweiten März-Woche wieder mehr als bisher erlaubt sein. Beispielsweise dürfen Heimbewohner wieder Besucher empfangen.

Der nächste Schritt soll am 29. März erfolgen. Bis zu sechs Personen oder zwei Haushalte dürfen sich dann wieder im Freien treffen. Auch Sport-Einrichtungen im Freien wie Tennis- oder Golfplätze dürfen dann wieder öffnen.

Vom 12. April an sollen Läden, Museen, Büchereien wieder Besucher empfangen dürfen. Auch Pubs und Restaurants sollen dann wieder öffnen, wenn auch nur für den Betrieb in Außenbereichen.

Frühestens am 17. Mai sollen auch wieder Kinobesuche und Hotelübernachtungen möglich sein, sowie Vereinssport in Innenräumen. Bis zu 30 Menschen dürfen sich wieder zu Hochzeiten oder anderen wichtigen Veranstaltungen treffen. Eventuell könnten auch internationale Reisen wieder erlaubt werden. Bis zu 10 000 Menschen könnten beispielsweise in Fußballstadien zusammenkommen.

Die Infektionszahlen in Großbritannien sind in den vergangenen Wochen dramatisch gesunken. Gleichzeitig wurden in dem Land bereits mehr als 17,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft.

Frühlingswetter und Corona: Städte wollen vermehrt kontrollieren

Der Deutsche Städtetag hat angesichts des frühlingshaften Wetters verstärkte Kontrollen der Corona-Regeln angekündigt. „Wir sehen aktuell, dass die Infektionszahlen wieder steigen, und müssen sehr vorsichtig sein. Wenn wir leichtsinnig werden, verspielen wir die Erfolge der vergangenen Wochen“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, der „Rheinischen Post“ (Dienstag). „Wo es nötig ist, werden die Städte daher vermehrt beliebte öffentliche Plätze kontrollieren.“

Klar sei aber, dass nicht an jeder Ecke Mitarbeiter der Städte stehen könnten, schränkte Dedy ein. Er appellierte daher an die Bürger, sich weiter an Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten. „Die Menschen müssen verantwortlich handeln, dann können wir trotz Corona alle das gute Wetter genießen.“

Am Wochenende musste die Polizei mancherorts einschreiten, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu wahren. In Bayern etwa wurde wegen des großen Andrangs bei sonnigem Wetter die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf gesperrt. Viele Menschen hatten laut Polizei dort am Samstag keine Masken getragen und keinen Abstand gehalten. Im Ostseebad Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern wurden Kontrollstellen eingerichtet und Tagesausflügler abgewiesen. Und in Niedersachsen musste die Polizei Hannover am Steinhuder Meer oder dem Maschsee nach Verstößen mehrfach einschreiten.

Nach dem frühlingshaften Wochenende beschert das Hoch „Ilonka“ den Menschen in Deutschland auch in den kommenden Tagen reichlich Sonne. Die Temperaturen bleiben vielerorts sehr milde mit Höchstwerten von 15 bis 20 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag mitteilte.

Bundestagswahl wird wegen Corona voraussichtlich so teuer wie nie

Wegen der Corona-Krise könnte die Bundestagswahl so teuer werden wie noch nie. Das Bundesinnenministerium veranschlage für die Wahl am 26. September Kosten von insgesamt 107 Millionen Euro, berichtete die „Saarbrücker Zeitung“ (Montag). Als einen der Gründe nannte das Ministerium, dass wegen der Pandemie deutlich mehr Briefwähler erwartet werden. Damit lägen die Kosten erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik über der Marke von 100 Millionen. Die Wahl 2017 schlug mit 92 Millionen Euro zu Buche.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte der Zeitung, man rechne mit einem erhöhten Anteil von Briefwählern, denn es sei nicht auszuschließen, dass die Wahl „noch unter Beeinträchtigungen durch die Covid-19-Pandemie“ stattfinden werde. Mehr Briefwähler bedeuteten zugleich höhere Kosten, da der Bund die kostenlose Beförderung von Wahlbriefen finanziere. Auch die Versendung der Wahlbenachrichtigungen sei teurer geworden.

„Nach geltender Rechtslage muss es Wahllokale geben“, hielt Ministeriumssprecher Steve Alter am Montag fest. Sollte eine Bundestagswahl - etwa wegen einer Pandemie - ausschließlich als Briefwahl geplant werden, müsste dafür erst eine entsprechende gesetzliche Regelung geschaffen werden. Im Bundesinnenministerium sei zu solchen Bestrebungen im Moment jedoch nichts bekannt.

Vor vier Jahren lag der Anteil der Briefwähler bundesweit bei 28,6 Prozent. Dieses Mal wird erwartet, dass ein deutlich höherer Anteil der Wähler auf den Gang ins Wahllokal verzichtet und lieber aus der Ferne die Stimme abgibt. Ein Sprecher des Bundeswahlleiters sagte der Zeitung, wegen Corona könnten auch zusätzliche Wahlhelfer fällig werden. Das würde dann zu Mehrausgaben bei den sogenannten Erfrischungsgeldern führen. Wer im Wahllokal mitarbeitet, bekommt zwischen 25 und 35 Euro.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden am 26. September im Bundesgebiet etwa 60,4 Millionen Deutsche wahlberechtigt sein. Darunter sind etwa 2,8 Millionen, die zum ersten Mal ihre Stimme abgeben können. Das Grundgesetz sieht vor, dass der Bundestag alle vier Jahre gewählt wird. Die Hälfte der Kosten der Wahl wird den Ländern vom Bund erstattet.

Weiterer Todesfall in Friesland

Der Landkreis Friesland meldet im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion einen weiteren Todesfall. Damit sind in Friesland seit der Pandemie 30 Menschen nach einer Infektion gestorben.

Bundesregierung spricht mit Frankreich über neue Grenz-Regelung

Die Regeln für den grenzüberschreitenden Verkehr mit Frankreich könnten möglicherweise demnächst aus Infektionsschutzgründen geändert werden. Ob es dann eine verschärfte Test-Pflicht geben könnte oder auch stationäre Kontrollen wie derzeit an den Grenzen zu Österreich und Tschechien, war am Montag aber noch offen.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, Deutschland und Frankreich würden zu diesen Fragen „sehr zeitnah Beratungen aufnehmen“. Ziel sei es, hier auch unter Beteiligung der grenznahen Bundesländer „zu kooperativen Lösungen zu kommen“. Im französischen Département Moselle an der deutschen Grenze hatten sich zuletzt die südafrikanische und die brasilianische Corona-Variante massiv ausgebreitet - diese Situation hat Deutschland alarmiert.

Beamte der Bundespolizei und der bayerischen Grenzpolizei kontrollieren seit dem 14. Februar wegen der Corona-Situation an der Grenze zu Tschechien und Tirol den Verkehr - und verwehren allen die Einreise, die nicht unter Ausnahmeregelungen fallen. Diese zunächst für zehn Tage angeordneten Kontrollen laufen, wenn sie bis dahin nicht verlängert werden, Dienstagnacht aus. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist nach Angaben eines Sprechers der Meinung, „dass aus seiner Sicht eine Verlängerung angezeigt ist“.

Regierung besorgt über Corona-Anstieg – „Gute Entwicklung ist vorbei“

Wegen der Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Variante in Deutschland hat die Bundesregierung Hoffnungen auf weitere rasche Lockdown-Öffnungen gedämpft. Der Anteil der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante betrage 20 bis 25 Prozent, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Man muss sicher davon ausgehen, dass dieser Anteil noch weiter zunimmt“, sagte Seibert. Dies sei bei vorsichtigen Öffnungsschritten zu berücksichtigen. „Natürlich ist es auch durch das Vordringen der Mutationen viel komplizierter geworden.“

Seibert betonte: „Die gute Entwicklung, die uns über längere Zeit täglich sinkende Infektionszahlen beschert hat, ist im Moment vorbei. Die Zahlen steigen wieder. Der Anteil der gefährlicheren, weil deutlich ansteckenderen Virusmutationen wächst.“

Seibert mahnte zu Geduld. Bereits durch die Teilöffnungen der Schulen in den meisten Bundesländern an diesem Montag gebe es „ein erhebliches Mehr an Kontakten und damit auch an Übertragungsrisiken“. Niemand wolle Öffnungen wieder zurücknehmen. „Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchhalten.“ Wichtig sei es nun aber, zunächst ganz genau zu schauen, in welchem Umfang die Schulöffnungen Veränderungen im Infektionsgeschehen mit sich bringen.

Am 3. März wollen Bund und Länder erneut über die Lage beraten. Ab dem 7. März sollen Geschäfte dort wieder öffnen können, wo es regional drei Tage lang nicht über 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und sieben Tagen gibt. Am Montag stieg diese Sieben-Tage-Inzidenz von 60,2 auf 61,0.

Söder sieht wachsende Gefahr einer dritten Corona-Welle

CSU-Chef Markus Söder sieht die wachsende Gefahr einer dritten Corona-Welle in Deutschland. Wenn die als deutlich ansteckender geltende britsche Virusvariante die dominante werde, dann werde es immer schwieriger, die richtige Balance zu bekommen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Seit Jahresbeginn habe sich der Anteil der nachgewiesenen britischen Virusmutationen im Freistaat von 5 auf 28 Prozent erhöht. Noch vor einer Woche habe der Anteil bei 20 Prozent gelegen.

Die Pandemie sei in einer sehr sensiblen und schwierige Phase angekommen, zwischen Hoffnungen auf Lockerungen und Sorgen vor den Mutationen. Die Wirkung der bisherigen Maßnahmen zum Infektionsschutz ließen nach. „Es stagniert und in einigen Bundesländern steigt die Inzidenz wieder an“, sagte Söder. Es bestehe daher die Gefahr, dass Deutschland in drei bis vier Wochen vor ähnlichen Herausforderungen stehe wie im vergangenen Dezember.

Die Politik dürfe aber nicht die Nerven verlieren, sagte Söder weiter. Es brauche eine Mischung aus Souveränität und Offenheit, eine neue Balance und einen deutlichen Ausbau bei den Impfungen. „Sonst kommt die dritte Welle unvermeidlich.“

Ein neuer Corona-Todesfall und zwei Neuinfektionen mit Virusmutation in Wilhelmshaven

Die Stadt Wilhelmshaven meldete heute den 38. Todesfall im Zusammenhang mit einer Coronainfektion. Bei zwei weiteren Fällen wurde die B1.1.7-Mutation nachgewiesen. Somit wurden bis heute acht Fälle der sogenannten UK-Variante in Wilhelmshaven nachgewiesen.

Kassenärzte wollen auch Biontech-Impfstoff in Praxen einsetzen

Die Kassenärzte wollen auch den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in ihren Praxen verabreichen, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist. Erste Daten hätten gezeigt, dass Transport und Lagerung des Präparats auch bei deutlich höheren Temperaturen möglich sei. „Das wiederum ist die Voraussetzung, um in den Praxen zu impfen. Das heißt, auch Biontech sehen wir als Impfstoff in den Praxen“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Montag im Deutschlandfunk. (Quelle: dpa)

Grundschulen und Kitas öffnen in mehr Ländern

Nach rund zweimonatiger Schließung und Notbetreuung öffnen an diesem Montag in weiteren zehn Bundesländern wieder Kindertagesstätten und Grundschulen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek unterstützt das: „Es ist gut, dass viele Schulen in Deutschland jetzt schrittweise wieder mit dem Präsenzunterricht beginnen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Präsenzunterricht sei durch nichts zu ersetzen. „Kinder, besonders jüngere, brauchen einander.“ Angesichts steigender Infektionszahlen rief die CDU-Politikerin aber dazu auf, „alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Prävention einer Virenübertragung zu ergreifen“, um den Schulbetrieb auch in den nächsten Wochen aufrecht erhalten zu können. Die jüngste Entwicklung der Infektionszahlen verdiene höchste Aufmerksamkeit, sagte Karliczek und verwies auch auf die befürchtete Ausbreitung neuer Virusvarianten. „Das muss auch beim Schulbetrieb bedacht werden. Ich bin mir aber sicher, dass die Länder dies bei ihren Öffnungsentscheidungen berücksichtigen.“ (Quelle: dpa)

Corona-Beschränkungen in Neuseeland enden

In Neuseelands größter Stadt Auckland enden die kürzlich wieder eingeführten Corona-Einschränkungen. Der Lockdown solle um Mitternacht Ortszeit (Montag 12.00 MEZ) aufgehoben werden, teilte Premierministerin Jacinda Ardern am Montag mit. Wegen drei Neuinfektionen war in Auckland ein dreitägiger Lockdown verhängt worden. Außerdem hatte Ardern eine landesweite Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz angeordnet.

Wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen ist Neuseeland bislang gut durch die Pandemie gekommen. In dem Inselstaat im Südpazifik mit knapp fünf Millionen Einwohnern gab es nur 2001 Fälle und 26 Tote. Am Montag wurde ein neuer Fall gemeldet. Der Patient sei seit Freitag in Quarantäne, teilte das Gesundheitsministerium mit. In der vorigen Wochen begannen in Neuseeland die Impfungen. (Quelle: dpa)

RKI registriert 4369 Corona-Neuinfektionen und 62 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4369 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 62 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4426 Neuinfektionen und 116 neue Todesfälle verzeichnet.

Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 61,0 - und damit höher als am Vortag (60,2). Vor vier Wochen, am 25. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 111,2 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. (Quelle: dpa)

+++ Ticker von Sonntag, 21. Februar +++

Friseur versteigert ersten Termin nach Lockdown für 422 Euro

Ein Friseur in Bayreuth hat den ersten Termin nach dem Lockdown für 422 Euro zu einem guten Zweck versteigert. Ein 43 Jahre alter Handwerker und Mitglied einer Hilfsorganisation, die sich für Kinder einsetzt und an die das Geld auch gehen soll, habe den Termin am 1. März auf der Plattform eBay ersteigert, sagte der Friseur Andreas Nuissl am Sonntag.

Zusätzlich zu den 422 Euro seien von Kunden und Freunden bisher 1310 Euro als Spenden zusammen gekommen. „Ich denke, dass in den nächsten drei Wochen, besonders wenn wir ab dem 1. März wieder geöffnet haben, noch zusätzliche Spenden kommen“, sagte Nuissl. Das Geld soll der Tafel Bayreuth und dem Kinderprojekt Round Table 98 Bayreuth am 15. März übergeben werden. Friseurgeschäfte sind seit dem Lockdown vom 16. Dezember geschlossen. Das Verbot wurde nach einem Bund-Länder-Gipfel zum 1. März aufgehoben.

Italien vor Entscheidung über neue Corona-Regeln

Italien wartet auf die Entscheidung der neuen Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. An diesem Montag ist ein Treffen des Kabinetts geplant, in dem es auch um das Corona-Dekret gehen soll, wie die Regierung am Samstagabend mitteilte. Die italienischen Medien spekulieren, dass Draghi stärker unterscheiden will, wie viel Risiko tatsächlich von Bars, Restaurants, Museen, Kinos und Fitnessstudios ausgeht.

Außerdem will der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank als neuer Regierungschef das Parlament und die Regionen stärker in Entscheidungen einbeziehen, wie die Zeitung „La Repubblica“ am Sonntag schrieb. Damit soll auch verhindert werden, dass betroffene Unternehmer erst kurzfristig von Schließungen erfahren - wie unlängst die Betreiber von Skiliften einen Tag vor einer geplanten Öffnung.

Italien will weiter auf sein System aus drei Corona-Zonen setzen, wie die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete. Das Reiseverbot zwischen den Regionen mit Ausnahmen für Arbeit oder in begründeten Notfällen dürfte demnach bestehen bleiben. Im Raum steht auch, in einzelnen Regionen besonders strenge Regeln zu erlassen - etwa in der mittelitalienischen Provinz Perugia, wo die brasilianische Variante des Virus kursiert.

Polizei beendet Treffen mit 70 Menschen auf Parkplatz

Auf einem Parkplatz in Weingarten (Baden-Württemberg) haben sich etwa 70 Menschen getroffen und so für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Die Gruppe verstieß gegen die Corona-Verordnung, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. So sei etwa der Mindestabstand nicht eingehalten worden. Als die Beamten die Menschen im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren aufforderten, den Parkplatz zu verlassen, weigerten sie sich zunächst. Insgesamt waren demnach am Samstagabend 18 Polizisten im Einsatz. Das Treffen mit mindestens 35 Autos ist einem Sprecher zufolge nicht der Tuning-Szene zuzuordnen. Wie viele Menschen angezeigt werden, war zunächst unklar.

Erneuter Gehaltsverzicht beim VfB Stuttgart

Spieler und Mitarbeiter des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart verzichten aufgrund der finanziellen Einbußen durch die Coronakrise erneut auf Teile ihres Gehalts. „Der Gehaltsverzicht gilt rückwirkend ab Januar. Die Jungs helfen uns für volle sechs Monate“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat am Sonntag. „Wir haben die Jungs gefragt sowie alle Mitarbeiter, weil wir nicht mehr mit kalkulierten Zuschauerzahlen rechnen können. Und alle Spieler haben geholfen - genauso wie alle Mitarbeiter.“ Die Gespräche hätten nicht lange gedauert, ergänzte der 48-Jährige. „Für uns als Club sind die Zuschauereinnahmen eine wichtige Einnahmequelle, die uns wegbricht.“

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie hatten Profis und Clubführung ab Ende März 2020 auf teilweise bis zu rund 20 ihres Gehalts verzichtet.

RKI registriert 7676 Corona-Neuinfektionen und 145 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7676 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards vom Sonntag um 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI innerhalb eines Tages 6114 Neuinfektionen und 218 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden. Er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 60,2 - und damit höher als am Vortag (57,8). Der bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 2 386 559 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 21.02., 03.10 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67 841.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an (Vortag 1,01). Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

Mehr Insolvenzen und Betriebsschließungen erwartet

Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, hat vor den Auswirkungen einer möglichen Verlängerung des Corona-Lockdowns gewarnt. „Wäre eine weitere Verlängerung des Lockdowns aus epidemiologischer Sicht notwendig, würde dies die wirtschaftliche Erholung verzögern“, sagte der Leiter des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag).

Fitzenberger verwies auf eine neue Betriebsbefragung seines Instituts, wonach „knapp ein Viertel der Betriebe angeben, dass ihre liquiden Mittel nur noch bis zu vier Wochen reichen“. Bei einem weiteren Viertel der Betriebe reichten sie nur für zwei Monate. „Umso wichtiger ist, dass sie nicht im Regen stehen müssen und die staatlichen Hilfen auch vor Ort ankommen und greifen.“Zwar erwarte er keine Pleitewelle, doch könnte es im Laufe des Jahres zu einer Zunahme von Insolvenzen und Betriebsschließungen kommen.

Rummenigge verteidigt Impf-Aussagen: „Wollen uns nicht vordrängeln“

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat Vorwürfe, der Fußball beanspruche in der Corona-Pandemie eine Sonderrolle, zurückgewiesen. „Wir sind überhaupt nicht arrogant, wir verlangen überhaupt keine Sonderrolle“, sagte der Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters am Samstag im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. „Der Fußball hat nach wie vor Demut.“ Aber auch der Profi-Fußball, der seinen Spielbetrieb derzeit ohne Zuschauer fortsetzen darf, sei von der Pandemie betroffen. „Wir sind alle in unserem Land angespannt“, sagte Rummenigge. „Es ist nicht so einfach, auch für den Fußball.“

Seine Aussagen zum Impfen seien in Teilen missverstanden worden. „Wir wollen uns in keinster Weise vordrängeln“, sagte Rummenigge zu der Debatte über eine mögliche Bevorzugung von Profisportlern beim Impfen, die nach seinen Aussagen entstanden war. Rummenigge hatte bei Sport1 angeregt, dass Fußball-Profis als Impfvorbilder in der Bevölkerung dienen könnten. Diese gelte selbstverständlich nur dann, „wenn es genügend Impfstoff gibt“, sagte Rummenigge nun.

Die Reisen der Clubs im Europapokal verteidigte Rummenigge. „Man darf dem deutschen Fußball da keinen Vorwurf machen. Das sind keine Entscheidungen der Clubs, das ist eine Entscheidung der UEFA“, sagte er mit Blick auf die Europäische Fußball-Union. „Die Alternative wäre, nicht mehr an der Champions League teilzunehmen.“ Zuletzt hatte RB Leipzig wegen Reisebeschränkungen sein Achtelfinale gegen den FC Liverpool in Budapest bestritten. Dies sei „diskussionswürdig, weil man den Eindruck bekommt, der Fußball hat eine Sonderrolle“.

Großer Andrang in polnischem Skigebiet - trotz Corona-Pandemie

Trotz der Corona-Krise waren am Wochenende wieder viele Menschen auf den Skipisten rund um den polnischen Wintersportort Zakopane unterwegs. „Ganz Polen kommt hierher nach Zakopane, und leider müssen wir erleben, dass eine große Gruppe unter den Besuchern sich nicht an die Corona-Maßnahmen hält“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag nach Angaben der Agentur PAP. Man habe seit Freitagnachmittag mehr als hundert Bußgelder verhängt. Aus dem 85 Kilometer entfernten Krakau (Krakow) trafen 50 zusätzliche Polizisten als Verstärkung ein.

Zakopane ist ein beliebter Ferienort am Fuße des Tatra-Gebirges. Vor einer Woche war es dort zu Party-Exzessen auf der Einkaufs- und Vergnügungsmeile Krupowki gekommen. Anders als in den Nachbarländern Slowakei und Tschechien laufen in Polen die Skilifte wieder. Die Hotels dürfen mit halber Kapazität öffnen.

Am Samstag meldete das Gesundheitsministerium in Warschau 8510 bestätigte Corona-Neuinfektionen, davon 493 in der Woidwodschaft Kleinpolen, zu der Zakopane gehört. Seit Beginn der Pandemie gab es landesweit mehr als 1,6 Millionen nachgewiesene Infektionen und 42 077 Todesfälle. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Die deutsche Bundesregierung hatte das Nachbarland zum Risikogebiet erklärt.

Polizei beendet Kindergeburtstag mit 20 Feiernden

Eine Feier zum zehnten Geburtstag eines Jungen mit 20 Anwesenden hat die Polizei in Heidelberg beendet. Nachbarn hätten die Beamten am späten Freitagabend wegen Ruhestörung verständigt, teilte die Polizei am Samstag mit. Als die Beamten kamen, seien in der Zwei-Zimmer-Wohnung und im Innenhof des Anwesens trotz Corona-Pandemie insgesamt 20 Menschen gewesen, darunter acht Kinder. Den Wohnungsinhaber - der Vater des Geburtstagskindes - und die Gäste erwarten nun Anzeigen. „Auch wenn die Ausgangsbeschränkungen mittlerweile gelockert bzw. aufgehoben wurden, haben die Kontaktbeschränkungen für private Treffen im öffentlichen oder im privaten Raum nach wie vor Gültigkeit“, mahnte die Polizei.

Corona-Zahlen steigen - Frühere Impfung für Lehrer und Erzieher

In Deutschland deutet sich eine erneute Verschärfung der Corona-Pandemie an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag 9164 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das waren 810 mehr als am Samstag der Vorwoche. Zudem stieg der sogenannte R-Wert - eine weitere wichtige Kennzahl. Vor dem Hintergrund anstehender Schul- und Kita-Öffnungen in mehreren Bundesländern am Montag verdichten sich unterdessen die Anzeichen, dass das Personal bei der Corona-Impfung früher an die Reihe kommen könnte und die Impfverordnung entsprechend geändert wird.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an. Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

Hier wird immer wahrscheinlicher, dass Kita- und Grundschulbeschäftigte in der Reihenfolge nach vorne rücken. Es sei gesellschaftlich sehr wichtig, dass Kitas und Grundschulen wieder öffnen könnten, sagte Spahn. Am Montag beginnt in zehn Bundesländern in vielen Einrichtungen wieder Präsenzunterricht und die Kitas nehmen mehr Kinder auf. Weil dort aber Abstand nicht möglich sei, wolle man die Beschäftigten zügig in die nächsthöhere Gruppe zwei nehmen und früher ein Impfangebot möglich machen, sagte Spahn.

Großbritannien zählt mehr als 120 000 Corona-Tote

In Großbritannien sind mittlerweile mehr als 120 000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Das geht aus den offiziellen Zahlen der Regierung von Samstag hervor. Die Zahl bildet jene Toten ab, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf das Virus getestet worden sind. Schaut man auf die - weniger regelmäßig aktualisierte - Zahl jener Menschen mit Covid-19 auf dem Totenschein, waren es bereits am 5. Februar schon fast 130 000 Todesfälle. Damit gehört das Vereinigte Königreich zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern Europas.

Immerhin kommt das Land bei den Impfungen weiter schnell voran: Mittlerweile haben mehr als 17 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfdosis erhalten, das ist fast jeder dritte Erwachsene.

+++ Ticker von Samstag 20. Februar +++

Italien gedenkt Ärzten und Pflegekräften

Ein Jahr nach dem Bekanntwerden erster Corona-Fälle in der norditalienischen Lombardei haben Politiker und Verbände dem Gesundheitspersonal einen Tag gewidmet. Seit sich das Coronavirus ausgebreitet habe, hätten sie sich der weitreichenden Bedrohung als gewachsen erwiesen, teilte Italiens Staatschef Sergio Mattarella am Samstag in Rom mit. Sehr viele Mitarbeiter hätten sich mit dem Virus infiziert und unter den Ärzten und dem Pflegepersonal seien ihm zu viele zum Opfer gefallen. „Dieser Tag ist vor allem ihnen gewidmet“, sagte der 76-Jährige.

In das nationale Gesundheitssystem zu investieren, sei der beste Weg, um allen zu danken, die sich jeden Tag um uns kümmern, schrieb Gesundheitsminister Roberto Speranza in einem Post auf Facebook. Papst Franziskus gedachte der Ärzte und Krankenpfleger in einem Brief an den Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben. „Das Beispiel so vieler Brüder und Schwestern, die im Einsatz gegen Corona ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, ruft uns zu tiefer Dankbarkeit auf“, schrieb er darin, wie das Medienportal „Vatican News“ berichtete.

Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Bislang starben mehr als 95 200 Menschen mit dem Virus. Die Behörden verzeichneten mehr als 2,780 Millionen Infektionen. In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern stagnierte der Corona-Trend in den vergangenen Wochen. Die täglichen Infektions- und Totenzahlen blieben auf einem ähnlichen Niveau.

Experten des Gesundheitsministeriums hatten am Freitag gesagt, dass ihnen die zirkulierenden Corona-Varianten Sorgen bereiten. Punktuell wurden bereits Lockdowns für einige Städte oder Provinzen verhängt, wie etwa im mittelitalienischen Perugia, wo sich die brasilianische Variante ausgebreitet hat.

Brasilianische Corona-Variante erstmals in Schweden nachgewiesen

In Schweden ist erstmals die in Brasilien entdeckte Variante des Coronavirus nachgewiesen geworden. Vier Menschen seien positiv auf die als ansteckender geltende Mutation getestet worden, teilte der Regionalrat von Gävleborg am Samstag mit. Den Betroffenen gehe es gut, sie benötigten keine medizinische Versorgung. Keiner von ihnen hatte sich demnach zuvor in Brasilien aufgehalten. Die Behörden versuchten nun, ihre Kontakte zu ermitteln. Zuvor waren bereits die Varianten aus Großbritannien und Südafrika im Land nachgewiesen worden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Dienstag hat sich die zunächst in Brasilien entdeckte Variante bereits auf 21 Länder ausgebreitet. Schweden verlangt seit Kurzem von ausländischen Einreisenden einen negativen Coronavirus-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. In dem nordeuropäischen Land mit rund zehn Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 631 000 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Rund 12 600 Menschen sind bisher in Verbindung mit einer Infektion gestorben.

Scholz verlangt Öffnungskonzept für nächstes Bund-Länder-Treffen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat für das nächste Corona-Treffen von Bund und Ländern einen Rahmenplan für weitere Lockerungen der Pandemie-Regeln verlangt. „Zur nächsten Konferenz der Bundesregierung mit den Ländern sollte es schon ein Konzept geben“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem „Mannheimer Morgen“ (Samstag). Dabei müsse „jeder Öffnungsschritt einzeln betrachtet werden“, zunächst bei Kultureinrichtungen wie Museen und dann bei Geschäften. Die nächste Online-Runde von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der 16 Bundesländer soll am 3. März stattfinden.

Zugleich mahnte Scholz aber auch: „Wir dürfen nicht leichtsinnig werden.“ Voraussetzung für jegliche weitere Öffnungsschritte sei, dass die Infektionszahlen dies zuließen. Wichtig sei auch, dass Beschlüsse klar und transparent kommuniziert würden. Wo es Probleme gebe, müsse man die Gründe sehr genau beschreiben.

„Ich habe großes Verständnis für die Frage von Bürgerinnen und Bürgern danach, wann das alles vorbei ist“, sagte der SPD-Politiker. „Deshalb ist es gut, dass wir jetzt erste Öffnungsschritte gehen, beginnend bei den Kitas und Grundschulen.“ Scholz fügte hinzu: „Aber wir müssen unser Handeln am Inzidenzgeschehen ausrichten. Das Virus ist eine Realität, mit der wir uns auseinandersetzen müssen wie mit einer Flutkatastrophe oder einem Vulkanausbruch.“

Merkel: Digitalisierung in Krise als Rückenwind sehen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt auf einen Schub in der Digitalisierung durch die Corona-Krise. In ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videopodcast verwies sie auf den Digitalunterricht für Kinder und Jugendliche, das Studium „in virtuellen Hörsälen“ und Videokonferenzen im Berufsalltag. „Das alles ist aus der Krise dieser Pandemie geboren, aber wir können es auch als Rückenwind sehen. Rückenwind, den wir nutzen wollen, um der digitalen Bildung in Deutschland einen kräftigen Schub zu verleihen“.

Der Alltag habe sich in der Pandemie gravierend verändert, das betreffe jeden, sagte Merkel und nannte die Kontaktbeschränkungen, Sorgen um die Gesundheit, die eingeschränkte Freiheit und den Verzicht auf Reisen. „Wir werden das alles eines Tages hinter uns lassen, davon bin ich überzeugt. Eins wird aber sicher bleiben: Unser Leben ist digitaler geworden.“

Am Montag will Merkel gemeinsam mit Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei einer Online-Diskussion mit Experten aus den Ländern, dem Bildungsbereich und der Wirtschaft über das Thema sprechen.

Covid in London: Krankenwagen warteten deutlich länger vor Kliniken

In London hat sich die Wartezeit von Krankenwagen vor überfüllten Krankenhäusern auf der Höhe der zweiten Corona-Welle massiv erhöht. Das Personal muss Wartezeiten vor den Krankenhäusern melden, wenn diese eine halbe Stunde übersteigen. In London kamen in den zwei Wochen über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage insgesamt 4164 gewartete Stunden zusammen, wie aus einer BBC-Recherche hervorgeht. Damit verlängerte sich die Wartezeit gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um rund 63 Prozent. Der Londoner Krankenwagen-Service bezeichnete den vergangenen Dezember als den Monat mit der höchsten Belastung jemals.

Betroffene berichteten der BBC von Einzelfällen, in denen selbst Schlaganfall-Patienten mehr als drei Stunden warten mussten, bis überhaupt ein Krankenwagen kam, um sie zuhause abzuholen - in manchen Fällen war dies für eine Rettung jedoch zu spät.

Russland gibt dritten Corona-Impfstoff frei

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Russland einen dritten Impfstoff freigegeben. Die ersten 120 000 Dosen des Vakzins KoviVac sollten bereits im nächsten Monat ausgeliefert werden, sagte Ministerpräsident Michail Mischustin am Samstag in Moskau. „Russland ist heute das einzige Land, das bereits drei Impfstoffe hat.“

Der Wirkstoff wurde am Tschumakow-Forschungszentrum für immunobiologische Präparate der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Bis Jahresende sollen demnach 20 Millionen Dosen produziert werden. Umfangreiche klinische Studien liegen dazu aber noch nicht vor.

Russland hatte Mitte August mit Sputnik V den weltweit ersten Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - obwohl zu diesem Zeitpunkt noch wichtige Tests fehlten. Der Wirkstoff ist mittlerweile in rund 30 Ländern registriert. In Russland haben aber erst mehr als 2,2 Millionen Menschen mindestens eine von zwei notwendigen Injektionen bekommen. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung des riesigen Landes.

Lahm zu Fußball-EM nur in Deutschland: „Absolut kein Szenario“

Philipp Lahm glaubt weiter an die Fußball-Europameisterschaft in zwölf Ländern. „Es war und bleibt eine gute Idee“, sagte Lahm im Interview des „RedaktionsNetzwerks Deutschland“ (Samstag). „Wenn die Planungen wegen der Corona-Pandemie angepasst werden müssen, liegen diese Entscheidungen nicht mehr bei der UEFA, sondern eine Ebene darüber: bei der Politik. Aber aktuell ist es immer noch so, dass die EM in zwölf Städten stattfinden wird.“ Lahm ist bei der DFB Euro GmbH als Geschäftsführer tätig.

Nach aktueller Planung soll die EM am 11. Juni in Rom angepfiffen werden. In London sollen Halbfinals und Endspiel (11. Juli) ausgetragen werden. In München sind die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich (15. Juni), Titelverteidiger Portugal (19. Juni) und Co-Gastgeber Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) angesetzt.

Dass Deutschland alleiniger Austragungsort der EM wird, schließt Lahm aus. „Das ist aktuell absolut kein Szenario, das kann ich ganz klar sagen“, betonte der Weltmeister von 2014. „Was in den kommenden Monaten passieren wird, kann natürlich niemand vorhersagen, aber momentan steht überhaupt nicht zur Debatte, dass das Turnier ausschließlich in Deutschland stattfindet.“

9164 Corona-Neuinfektionen und 490 neue Todesfälle gemeldet

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 9164 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 490 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8354 neue Fälle und 551 neue Todesfälle registriert. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 57,8 - und damit etwas höher als am Vortag (56,8). Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Vor vier Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 119,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 2 378 883 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67 696.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,01 (Vortag 0,94). Der Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Giffey: Können Kinder nicht noch viel länger zuhause lassen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die am Montag in vielen Bundesländern geplanten Öffnungen von Kitas und Grundschulen verteidigt. „Man kann die Kinder nicht noch viel länger zuhause lassen, weil sonst der Kinderschutz und das Kindeswohl in Gefahr sind“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie wies auf Probleme wie Vereinsamung, Bewegungsmangel und entstehende „Bildungs- und Bindungslücken“ hin. Zudem seien viele Eltern am Ende. „Die Belastungsgrenze ist erreicht.“

Gleichzeitig betonte Giffey, dass die Öffnungen „verantwortungsvoll“ erfolgen müssten, mit Einhaltung von Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen für das Personal. „Dass wir dabei das Infektionsgeschehen weiter im Blick haben müssen, ist selbstverständlich. Es geht jetzt um Öffnungsschritte mit Sicherheit.“

Die Familienministerin sprach sich in dem Zusammenhang erneut für zweimalige Corona-Schnelltests pro Woche bei Kita- und Grundschulbeschäftigten aus, solange diese noch keine Impfung erhalten können. „Wenn wir sagen, wir testen zweimal pro Woche, erhöht das enorm die Sicherheit, verbessert die Prävention und hilft bei der Unterbrechung von Infektionsketten“, sagte Giffey.

In zehn weiteren Bundesländern öffnen an diesem Montag nach rund zwei Monaten wieder Kitas und Schulen. Der Betrieb wird stufenweise beginnend mit den Grundschulen wieder aufgenommen. Entweder im sogenannten Wechselbetrieb mit halben Klassen, die abwechselnd zur Schule kommen oder mit voller Anwesenheit in festen Gruppen, die sich möglichst nicht begegnen sollen. Bei den Kitas dürfen je nach Bundesland alle oder mehr Kinder als bisher wieder in die Betreuung zurück.

Grünen-Experte warnt vor Impf-Stau bei wachsenden Lieferungen

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat nach dem schleppenden Start der Corona-Impfungen eine bessere Abstimmung zwischen Bund und Ländern angemahnt. „Bald werden wir sehr viel Impfstoff haben“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Arzt der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit laufe die Bundesregierung aber im Wettlauf mit den Virus-Mutationen sehenden Auges in das nächste Problem, nämlich einen Stau beim Verwenden der kommenden Lieferungen.

Gebraucht werde jetzt ein Mechanismus für eine schnellstmögliche Verimpfung, sagte Dahmen. Eine „Task Force zur Impfkoordinierung“ könnte die operativen Herausforderungen lösen. Bei der Kommunikation gebe es ebenfalls Mängel. „Die Bundesregierung hat die Aufgabe, die Impfstoffe gegen ungerechtfertigtes Misstrauen zu immunisieren.“ Im Fall des Mittels von Astrazeneca sei die Aufklärung über Sicherheit und Wirkung aber schlecht. Mit einem Industriebeauftragten allein werde die Bundesregierung die Probleme beim Impfen nicht lösen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte deutlich gemacht, dass mit Millionen weiteren Dosen mehr Geschwindigkeit in die Impfungen kommen soll. Daher seien jetzt Vorbereitungen nötig, um die Kapazitäten der regionalen Impfzentren in den Ländern in wenigen Wochen mindestens zu verdoppeln. Um einen stärkeren Ausbau der Impfstoffproduktion in Deutschland zu unterstützen, setzt die Bundesregierung außerdem einen Sonderbeauftragten ein.

Angst vor Mutationen wächst - Wichtige Corona-Kennziffer gestiegen

In Deutschland mehren sich die Hinweise auf eine mögliche neue Verschärfung der Corona-Pandemie. Nachdem die sogenannte Reproduktionszahl des Coronavirus über Wochen hinweg unter eins lag, hat sie nach Angaben des Robert Koch-Instituts diese wichtige Schwelle jetzt erstmals wieder überschritten.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Freitagabend mit 1,01 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Freitag erklärt, der Anteil der Virusvariante B 1.1.7., die nach konservativen Schätzungen 35 Prozent ansteckender ist, steige in Deutschland rasant an. „Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt. Der rückläufige Trend der letzten Wochen setzt sich offenbar nicht mehr fort“, sagte Wieler.

+++ Ticker von Freitag, 19. Februar +++

Pfizer/Biontech: Impfstoff auch bei höheren Temperaturen stabil

Der Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer kann neuen Herstellerinformationen zufolge doch auch bei höheren Temperaturen gelagert werden. Der Impfstoff bleibe neuen Untersuchungen zufolge auch zwei Wochen lang bei minus 25 bis minus 15 Grad Celsius stabil, teilten die Unternehmen am Freitag mit.

Die neuen Daten seien bereits bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, um die Notfallzulassung entsprechend anzupassen. Bislang musste der Impfstoff den Vorgaben der Hersteller zufolge bei minus 80 bis minus 60 Grad gelagert werden, was die Logistik für das Impfen erschwert hatte.

Südafrikanische Corona-Variante in Polen bestätigt

In Polen ist nach Regierungsangaben die südafrikanische Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der erste Fall dieser Mutation in Polen sei in der Nähe der Stadt Suwalki im Osten des Landes gemeldet worden, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Freitag in Warschau. Der Anteil der ansteckenderen britischen Variante, den das Ministerium kürzlich mit 10 Prozent angab, weite sich aus und beschleunige die Ausbreitung der Pandemie, sagte Niedzielski.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag verzeichnete Polen 8777 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im selben Zeitraum starben 241 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

Da die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder ansteigt, erwägt die Regierung, die Bestimmungen zur Bedeckung von Mund und Nase zu verschärfen. Künftig wolle man Gesichtsvisiere, Schals und Halstücher für diesen Zweck nicht mehr zulassen, sagte Niedzielski.

Woidke dringt auf Corona-Impfung für Lehrer und Erzieher

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wirbt dafür, dass Lehrer und Erzieher schon vorzeitig eine Corona-Schutzimpfung erhalten. In einem Schreiben bat er Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um eine Prüfung, inwieweit diejenigen aus der dritten Gruppe der Impfreihenfolge bereits jetzt mit dem Präparat von Astrazeneca geimpft werden könnten.

„Dies würde auch eine schnellere Impfung von Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern ermöglichen“, heißt es in Woidkes Schreiben vom Donnerstag, das am Freitag vorlag. Außerdem halte er eine zeitnahe Zulassung von Impfungen durch Hausärzte für erforderlich. Dafür müsse die Impfverordnung geändert werden.

Nach der Corona-Impfverordnung von Spahn sind zuerst über 80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Pflegekräfte sowie medizinisches Personal mit erhöhtem Corona-Ansteckungsrisiko für einen Schutz an der Reihe. In Einzelfällen kann von der Reihenfolge abgewichen werden, damit kein Impfstoff vernichtet werden muss.

EU-Kommissarin ruft zu mehr Investitionen in Bildung auf

EU-Kommissarin Marija Gabriel hat zu mehr Investitionen in Bildung aufgerufen. Dies helfe auch, Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, sagte sie am Freitag nach einer Videokonferenz der europäischen Bildungsminister. Die EU-Kommission habe eine Expertengruppe eingerichtet, die die Regierungen der EU-Länder dabei unterstützen könne, EU-Gelder nachhaltig in diesem Sektor auszugeben. Portugals Bildungsminister und derzeitiger Vorsitzender des EU-Bildungsrates, Tiago Brandao Rodrigues, erklärte, dass der Austausch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Bildungseinrichtungen intensiviert worden sei.

Friesland hebt Maskenpflicht auf Straßen auf

Wie soeben in einer Pressekonferenz des Landkreises Friesland bekannt gegeben würde, wird die Allgemeinverfügung für Maskenpflicht auf Straßen und Plätzen aufgehoben. Sportstätten werden für Individualsport ab 1. März geöffnet. Mehr Infos gibt es hier.

G7-Gipfel: Milliardenzusagen für Kampf gegen Pandemie

Mit Milliardenzusagen für die globale Impfkampagne wollen die sieben großen Wirtschaftsmächte (G7) den Kampf gegen die Corona-Pandemie in armen Ländern vorantreiben.

Zum virtuellen G7-Gipfel am Freitag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Staats- und Regierungschefs der „Gruppe der Sieben“ sagte US-Präsident Joe Biden bis zu vier Milliarden US-Dollar zu. Die Bundesregierung stellt 1,5 Milliarden Euro bereit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kommen weitere 500 Millionen Euro für die Verteilung von Impfstoffen von der Europäischen Union.

„Covid hat uns gezeigt, dass keine Nation im Angesicht einer Pandemie alleine handeln kann“, teilte das Weiße Haus mit. Der neue US-Präsident Biden setze sich auch für weltweite Gesundheitssicherheit ein. „Alle Länder sollten in der Lage sein, Ausbrüche zu verhindern, zu erkennen und darauf zu reagieren.“ Zunächst stellen die USA zwei Milliarden Dollar für die Impfinitiative Covax bereit. Weitere zwei Milliarden werden über zwei Jahre freigegeben, wenn andere ihre Zusagen erfüllt haben.

Der Kampf gegen die Pandemie und die Verteilung von Impfstoffen waren das Hauptthema des Online-Gipfels der G7. Es ist das erste große internationale Treffen, an dem der neue US-Präsident teilnahm. Gastgeber ist der britische Premierminister Boris Johnson. Zu den G7 gehören auch Frankreich, Italien, Kanada und Japan. Im Anschluss stand die Sicherheitskonferenz in München auf dem Programm.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzte sich dafür ein, dass reiche Länder vier bis fünf Prozent ihrer Impfdosen möglichst schnell an ärmere Länder abgeben. Er habe dies mit Merkel besprochen, und sie unterstütze dies, sagte Emmanuel Macron der „Financial Times“. Eine solche Spende würde die Impfpläne der reicheren Länder nicht stören. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf begrüßte den Vorstoß: „Sehr willkommen, eine fantastische Entwicklung.“

Bundesregierung setzt Impfstoff-Beauftragten ein

Die Bundesregierung setzt einen Sonderbeauftragten ein, um einen stärkeren Ausbau der Impfstoffproduktion in Deutschland zu unterstützen. Diese koordinierende Aufgabe soll der Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Christoph Krupp, übernehmen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin bestätigte.

Angesiedelt werden solle die Funktion beim Wirtschaftsministerium. Zuerst berichtete das Magazin „Der Spiegel“ darüber. Demnach soll der neue Beauftragte vor allem Ansprechpartner für Hersteller sein und ihnen dabei helfen, ihre Produktion zu steigern.

Spahn rechnet mit Rückkehr zu regionalen Anti-Corona-Konzepten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet für die kommenden Wochen mit regional klar differenzierten Corona-Konzepten für mögliche Lockerungen oder notwendige Schutzauflagen. Bund und Länder seien in den vergangenen Monaten „eine Zeit lang im gemeinsamen Geleitzug“ durch die Pandemie gegangen, aber dies werde sich nun wieder weiter ausdifferenzieren, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Dies sei nun auch für die Akzeptanz wichtig.

Spahn betonte, dass es bereits jetzt Landkreise gebe, in denen die Zahl der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche bei unter zehn liege, anderswo sei die Inzidenz dagegen bei mehr als 200. Aus diesem Grund hätten Bund und Länder kürzlich auch nicht genauer definiert, ob Lockerungen etwa für den Einzelhandel an eine landesweite oder gar bundesweite Inzidenz von unter 35 gekoppelt werde.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), betonte, dass die Pandemie von Anfang an lokal bekämpft wurde und dies auch so bleiben werde. Schon jetzt zeigten die Zahlen aus einigen Landkreisen, dass die Inzidenz 35 erreichbar sei.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sprach sich für „kluge Lösungen“ aus, die sich sowohl an den lokalen Inzidenzwerten orientieren aber auch die Mobilität der Menschen einbeziehe, sowohl auf kommunaler Ebene als auch über Bundesländergrenzen hinaus.

753.000 Erstklässler von Einschränkungen des Schulbetriebs betroffen

Eine dreiviertel Million Kinder müssen im Corona-Schuljahr ihr erstes Schuljahr bewältigen. Wie aus vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts vom Freitag hervorgeht, besuchen derzeit 753 000 Kinder eine erste Klasse.

Die meisten Schulanfänger gibt es an Grundschulen, 3,2 Prozent der Kinder wurden an Förderschulen eingeschult, 2,5 Prozent an Integrierten Gesamtschulen und 0,9 Prozent an Freien Waldorfschulen. Insgesamt werden im laufenden Schuljahr nach vorläufigen Ergebnissen des Amtes rund 8,4 Millionen Kinder und Jugendliche, davon 2,8 Millionen Grundschüler, an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet.

„Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf haben besonders große Schwierigkeiten mit Homeschooling, Distanzunterricht oder Notbetreuung ohne qualifiziertes Lehrpersonal“, berichtete das Statistische Bundesamt. Im vergangenen Schuljahr 2019/2020 hatten mehr als 568 000 Schülerinnen und Schüler sonderpädagogischen Förderbedarf.

Gastgewerbe verliert im Corona-Jahr mehr als ein Drittel Umsatz

Die Corona-Krise hat Hoteliers und Wirte im vergangenen Jahr ein gutes Drittel ihres Umsatzes gekostet. Das Statistische Bundesamt bezifferte den Rückgang im Vergleich zu 2019 am Freitag auf 36,6 Prozent. Preisbereinigt (real) hätte der Rückgang sogar 39 Prozent betragen. Die Statistiker verschärften damit noch einmal ihre erste Schätzung aus dem Januar leicht um einen Prozentpunkt.

Besonders heftig hat der sogenannte harte Lockdown im Dezember die Betriebe getroffen. Im Vergleich zum November fiel der Umsatz noch einmal um mehr als 14 Prozent. Die ganze Dimension wird aber erst im Vergleich mit dem Vorjahresmonat deutlich: Im Dezember 2020 erlösten die Hotels, Gaststätten und Caterer 70,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zu unveränderten Preisen (real) betrug das Minus sogar 72,3 Prozent.

9113 Corona-Neuinfektionen und 508 neue Todesfälle gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9113 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 508 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Freitag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 56,8 - und damit geringfügig niedriger als am Vortag (57,1).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.369.719 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.02., 0.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67.206.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,94 (Vortag 0,85). Der Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Linksfraktion: Auch Bundesregierung sollte ihre Bezüge kürzen

Nicht nur die Bundestagsabgeordneten, sondern auch die Minister und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollten nach Ansicht der Linken wegen der Corona-Krise weniger verdienen. Es sei richtig, dass die Diäten der Abgeordneten sinken, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch der Deutschen Presse-Agentur. „Daran sollte sich die Bundesregierung orientieren und ihre Bezüge entsprechend kürzen“, forderte er.Anders als die Bezüge der Bundesminister sind die Diäten der Abgeordneten automatisch an die Lohnentwicklung gekoppelt. Sie müssen sich ab 1. Juli auf niedrigere Bezüge einstellen, weil die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr weniger verdient haben. Orientiert man sich an den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts zur Lohnentwicklung, müssten sie ab Jahresmitte rund 60,50 Euro weniger im Monat bekommen, also rund 10 022,97 Euro statt wie bisher 10 083,47 Euro.

Studie: Trotz Corona-Krise weniger Immobilien zwangsversteigert

Die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland ist trotz der Corona-Krise zurückgegangen. Nach Recherchen des Fachverlags Argetra wurden im vergangenen Jahr Verfahren für 14 853 Immobilien mit Verkehrswerten von gut 3,1 Milliarden Euro eröffnet. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 17 600 Häuser, Wohnungen oder Grundstücke mit einem Verkehrswert von mehr als 3,4 Milliarden Euro.

Die anhaltenden Niedrigzinsen, viele gestundete Kredite von Banken und das Kurzarbeitergeld hätten zahlreiche Zwangsversteigerungen in der Pandemie verhindert, schreiben die Argetra-Experten in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 2020 waren demnach im Bundesschnitt 36 von 100 000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen (Vorjahr: 42). Für die Auswertung hat Argetra die Termine für Zwangsversteigerungen an allen knapp 500 Amtsgerichten analysiert. Nur etwa die Hälfte der eröffneten Zwangsversteigerungsverfahren endet demnach aber im Gericht. Die anderen betroffenen Immobilien würden schon vorher verkauft.

Die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland nimmt seit Jahren ab. Als Gründe gelten die lange Zeit gute Konjunktur und die Niedrigzinsen, die die Zinslast von Krediten für Schuldner niedrig halten sowie die Nachfrage nach Immobilien antreiben.

In der Pandemie böten Banken Kreditnehmern an, Zahlungen zu stunden, anstatt Darlehen zu kündigen und Zwangsversteigerungen einzuleiten, sagte Argetra-Geschäftsführer Walter Ruesch. Auch seien viele Termine für Zwangsversteigerungen wegen Versammlungsverboten in der Pandemie abgesagt worden. Wegen des Konjunktureinbruchs sei wieder mit deutlich mehr Zwangsversteigerungen zu rechnen, meint er. „Die corona-bedingten Kündigungen von Krediten erwarten wir erst ab der zweiten Jahreshälfte 2021 und besonders 2022, da die Bearbeitungszeiten bei Banken und Gerichten sehr lang sind.“

Lakers-Profi Schröder steht auf Corona-Liste der NBA

Dennis Schröder ist kurzfristig auf die Corona-Liste der NBA gekommen und hat auf das Heimspiel seiner Los Angeles Lakers gegen die Brooklyn Nets verzichten müssen. Als Grund für den Ausfall von Deutschlands bestem Basketball-Profi nannten die Lakers am Donnerstagabend das Gesundheits- und Sicherheitsprotokoll der Liga, das wegen der Corona-Pandemie eingeführt worden war. Nicht einsatzfähig sind demnach Spieler, die entweder selbst positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, ein unklares Testergebnis bekommen haben oder als Kontaktperson eines positiv getesteten Menschen gelten. Nähere Angaben machten die Lakers nicht.

Schröders Club wurden von dem Ausfall offensichtlich überrascht. Noch beim Gespräch mit Journalisten vor der Partie gegen die Nets hatte Lakers-Trainer Frank Vogel seine Vorfreude auf das Duell zwischen Schröder und Nets-Profi Kyrie Irving zum Ausdruck gebracht. Schröder stand bis zum Donnerstag in allen 29 Saisonspielen der Lakers in der Startaufstellung. Er ist der einzige Lakers-Profi, der derzeit auf der Corona-Liste steht.