Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 3 473 503 (+21 953 zum Vortag) Infektionen und 84 126 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz für Deutschland beträgt 129,1 (Stand: 6. Mai).

Inzidenzwerte laut des niedersächsischen Landesgesundheitsamts: Aurich 45,3 | Friesland 42,6 | Wilhelmshaven 44,7 | Wittmund 42,2 (5. Mai)

Landkreis Wittmund

Aktuell Infizierte: 42 (-2 neue Fälle)

Insgesamt: 1.158 (1.084 genesen, 32 Todesfälle)

(5. Mai)

Landkreis Aurich

Aktuell Infizierte: 163 (-9 neue Fälle)

Insgesamt: 3223 (3009 genesen, 51 Todesfälle)

(5. Mai)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuell Infizierte: 135 (-8 neue Fälle)

Insgesamt: 1823 (1640 genesen, 48 Todesfälle)

(5. Mai)

Landkreis Friesland

Aktuell Infizierte: 73 (+7 neue Fälle)

Insgesamt: 1556 (1443 genesen, 40 Todesfälle)

(5. Mai)

+++ Ticker von Donnerstag, 6. Mai +++

RKI registriert 21 953 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21 953 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche hatte der Wert bei 24 736 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 129,1 (Vortag: 132,8; Vorwoche: 154,9)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 264 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 473 503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 107 300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84 126.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

+++ Ticker von Mittwoch, 5. Mai +++

Umfrage: Mehrheit der Deutschen hält sich an Corona-Ausgangssperre

Die meisten Deutschen halten sich nach eigenen Angaben an die in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 geltende Corona-Ausgangssperre. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Civey-Umfrage für das Magazin „Business Insider“ gaben mehr als 77 Prozent der Befragten an, dass sie sich strikt an die seit Ende April in entsprechenden Landkreisen geltende Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr halten würden.

Etwa zwei Drittel hielten sich den Angaben nach sogar sehr strikt daran. Nur eine Minderheit gab an, sich weniger strikt (4,7 Prozent) oder gar nicht (8,7 Prozent) daran zu halten. Die restlichen Befragten gaben an, nicht von der Regelung betroffen zu sein oder keine Antwort zu wissen.

Ausgewertet nach den Wahlabsichten der Befragten zeigte sich, dass fast 43 Prozent der AfD-Anhänger angaben, sich weniger an die Ausgangssperre zu halten oder sie ganz zu missachten. Bei der FDP waren es demnach knapp 21 Prozent, bei den Linken rund 15. Bei CDU, SPD und Grünen waren es laut der Umfrage jeweils nur unter zehn Prozent der Befragten. (dpa)

Spahn will für Astrazeneca Priorisierung aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben. „Wir werden generell - und darüber möchte ich morgen mit Karl-Josef Laumann (NRW) und anderen 15 Landesministerkollegen reden - bei Astrazenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der Sendung „Aktuelle Stunde“ des WDR-Fernsehens. Unabhängig von Alter oder Vorerkrankung könne dann also jeder, der mit Astrazeneca geimpft werden wolle, auch geimpft werden. Auf die Nachfrage, ab wann das gelten solle, sagte Spahn: „Für Astrazeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag.“

Für die anderen Impfstoffe bekräftigte er die bisherige Aussage, dass die Priorisierung voraussichtlich im Juni beendet werden könne, „wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe“. Bisher werden Alte, Vorerkrankte sowie besonders gefährdete oder systemrelevante Berufsgruppen vorrangig geimpft. Ihre Reihenfolge ist in drei Vorrangstufen geregelt. (dpa)

Verfassungsgericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangsbeschränkungen ab

Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt. „Damit ist nicht entschieden, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar ist“, teilte das Gericht am Mittwoch in Karlsruhe aber mit. Diese Frage müsse im Hauptsacheverfahren geklärt werden. (dpa)

Normales Leben rückt näher – Sinkende Corona-Zahlen und Lockerungen

Mit sinkenden Infektionszahlen und der Aussicht auf den Wegfall von Regeln für Geimpfte und Genesene wird mehr Normalität in Deutschland trotz Corona greifbarer. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb eines Tages ging am Mittwoch binnen einer Woche um 19 Prozent auf 18 034 Fälle zurück. „Seitdem wir die Notbremse in Kraft gesetzt haben, sehen wir jetzt eine deutliche Umkehr“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) im Bundestag. An diesem Donnerstag will sich das Parlament mit der geplanten Lockerung der Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene befassen. Erwartet wird, dass die Erleichterungen verabschiedet werden. Zugleich blieb die Lage auf den Intensivstationen trotz gestiegener Hoffnung angespannt. Die Zahl der Toten mit Sars-CoV-2 stieg um 312 auf 83 876 insgesamt.

Braun sagte, es zeige sich „momentan wirklich eine extrem schnelle Entlastung von den Infektionszahlen, was uns auch die Hoffnung gibt, dass das Gesundheitswesen seine Überlastung reduziert“. Die Zahl der bundesweit binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner sank von 141,4 auf 132,8. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sagte: „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.“ Sie führte die positive Entwicklung auf das Impfen zurück, aber auch auf das veränderte Verhalten der Menschen und den beginnenden Sommer. „Das ist immer ein Zusammenspiel“, sagte sie am Dienstagabend im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. (dpa)

Schleswig-Holstein lockert Coronabeschränkungen

Schleswig-Holstein geht in der Corona-Pandemie weitere Öffnungsschritte im Tourismus und weiteren Bereichen. So dürfen Geimpfte, Genesene und Getestete vom 17. Mai an unter strengen Vorgaben landesweit Gaststätten auch in Innenräumen besuchen und in Beherbergungsbetrieben übernachten, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch bekanntgab. Erleichterungen gibt es auch in den Bereichen Kita, Schule, Sport und Kultur.

Wer als Tourist im Norden übernachten will muss sich demnach alle drei Tage auf Corona testen lassen. Mit ihren Beschlüssen weitet die Landesregierung praktisch die für vier Modellregionen geltenden Regeln auf das gesamte Land aus.

Bisher dürfen Urlauber in der Schleiregion, in Eckernförde und in Nordfriesland unter strikten Corona-Vorgaben Urlaub machen. Von diesem Samstag an ist das auch in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt an der Ostsee in der Lübecker Bucht möglich. Am Montag folgt Büsum in Dithmarschen.

Hintergrund der weiteren Lockerungen sind die sinkenden Corona-Zahlen mit stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins. Am Dienstagabend betrug die landesweite Inzidenz 54,5. Der Norden hat seit längerem die deutlich niedrigsten Werte in Deutschland. In den Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 darf im Norden bereits jetzt die Außengastronomie öffnen. (dpa)

Astrazeneca bleibt liegen - Arzt bietet Termine via Ebay-Kleinanzeigen

Um den Impfstoff von Astrazeneca nicht verfallen zu lassen, hat ein Hausarzt aus Ostwestfalen einen ungewöhnlichen Weg über Ebay-Kleinanzeigen gewählt. „Es wäre Wahnsinn, den zuverlässigen und wirksamen Impfstoff verkommen zu lassen“, sagte der Allgemeinmediziner und Kardiologe Peter Weitkamp aus Kirchlengern der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zwei Tage lang habe er nun über die Internet-Plattform Impftermine mit Astrazeneca „zu verschenken“ an Menschen über 60 Jahre angeboten. Er habe 80 bis 90 Impfdosen übrig. Ab der kommenden Woche werde er seine Astrazeneca-Restbestände denen verabreichen, die sich auf sein Inserat hin meldeten. Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ über den Mediziner berichtet.

Weitkamp kritisierte, dass die Praxen fast nur noch Astrazeneca erhielten, das gefragte Biontech dagegen an die Impfzentren gehe. Er halte es aus medizinischer Sicht für falsch, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) Astrazeneca weiterhin nur für Menschen über 60 Jahre empfehle. Es gebe zudem auch zahlreiche unter 60-Jährige, die Astrazeneca haben wollten. Laut Bund-Länder-Beschluss müssen sich diese Jüngeren dann an die Praxen wenden, in den Impfzentren wird Astrazenca Menschen unter 60 Jahren nicht mehr gespritzt. (dpa).

Zufriedenheit bei Corona-Bekämpfung gesunken

Die Zufriedenheit mit dem staatlichen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ist in Deutschland laut einer internationalen Umfrage wie in anderen Demokratien deutlich gesunken. Während im Frühjahr 2020 noch 71 Prozent der deutschen Befragten der Meinung gewesen seien, dass ihr Land gut auf die Pandemie reagiere, seien nun nur noch 48 Prozent dieser Ansicht. Das teilte die Demokratie-Organisation des Ex-Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen, die Alliance of Democracies, am Mittwoch in Kopenhagen mit. Der Rückgang entspreche einem allgemeinen Trend in Europa, sei aber deutlich größer als im globalen Durchschnitt.

Fast die Hälfte aller Deutschen (48 Prozent) sei zudem der Meinung, dass die Bundesregierung die Freiheiten der Bürger in der Pandemie zu weit eingeschränkt habe, erklärte die Organisation. 31 Prozent hielten die Einschränkungen dagegen für angemessen. Auch diese Zahlen lagen im europäischen Durchschnitt.

Für die jährliche Studie zur Wahrnehmung der Demokratie, den „Democracy Perception Index“, hat das Marktforschungsinstitut Latana im Auftrag der Alliance of Democracies insgesamt mehr als 50 000 Menschen in 53 Ländern befragt, in denen mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung leben. In Deutschland nahmen 1009 Menschen teil.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, heißen es durchschnittlich 58 Prozent der international Befragten gut, wie ihre Regierung auf die Pandemie reagiert - ein Jahr zuvor waren es noch 70 Prozent gewesen. Besonders hoch ist die Zufriedenheit heute demnach in asiatischen Ländern wie Vietnam und China, am niedrigsten in Lateinamerika und Europa, dort besonders in Brasilien, Peru, Polen, Frankreich und Italien. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) meint, dass ihre Freiheiten in der Corona-Krise übermäßig eingeschränkt worden seien. „Wir müssen jetzt aus der Covid-19-Pandemie herauskommen, indem wir den Menschen mehr Demokratie und Freiheit liefern“, erklärte Fogh Rasmussen. (dpa)

Reiseunternehmen für Verlängerung der Überbrückungshilfen

Reisebüros und Veranstalter rechnen angesichts der Corona-Zwangspause auch im laufenden Tourismusjahr mit einem massiven Geschäftseinbruch. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, weniger als 50 Prozent der Umsätze aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 erzielen zu können, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Reiseverbandes DRV hervorgeht. Mehr als zwei Drittel erwarten sogar weniger als 25 Prozent und damit einen neuerlichen Umsatzverlust von mindestens 75 Prozent. Im vergangenen Tourismusjahr war der Umsatz mit organisierten Reisen wegen der Corona-Krise um 65 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro eingebrochen.

Die große Mehrheit der im April befragten 450 Reiseunternehmen fordert von der Politik ein Konzept für einen Restart. Zudem halten 90 Prozent eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für notwendig. Mehr als zwei Drittel sprachen sich auch für eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes aus, um die Belegschaften zu halten.

„Fast alle an der Umfrage beteiligten Unternehmen haben Wirtschaftshilfen der Bundesregierung beantragt. Das unterstreicht einmal mehr, wie dramatisch die wirtschaftliche Situation in der Reisewirtschaft ist“, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Bis das Reisegeschäft wieder auf einem annähernd normalen Niveau angekommen sei, werde es noch dauern. „Die Reisewirtschaft braucht daher weitere Unterstützung und auch rasche Klarheit über die Rahmenbedingungen bei den Überbrückungshilfen und beim Kurzarbeitergeld.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte jüngst in einem Interview auf Klarheit für weitere Wirtschaftshilfen in der Corona-Pandemie gedrängt.

Ifo-Schätzung: 2,7 Millionen Kurzarbeiter im April

Im April waren nach Schätzung des Ifo-Instituts noch 2,7 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Das wären 300 000 weniger als im März, wie die Münchner Wirtschaftswissenschaftler am Mittwoch mitteilten. Am schwersten von der Corona-Krise getroffen waren wegen des andauernden Lockdowns nach wie vor Hotels und Gaststätten. Im Gastgewerbe waren demnach 565 000 Menschen in Kurzarbeit, ein Anteil von über 53 Prozent.

In der Industrie waren laut Schätzung noch 6,4 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit, insgesamt 444 000 Menschen. Im Vergleich zum ersten Lockdown vor einem Jahr sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt inzwischen weniger gravierend. Im Mai 2020 waren knapp sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Die Schätzungen basieren auf der monatlichen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts unter mehreren tausend Unternehmen. Die Zahlen sind mit Ungewissheit behaftet, die Ökonomen haben die Zahlen im vergangenen Jahr mehrfach nachträglich korrigiert. So hatte das Ifo-Institut auch für März ursprünglich 2,7 Millionen Kurzarbeiter angenommen, dies aber auf drei Millionen korrigiert, nachdem die Bundesagentur für Arbeit ihre Zahlen nach oben gesetzt hatte.

Ramelow fordert fälschungssicheren Impfnachweis

Der thüringische Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) hat die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Verordnung zu Erleichterungen für Geimpfte und Genesene kritisiert. Es fehle der fälschungssichere Impfnachweis. „Das ist ein kleines, wenn auch nicht unwichtiges Detail, weil wir beim Nachweis der Impfzertifikate und der Testzertifikate sowie dem Status der Genesenen ein klares Instrument brauchen, damit es auch überprüft werden kann“, sagte Ramelow a Mittwoch in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv mit Blick auf die wegfallenden Ausgangsbeschränkungen und die notwendigen Kontrollen durch die Polizei. Er hoffe auf eine rasche Lösung. „Ansonsten ist es eine Bundes-Notbremse und ein Bundes-Durcheinander - und davon haben wir am Ende keine Verbesserung für alle Beteiligten.“

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte am Dienstag den Weg für einen schnellen Beschluss in Bundestag und Bundesrat zu Erleichterungen für vollständig Geimpfte und Genesene freigemacht. Wenn Bundestag und Bundesrat am Donnerstag und Freitag wie geplant zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Samstag gelten. Geimpfte und Genesene könnten sich dann etwa mit weiteren Geimpften treffen und würden bei Treffen mit Ungeimpften im Familien- oder Freundeskreis nicht mitgezählt. Nach Reisen müssten sie nicht in Quarantäne - es sei denn sie reisen aus einem Virusvariantengebiet ein.

Höchstwert bei täglichen Corona-Todeszahlen in Indien

Indien hat an einem Tag so viele Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Land erfasst wie nie davor. In den vergangenen 24 Stunden starben 3780 Menschen, wie das indische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. 382 000 Menschen haben sich im selben Zeitraum in Indien nachweislich neu mit Sars-CoV-2 angesteckt. In absoluten Zahlen ist Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mit insgesamt mehr als 20,6 Millionen erfassten Corona-Infektionen hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl deutlich über den offiziellen Zahlen liegt. In Teilen des Landes ist es Berichten zufolge schwierig, überhaupt auf das Coronavirus getestet zu werden. Besonders in ländlichen Gebieten sterben viele Menschen zu Hause - nicht alle dieser Fälle tauchen letztlich in der Statistik auf.

Angesichts der heftigen zweiten Corona-Welle hat Australien kürzlich alle Einreisen aus Indien verboten - auch für seine eigenen Bürgerinnen und Bürger. Ein in Bengaluru, dem sogenannten indischen Silicon Valley, gestrandeter Australier will nun gerichtlich gegen diese Einreisesperre vorgehen. Die Vorschrift soll zunächst bis Mitte des Monats gelten. Auf Verstöße gegen die Regeln stehen bis zu fünf Jahre Haft, auch hohe Geldstrafen wurden angedroht.

Laschet fordert weitere Corona-Bundeshilfe für den ÖPNV

CDU-Chef Armin Laschet fordert weitere Finanzhilfen des Bundes für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise. „Wir brauchen in der Pandemie und nach der Pandemie starke öffentliche Verkehrsmittel“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur. Dazu müssten massive Einnahmeausfälle weiterhin aufgefangen werden. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) müsse dafür jetzt die Finanzmittel freigeben. Die Menschen in Städten und ländlichen Regionen müssten sich gerade in der Pandemie zuverlässig und sicher mit dem ÖPNV bewegen können.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) forderte nochmals eine Milliarde Euro für dieses Jahr, um den ÖPNV leistungsfähig und zuverlässig am Laufen zu halten. Der Bund hatte im vergangenen Jahr schon 2,5 Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt - über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen. Mit dem Geld können Länder und Verkehrsverbünde Verkehrsangebote bestellen. Die Länder haben bereits gefordert, den „Rettungsschirm“ zu verlängern und aufzustocken.

Linke-Fraktionschefin will einheitliche Regeln bei niedriger Inzidenz

Mit Blick auf die Rücknahme der Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte und Genesene hat die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag bundeseinheitliche Regelungen für Regionen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von unter 100 gefordert. Amira Mohamed Ali sagte am Mittwoch im „ZDF“-Morgenmagazin, es sei „nach wie vor so, dass die Länder das in Eigenverantwortung regeln“. In den Regionen mit niedrigen Inzidenzen bleibe es bei einem „Flickenteppich“ und das sei „überhaupt nicht gut“.

„Natürlich wäre es auch da richtig und wichtig, dass es endlich transparente und einheitliche Regelungen bundesweit gibt - das ist bisher von der Bundesregierung noch nicht auf den Weg gebracht worden“, sagte die Oppositionspolitikerin. Angesichts sinkender Corona-Neuinfektionsraten hatten zuletzt mehrere Bundesländer eine vorsichtige Öffnung für Touristen angekündigt. So sollen etwa in Bayern Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Kreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 ab dem 21. Mai öffnen dürfen.

Mohamed Ali kündigte an, dass ihre Fraktion der von der Bundesregierung am Dienstag beschlossenen Verordnung zur Rücknahme der Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte und Genesene zustimmen werde. „Dass jetzt für die Geimpften die Grundrechte wieder erstarken sollen, das halten wir für vollkommen richtig, dem werden wir auch zustimmen“, sagte die Linken-Politikerin. (dpa)

Kroos-Brüdern gefällt Quarantäne-Trainingslager nicht

Das verordnete Quarantäne-Trainingslager für die Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga stößt bei den Fußball-Brüdern Toni und Felix Kroos nur auf wenig Begeisterung. „Den einen Spieler, der das gut findet, musst du erst einmal finden“, sagte der Braunschweiger Zweitliga-Profi Felix Kroos in der neuesten Folge des gemeinsamen Podcasts „Einfach mal Luppen“. „Trainingslager an sich sind ja schon nicht das Highlight der Karriere.“

Um in der Corona-Pandemie ein reguläres Saisonende in beiden Top-Ligen zu sichern, hatte die Deutsche Fußball Liga die Trainingslager für die Schlussphase angeordnet. Demnach müssen sich die Erstligisten vom 12. bis zum 22. Mai, die Zweitligisten vom 12. bis zum 23. Mai isolieren. In diesen Zeitraum fallen jeweils die letzten beiden Spieltage beider Ligen. Aus Spanien kennt Nationalspieler Toni Kroos als Profi von Real Madrid solche Maßnahmen nicht.

„Ich verstehe die DFL, dass sie das so entscheidet“, sagte der 30-jährige Felix Kroos. Aber am Ende der ohnehin ungewöhnlichen Saison noch einmal „on top“ elf Tage in ein Hotel gesperrt zu werden, sei schwierig. Sein Bruder kann das nachvollziehen. „Der, der lieber im Hotel ist als zu Hause, der hat zu Hause irgendwas falsch gemacht“, sagte Toni Kroos.

Noch schwieriger sei es für die, für die es um nichts gehen würde, meinte der 31-Jährige. Felix Kroos spielt in der 2. Bundesliga mit Eintracht Braunschweig immerhin noch um den Klassenverbleib. „Wenn wir am vorletzten Spieltag den sicheren Klassenerhalt schaffen, dann ist das auch scheiße im Hotel“, sagte er, „aber dann kann man sich eine Woche lang an die Hotelbar setzen und bisschen mehr Spaß draus machen.“ (dpa)

RKI registriert 18 034 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18 034 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert bei 22 231 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 132,8 (Vortag: 141,4; Vorwoche: 160,6)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 285 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 312 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 451 550 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 084 700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83 876.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,82 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Entwicklungsminister: G7-Staaten müssen Verantwortung übernehmen

Entwicklungsminister Gerd Müller hat das Ministertreffen der G7-Staaten aufgerufen, in der Corona-Pandemie ein Signal der Verantwortung für die Bekämpfung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu setzen. Aus einer Gesundheitskrise sei inzwischen eine Mehrfachkrise geworden, warnte der CSU-Politiker am Mittwoch.

„Weltweit haben 300 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Dazu kommt der Hunger, weil Lieferketten zusammengebrochen sind“, so Müller. „130 Millionen Menschen sind durch die Pandemie in Hunger und extreme Armut zurückgefallen. Das gefährdet die Stabilität ganzer Regionen.“

Müller forderte, die G7 müssten vorangehen und die am meisten betroffenen Länder mit einem „Pakt gegen den Hunger“ unterstützen. Er begrüße es, dass die 42 besonders gefährdeten Länder mit einem solchen Pakt unterstützt werden sollten. „Von dem Gipfel erwarte ich auch ein klares Zeichen zur finanziellen Unterstützung des Pakts. Deutschland wird auch 2021 einen substanziellen Beitrag leisten, um Menschen, die vom Hunger bedroht sind, zu helfen - insbesondere zur Versorgung der weltweit 80 Millionen Flüchtlinge“, sagte Müller.

Beim heutigen virtuellen Treffen der G7 Außen- und Entwicklungsminister sind neben der Verteilung von Corona- Impfstoffen auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie Thema. Mit Blick auf die Weltklimakonferenz in Glasgow (COP26) im November wollen sich die G7-Staaten dazu verpflichten, die Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und Klimaresilienz weiter auszubauen. (dpa)

Scheuer dringt auf weitere Corona-Milliardenhilfe für den ÖPNV

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dringt auf weitere Finanzhilfen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise für dieses Jahr. „Mit noch einmal einer Milliarde Euro können wir den umweltfreundlichen ÖPNV weiter leistungsfähig und zuverlässig am Laufen halten“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dies stärke das Vertrauen und mache das System insgesamt zukunftsfest.

Angesichts deutlich gesunkener Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen machen den Verkehrsanbietern starke Einnahmeausfälle zu schaffen. Der Bund hatte im vergangenen Jahr schon 2,5 Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt - über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen. Mit dem Geld können Länder und Verkehrsverbünde Verkehrsangebote bestellen. Die Länder haben bereits gefordert, den „Rettungsschirm“ für den ÖPNV zu verlängern und um eine Milliarde Euro aufzustocken.

Scheuer sagte, auch Klimaschutz im Verkehr beginne vor der Haustür beim Einsteigen in den öffentlichen Nahverkehr. Ein gutes ÖPNV-Angebot sei dafür eines der wichtigsten Instrumente. (dpa)

Wiesnbier ohne Wiesn – Brauereien brauen trotz Absage

Auch ohne Oktoberfest bleiben Wiesnfans nicht auf dem Trockenen: Wie schon im Vorjahr wird es trotz der Absage des Oktoberfestes das Wiesnbier geben. „Das wird auf jeden Fall gebraut“, sagte der Geschäftsführer des Vereins Münchener Brauereien, Manfred Newrzella, der Deutschen Presse-Agentur. „Es hat bisher jedes Jahr Oktoberfestbier gegeben. Es wird halt kein Münchner Oktoberfest geben, auf dem man es ausschenken kann.“

Das eigens gebraute Bier wird auch in der Gastronomie ausgeschenkt, es ist im Handel zu haben und wird in alle Welt verkauft. „Das Original wird weltweit geschätzt“, sagte Newrzella.

Rund 7,3 Millionen Liter Bier rannen bei der bisher letzten Wiesn 2019 auf dem Volksfest durch durstige Kehlen - doch das ist nur ein Teil des tatsächlich gebrauten Bieres.

Beim Oktoberfestbier von Hofbräu München etwa geht sogar in Jahren mit einem regulären Oktoberfest der Löwenanteil in Handel, Export und Gastronomie - nur 15 Prozent des Hofbräu-Bieres werden auf der Wiesn getrunken, sagte Hofbräu-Sprecher Stefan Hempl. Schon jetzt seien 5000 Hektoliter Hofbräu Oktoberfestbier und auf dem Weg in die Welt, unter anderem in die USA. Das Einbrauen des Hofbräuhaus Wiesnbiers, das in Deutschland verkauft wird, soll in Kürze beginnen. (dpa)

+++ Ticker von Dienstag, 4. Mai +++

Biden will bis 4. Juli 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA impfen

US-Präsident Joe Biden wirbt mit der Hoffnung auf eine bevorstehende „Unabhängigkeit vom Virus“ für das rasche Vorantreiben der Corona-Impfkampagne in den Vereinigten Staaten. Bis Anfang Juli sollen nach seinem Willen rund 70 Prozent aller rund 260 Millionen Erwachsenen im Land mindestens die erste Impfung erhalten haben. Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein. „Wir werden es leichter machen als je zuvor, sich impfen zu lassen“, sagte Biden am Dienstag. Bislang haben Daten der Gesundheitsbehörde CDC zufolge 56 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten. 105 Millionen Menschen gelten als vollständig geimpft. Um das neue Ziel zu erreichen, müssten in den nächsten 60 Tagen fast 100 Millionen zusätzliche Impfungen erfolgen, erklärte das Weiße Haus. Die Regierung werde dafür unter anderem die Apotheken anweisen, künftig auch Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung zu ermöglichen. (dpa)

Lockerungen für Geimpfte und Genesene schon am Wochenende möglich

Für vollständig Geimpfte und Genesene könnten die Corona-Regeln schon ab dem Wochenende gelockert sein. Die Bundesregierung beschloss am Dienstag eine entsprechende Verordnung und machte damit den Weg für einen schnellen Beschluss in Bundestag und Bundesrat frei. „Ein wichtiger Schritt hin zur Normalität“, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Einschränkungen der Grundrechte sollen für beide Gruppen zurückgenommen werden.

„Es wird in Zukunft so sein, dass geimpfte und genesene Menschen keine Einschränkungen mehr haben werden bei Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen“, kündigte Lambrecht an. Sie würden zudem Getesteten gleichgestellt und bräuchten dann etwa für einen Friseur- oder Zoobesuch keinen Corona-Test mehr. Wenn Bundestag und Bundesrat am Donnerstag und Freitag wie geplant zustimmten, könnten die Lockerungen schon am Samstag gelten.

Geimpfte und Genesene könnten sich dann etwa mit weiteren Geimpften treffen und würden bei Treffen mit Ungeimpften im Familien- oder Freundeskreis nicht mitgezählt. Nach Reisen müssten sie nicht in Quarantäne - es sei denn sie reisen aus einem Virusvariantengebiet ein.

Die Pflicht zum Tragen einer Maske an bestimmten Orten sowie das Abstandsgebot im öffentlichen Raum sollen allerdings weiter gelten. „Der Erfolg der Impfungen bedeutet nicht, dass wir achtlos werden dürfen“, betonte Lambrecht. Die Pandemie sei noch nicht überstanden und ein individuelles Restrisiko bestehe auch bei Geimpften und Genesenen. (dpa)

Niedrige Corona-Zahlen: Britische Regierung hält an Lockerungen fest

Angesichts weiterhin niedriger Corona-Neuinfektionen hält die britische Regierung an ihrem Zeitplan für Lockerungen fest. Damit werden voraussichtlich wie geplant am 17. Mai weitere Restriktionen aufgehoben: Dann dürfen Restaurants und Pubs auch ihre Innenräume öffnen, außerdem sind Auslandsreisen wieder erlaubt. Die Zahlen entsprächen den Erwartungen. „Das ist äußerst ermutigend und der Einführung des Impfstoffs sowie der britischen Bevölkerung zu verdanken“, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag. Das Kabinett muss dem Öffnungsschritt aber noch formal zustimmen.

Im Vereinigten Königreich ist die Zahl der Neuinfektionen weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei etwa 23. Das Impfprogramm schreitet weiter rasch voran, bisher wurden etwa 35 Millionen Menschen geimpft, das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von rund 66 Millionen. Etwa 15,5 Millionen Menschen haben die für den vollen Schutz nötige zweite Spritze erhalten.

Im Vordergrund stehen nun die Bedingungen, unter denen Privatreisen ins Ausland wieder möglich sind. In den kommenden Tagen will die Regierung die Länder nennen, in die bereits vom 17. Mai an Reisen ohne Quarantäne möglich sind. Britischen Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um Länder mit niedriger Inzidenz oder hoher Impfquote wie Israel, Island oder Portugal. Deutschland könnte ebenso wie die beliebten Reiseziele Italien, Frankreich und Spanien dann im Juni folgen - je nach Entwicklung der dortigen Corona-Lage.

Kreise: Merkel sieht bei Corona „Licht am Ende des Tunnels“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erfreut über die Entspannung des Corona-Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe „Licht am Ende des Tunnels“, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag. Die Kanzlerin verwies auf sinkende Fallzahlen und eine leichte Entspannung in der Intensivmedizin. Zugleich mahnte Merkel nach diesen Angaben, je sorgsamer man jetzt vorgehe, umso schneller würden alle von Lockerungen profitieren können.

Das Kabinett hatte zuvor im Umlaufverfahren eine Verordnung beschlossen, mit der schon ab dem Wochenende Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene möglich sein sollen. Die Bundesregierung machte damit den Weg frei für einen schnellen Beschluss im Bundestag an diesem Donnerstag und im Bundesrat an diesem Freitag. (dpa)

Bayern leitet Corona-Lockerungen ein - Tourismus ab 21. Mai möglich

Nach monatelangen strikten Corona-Beschränkungen leitet Bayern ab kommenden Montag stufenweise Lockerungen ein. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 dürfen ab 10. Mai die Außengastronomie - und zwar bis 22.00 Uhr -, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen. Und: Zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai soll regional auch Tourismus wieder möglich sein: In Kreisen und kreisfreien Städten mit stabilen Zahlen von unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen dürfen dann Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen. Das beschloss die Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag.

Bei alledem gelten Hygienekonzepte, Masken- und Testpflichten - die Details werden nun von den Ministerien erarbeitet. Den Öffnungen von Biergärten, Kinos und ähnlichem muss das Gesundheitsministerium zustimmen. Dafür dürfe es ungefähr für einen Wochen-Zeitraum keine großen Ausschläge bei den Corona-Zahlen geben, sagte Minister Klaus Holetschek (CSU) - und die Tendenz müsse eher fallend sein. (dpa)

Müller fordert bundesweite Abstimmung über den Sommerurlaub

Berlins Regierender Bürgermeister hat sich für eine bundesweite Absprache über Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien ausgesprochen. „Wir werden mit Sicherheit wieder zu einer MPK zusammenkommen, denn wir müssen so etwas bundesweit abstimmen“, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Dienstag in Berlin. „Das geht auch nur in einer Verständigung zwischen den Bundesländern, wie wir mit dem ganzen Thema Reiseverkehr, Inland, Ausland, Städtetourismus umgehen“, sagte Müller nach einer Sitzung des Berliner Senats. „Da wird es mit Sicherheit noch einen Abstimmungsprozess geben müssen.“ Schließlich sei der Reiseverkehr länderübergreifend.

Müller dämpfte die Erwartungen an den kommenden Sommerurlaub: „Ich bin da im Moment noch verhalten optimistisch“, sagte er. Touristische Angebote seien auch mit mehr Verkehr von der Bahn bis zu Flügen verbunden. „Alles was wir im Moment reduziert haben, die Kontaktmöglichkeiten, fahren wir dann ja schrittweise wieder hoch“, sagte Müller. „Wir werden dann wieder mehr Beschäftigte in den Unternehmen haben. Das muss man alles zu Ende denken.“ (dpa)

Kabinett beschließt Lockerungen für Geimpfte

Die Bundesregierung hat den Weg frei gemacht für rasche Lockerungen der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene. Das Kabinett habe eine entsprechende Verordnung am Dienstag beschlossen, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Grundrechtseinschränkungen wie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sollten zurückgenommen werden. Noch in dieser Woche sollen Bundestag und Bundesrat endgültig darüber entscheiden. „Ein wichtiger Schritt hin zur Normalität“, sagte Lambrecht. Wenn alles beschlossen werde, wie geplant, könnten die Lockerungen schon am Wochenende gelten. (dpa)

Söder: Lockerungen nach Erstimpfung kein Modell für Bayern

Der Freistaat Bayern will nicht dem Modell aus dem Nachbarland Österreich folgen und Menschen nach Verabreichung von erst einer von zwei Corona-Impfdosen bereits Lockerungen zuerkennen. „Wir würden das jetzt nicht machen“, sagte Söder. Die Praxis sei mit hohen Risiken verbunden, auch wenn die Erstimpfung bereits einen erhöhten Schutz biete. Das Modell werde hierzulande derzeit nicht näher diskutiert. In Österreich soll schon bald eine Corona-Erstimpfung als Eintrittskarte für Restaurants, Veranstaltungen und Hotels gelten. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein kündigte am Montag im Parlament an, dass dies 21 Tage nach Erhalt der ersten Dosis gelten solle. Der Nationalrat beschloss eine Gesetzesänderung, mit der Geimpfte und Genesene von der Testpflicht befreit werden können, wenn ab 19. Mai Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur wieder ihre Dienste anbieten. (dpa)

Spahn weiter für Vorsicht – Impfungen für alle in erster Juni-Hälfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht gemahnt. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin beim digitalen Ärztetag. „Die Zahlen sinken, das ist ermutigend.“ Sie seien aber noch nicht stark genug gesunken. Es sei zu sehen, wie sich das Reduzieren von Kontakten bewähre. Zugleich beginne das Impfen, Schritt für Schritt einen Unterschied zu machen.

Spahn verwies auf das deutlich höhere Impftempo und konkretisierte die Aussicht auf Impfmöglichkeiten für alle Bürger dank erwartungsgemäß wachsender Impfstoffmengen. „Das macht es uns möglich, in der ersten Hälfte des Junis die Priorisierung aufzugeben.“ Die Bundesregierung hatte ein Ende der festgelegten Impf-Reihenfolge mit einem Vorrang für Risikogruppen schon grundsätzlich für Juni in Aussicht gestellt. Es werde aber natürlich auch noch Wartezeiten geben, sagte Spahn.

Der Minister äußerte sich außerdem optimistisch zum generellen Impffortschritt. Es sei „sicherlich im Juli“ der Zustand zu erreichen, „wo wir eigentlich alle, die unbedingt wollten, geimpft haben werden“. Dann sei es eine gemeinsame Aufgabe, jene zu überzeugen und zu erreichen, die zögerten oder Fragen hätten. Die Bundesregierung hatte zugesichert, allen Bürgern bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen. (dpa)

Freiheitsrechte in Corona-Pandemie weltweit unter Druck

Regierungen in vielen Staaten der Welt nutzen nach einer Untersuchung von Hilfsorganisationen die Corona-Pandemie, um Freiheitsrechte über den Gesundheitsschutz hinaus einzuschränken. „Millionen Menschen auf der ganzen Welt gerieten durch Corona in Existenznot. Sie protestierten für Gerechtigkeit, Zugang zu Pandemie-Nothilfe und ein Ende von Korruption und Veruntreuung“, erklärte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, am Dienstag bei der Vorstellung des „Atlas der Zivilgesellschaft 2021“. Als Antwort darauf bekämpften Regierungen in vielen Ländern nicht die Ursachen für den Protest, sondern den Protest selbst.

Der Atlas wurde gemeinsam mit dem Netzwerk Civicus in Berlin vorgestellt. Civicus ordnet die Situation in den Staaten fünf Kategorien zu: offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt und geschlossen. Festgestellt wurde, dass der Handlungsraum der Zivilgesellschaft nur in 42 Staaten „offen“ ist. Deutschland befindet sich in dieser Gruppe. Costa Rica und Slowenien sind im Vergleich zum Vorjahr aus dieser Kategorie abgerutscht, Österreich ist hinzugekommen.

In 40 Staaten (Atlas 2020: 42) ist der Handlungsraum „beeinträchtigt“, darunter sind auch EU-Staaten wie Italien, Frankreich und Polen. 47 Staaten (2020: 49) „beschränken“ demnach den Handlungsraum der Zivilgesellschaft, auch die USA und Ungarn. Die Zivilgesellschaft wird in 44 Staaten „unterdrückt“ (2020: 38). Als „geschlossen“ wird der Raum für zivilgesellschaftliche Akteure in 23 Staaten (2020: 24) beschrieben, darunter Ägypten, Aserbaidschan, Irak und China.

Die Autoren der Untersuchung stellen fest, dass Einschränkungen der Grundrechte in vielen Ländern wichtige Prinzipien wie Verhältnismäßigkeit oder Notwendigkeit missachteten. „Repressive Regierungen haben die Pandemie als Gelegenheit genutzt, um unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes Kritiker mundtot zu machen“, so Pruin. „Dabei ist der Zusammenhang eindeutig: Repression verhindert Entwicklung.“ (dpa)

Lauterbach warnt vor schneller Öffnung von Gastronomie und Hotels

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der Corona-Pandemie vor einer zu schnellen Öffnung von Gastronomie und Hotels für Geimpfte gewarnt. Zwar sei es „eine notwendige und gute Entscheidung“, die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen. „Was nicht geht, ist, dass Geschäfte oder Restaurants geöffnet werden nur für diejenigen, die geimpft sind. Das würde zu Spannungen führen, die man kaum ertragen könnte“, sagte Lauterbach am Dienstag im Deutschlandfunk.

Lauterbach sagte, es bestehe eine Gefahr, wenn Geimpfte und Nicht-Geimpfte aufeinander träfen und sich dann Nicht-Geimpfte infizieren oder die Geimpften ohne vollständigen Immunschutz anstecken. Eine flächendeckende Kontrolle bei den Öffnungen sei schwierig und es gelte jetzt, den ausgewiesenen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie zu sichern. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, jetzt einen schnellen, frühen Rückfall zu riskieren“, sagte Lauterbach. „Wir sind noch sehr weit von der Herdenimmunität entfernt.“ (dpa)

Ärztepräsident Reinhardt: Frühere Impfung von Jugendlichen sinnvoll

Der Präsident der Bundesärztekammer hält im Kampf gegen das Coronavirus eine frühere Impfung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für sinnvoll. Auf die Frage, welche Gruppen bei der Impfung priorisiert werden könnten, sagte Klaus Reinhardt im „ZDF“-Morgenmagazin am Dienstag: „Ich finde die Vorstellung, darüber nachzudenken, dass man Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene, die sich in Ausbildung befinden und die einen hohen Grad an Mobilität haben oder haben müssen, unter epidemiologischen Gesichtspunkten jetzt auch mitimpft - nicht ausschließlich und prioritär - aber mitimpft, eine durchaus sinnvolle und vernünftige Idee“.

Am Dienstag berät der Deutsche Ärztetag unter anderem über die Lehren aus der Corona-Pandemie. Dazu sagte Reinhardt, man müsse mit Blick auf den Anfang der Corona-Pandemie künftig Schutzkleidung in ausreichender Menge vorhalten, für den Krisenfall Ablaufpläne und definierte Krisenstäbe formulieren, den öffentlichen Gesundheitsdienst „wieder ausreichend ausrüsten“ und sich Gedanken machen, wie man leistungsfähige Krankenhäuser erhalten kann. (dpa)

Hellofresh mit starkem Wachstum im ersten Quartal

Der Kochboxenversender Hellofresh profitiert weiter kräftig von den Corona-Maßnahmen und ist wie erwartet überraschend stark in das Jahr gestartet. Die Zahl der Kunden ist im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 75 Prozent auf fast 7,3 Millionen gestiegen, wie das Berliner Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz habe sich auf 1,44 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um gut 152 Prozent auf rund 159 Millionen Euro nach oben geschnellt.

Die Zahlen liegen damit in der Spanne, die der Konzern bereits Mitte April in Aussicht gestellt hatte. Den guten Start in das Jahr hatte der Vorstand damals zum Anlass genommen, um seine Prognose zu erhöhen. So peilt das Management ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 35 und 45 Prozent sowie eine Ebitda-Marge von 10 bis 12 Prozent an. (dpa)

Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel fällt auf Zehn-Monats-Tief

Erstmals seit knapp zehn Monaten ist in Israel die Zahl der Corona-Schwerkranken unter die Marke von 100 gefallen. Wie aus Daten des Gesundheitsministeriums vom Montagabend hervorging, wurden 97 Menschen als schwer erkrankt eingestuft. Beatmet wurden demnach 63. Letztmals hatte es am 7. Juli 2020 in dem Mittelmeerland weniger als 100 Schwerkranke gegeben. Am 17. Januar erreichte deren Zahl mit 1192 ihren Höhepunkt.

In Israel läuft seit dem 19. Dezember eine erfolgreiche Impfkampagne. Seit rund drei Monaten gehen die Infektions- und Krankenzahlen stark zurück. Binnen 24 Stunden wurden nach den Ministeriumsdaten 51 neue Fälle gemeldet. Nur 0,2 Prozent von knapp 29 000 Tests fielen positiv aus. Die meisten Corona-Beschränkungen wurden wieder aufgehoben. (dpa)

Kambodscha meldet Corona-Rekordzahl - Lockdown wird aber aufgehoben

Kambodscha kämpft mit seiner bisher schlimmsten Corona-Welle und verzeichnet immer neue Höchstwerte. Das Gesundheitsministerium in Phnom Penh bestätigte am Dienstag 938 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Dabei galt das südostasiatische Land lange als extrem erfolgreich im Kampf gegen das Virus.

Vor dem Ausbruch Ende Februar lag die Gesamtzahl der Infektionen noch bei 500, nun stieg sie auf mehr als 16 000. 107 Menschen in dem Land mit rund 16 Millionen Einwohnern sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Dennoch kündigten die Behörden an, einen im April verhängten Lockdown in der Hauptstadt Phnom Penh und der nahe gelegenen Stadt Ta Khmau wieder aufzuheben. Einschränkungen soll es dann nur noch in Vierteln mit besonders hohen Infektionszahlen geben. Um welche Maßnahmen es speziell geht, wurde zunächst nicht bekannt. (dpa)

RKI registriert 7534 Corona-Neuinfektionen und 315 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7534 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Dienstag vor einer Woche hatte der Wert bei 10 976 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 141,4 (Vortag: 146,9; Vorwoche: 167,6)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 315 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 344 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 433 516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 061 500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83 591.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,92). (dpa)

Bund fördert Produktion von Impfstoff-Fläschchen

Für die Produktion von Glasfläschchen für Impfstoff können Unternehmen künftig vom Bund gefördert werden. Investitionen in Anlagen zur Herstellung von speziellem Borosilikat-Rohrglas und der Fläschchen selbst würden mit insgesamt bis zu 90 Millionen Euro unterstützt, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Dadurch sollten die jährlichen Produktionsmengen deutlich gesteigert werden. „Damit der Impfprozess nicht ins Stocken gerät, benötigen wir nicht nur ausreichend Impfstoffe“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht. „Die Impfstoffe müssen auch sicher verpackt und transportiert werden können.“ Dafür seien die kleinen Glasflaschen unverzichtbar.

Feicht hat die Leitung eines Staatssekretärsausschusses übernommen, dem eine Taskforce Impfstoffproduktion berichtet. Er betonte, je früher Unternehmen Produktionsanlagen in Deutschland in Betrieb nähmen, desto mehr Unterstützung könnten sie bekommen. Die höchsten Summen werden ausgezahlt, wenn die Produktion noch vor Jahresende startet. „Unser Ziel ist, die Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen im Jahr 2021 und darüber hinaus sicherzustellen“, sagte Feicht. Das Ministerium verspricht sich jährlich 200 Millionen Glasfläschchen zusätzlich. Förderanträge können bis zum 15. Juni 2021 gestellt werden.

Feicht zog auch eine positive Zwischenbilanz der Impfstoff-Taskforce. In den vergangenen Wochen habe sich die Impfstoffproduktion in Deutschland deutlich gesteigert. Die Taskforce habe dazu beigetragen, dass etwa in Dessau (Sachsen-Anhalt) Kapazitäten für die Abfüllung von Astrazeneca-Impfstoff geschaffen worden seien. Außerdem habe sie die Produktion von Johnson & Johnson in Dessau und von Biontech in Reinbek (Schleswig-Holstein) begleitet. Jede Woche gebe es Gespräche mit allen Impfstoffherstellern, um frühzeitig Produktions- und Lieferprobleme zu lösen. „Wir haben Unternehmen bereits bei Visa- und Zollfragen oder auch Baugenehmigungen unterstützt“, sagte Feicht. (dpa)

+++ Ticker von Montag, 3. Mai +++

9500 Zuschauer bei Europa-League-Finale zugelassen

Das Finale der Europa League in Danzig dürfen bis zu 9500 Fans verfolgen. Wie die Europäische Fußball-Union am Montag nach der Zustimmung der polnischen Behörden mitteilte, darf das Stadion zum Endspiel am 26. Mai mit bis zu 25 Prozent der verfügbaren Kapazität ausgelastet werden. Ausländische Besucher müssen die zu diesem Zeitpunkt gültigen Einreise- und sonstigen Corona-Beschränkungen in Polen beachten. Der Vorverkauf der Tickets begann am heutigen Montag und endet am Freitag um 14.00 Uhr.

Die Halbfinal-Rückspiele finden an diesem Donnerstag statt. Manchester United nimmt einen klaren 6:2-Vorsprung zur zweiten Partie gegen AS Rom mit, der FC Arsenal will in London das 1:2 gegen den FC Villarreal aus Spanien aufholen. (dpa)

Wiesn-Chef: Oktoberfest-Absage „völlig richtig“

Der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) wertet die Absage des Oktoberfestes als richtigen Schritt. „Die Entscheidung des Oberbürgermeisters und des Ministerpräsidenten ist völlig richtig - nicht nur aus Rücksicht auf die Gesundheit der Besucher, sondern auch aus Rücksicht auf den guten Ruf des Münchner Oktoberfestes als qualitätsvolles, sicheres Fest. Deshalb unterstütze ich sie ausdrücklich“, sagte Baumgärtner am Montag.

Er setze nun auf das Oktoberfest 2022 - und rechne dann mit großem Zulauf. „Ich bin ganz sicher, dass es sehr, sehr gut besucht sein wird, weil die Menschen hungrig und durstig sind nach der Wiesn“, sagte der Wiesn-Chef. (dpa)

Oktoberfest auch 2021 wegen unabwägbarer Corona-Risiken abgesagt

Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht statt. Das teilten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag mit. Beide hatten zuvor mit den Stadtoberhäuptern anderer Kommunen mit großen Volksfesten über das weitere Vorgehen beraten.

Söder sagte, es gebe nun eine gemeinsame Empfehlung, die Feste nicht stattfinden zu lassen. Zugleich betonte er, dass die letzte Entscheidung bei den jeweiligen Kommunen liege. „Es ist eine Entscheidung, die ich jetzt treffen muss. Es macht keinen Sinn zuzuwarten“, sagte Reiter.

Söder und Reiter begründeten die Entscheidungen mit der nicht absehbaren Entwicklung bei den Infektionszahlen. Eine sichere Durchführung mit Hygienemaßnahmen wie Masken sei nicht realistisch. Im Falle einer spätere Absage drohe ein noch größerer wirtschaftlicher Schaden. Zugleich drohe ein dauerhafter Imageschaden an den Marken.

Gut 28 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gegen Corona erstgeimpft

In Deutschland haben 28,2 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor (Stand: 3. Mai, 12.00 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang acht Prozent der Bevölkerung.

Am Sonntag wurden demnach 250 114 Impfspritzen gesetzt. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am vergangenen Mittwoch mit mehr als einer Million Impfungen erreicht worden. Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang etwas mehr als 30,1 Millionen Dosen, davon fast 23,5 Millionen bei Erstimpfungen und weitere knapp 6,7 Millionen bei Zweitimpfungen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 31,4 Prozent. Brandenburg liegt mit 25,5 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 84,4 Prozent verbraucht. (dpa)

Geschäfte in ganz Österreich wieder offen - Handel hofft auf Ansturm

In Österreich haben seit Montag in allen Bundesländern die Geschäfte und viele Dienstleister wieder geöffnet. Nach rund vierwöchigem Lockdown empfingen auch in den Bundesländern Wien und Niederösterreich die Geschäftsleute wieder Kunden. In den restlichen sieben Bundesländern hatte der Handel den Lockdown schon früher beendet. Die Branche hofft auch dank vieler Sonderangebote auf einen vielversprechenden Neustart. Das sei dringend nötig, sagte der Sprecher des Handelsverbands, Rainer Will, dem TV-Sender Oe24. „Jeder zweite Händler hat Existenzängste.“ Nicht zuletzt vor Modeläden bildeten sich in Wien teils lange Warteschlangen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war in den vergangenen Wochen gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich liegt bei rund 150, in etwa auf dem deutschen Niveau von aktuell 147. Ab 19. Mai dürfen - begleitet von einem Schutzkonzept mit Zutrittstests - alle anderen Branchen wie Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur österreichweit wieder ihre Dienste anbieten. (dpa)

Spahn optimistisch zu raschen einheitlichen Regeln für Geimpfte

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch zu einer raschen Einigung über einheitliche bundesweite Erleichterungen für vollständig Geimpfte und von Covid-19 Genesene geäußert. Das Corona-Kabinett werde in seiner Sitzung am heutigen Montag einen ersten Entwurf zu Geimpften, Genesenen und tagesaktuell Getesteten diskutieren, sagte Spahn am Montag in Berlin beim Eintreffen zu hybriden Beratungen des CDU-Präsidiums. Wenn man diesen Entwurf nun in der Bundesregierung schnell abstimmen könne, könnten die neuen Regeln sicherlich auch in dieser oder in den nächsten ein, zwei Wochen umgesetzt werden.

Etwa beim Öffnen des Einzelhandels und der Außengastronomie sowie bei der Einreise könnten alle drei Gruppen in der Perspektive gleichgestellt werden, sagte Spahn. Der Minister wiederholte seine Ankündigung, dass die Priorisierung beim Impfen spätestens im Juni aufgehoben werden könne. Wichtig sei aber: „Das heißt nicht, dass dann alle im Juni sofort geimpft werden können.“ Es werde weiterhin eine gewisse Wartezeit geben, weil man nur soviel impfen könne, wie auch Impfstoff vorhanden sei. (dpa)

Tavernen und Bars in Griechenland wieder geöffnet – aber nur draußen

Sechs Monate nach ihrer Schließung wegen der Corona-Pandemie sind am Montag die Bars und Tavernen im Urlaubsland Griechenland wieder geöffnet worden - allerdings mit Auflagen. So muss das Personal zwei Mal pro Woche einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen und immer eine Maske tragen, wie der Staatsrundfunk (ERT) berichtete. Stehende Gäste und Musik sind nicht erlaubt, an einem Tisch dürfen höchstens sechs Personen sitzen. Zudem müssen die Stühle zwischen zwei Tischen einen Abstand von mindestens 1,80 Metern haben. Tavernen und Bars müssen um 22.45 Uhr schließen. Von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr gilt nämlich weiterhin ein Ausgangsverbot.

Trotz der strengen Auflagen wird davon ausgegangen, dass die Menschen bei herrlichem Wetter im ganzen Land sofort in die Cafés und Tavernen strömen werden. In Griechenland wurde am Wochenende das orthodoxe Osterfest begangen, Montag ist noch Feiertag. (dpa)

RKI registriert 9160 Corona-Neuinfektionen und 84 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9160 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wiedergeben. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 84 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11 907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 60 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 146,9. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 146,5 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 425 982 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 040 700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83 276.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 0,92 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Ärztepräsident sieht großen Verbesserungsbedarf nach Corona-Krise

Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht als Lehre aus der Corona-Krise großen Verbesserungsbedarf von Notfallplänen bis zur Pflege - aber auch eine Warnung vor zusätzlichem Kostendruck. „Wir brauchen eine kritische Analyse der jetzt zu Tage getretenen Schwächen“, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. „Der Wert des Gesundheitswesens ist in der Krise aber sehr deutlich geworden.“ Daran sollte man sich erinnern, wenn wieder Debatten darüber geführt würden, wie Strukturen ausgedünnt und auf reine Kosteneffizienz getrimmt werden sollten.

Lehren aus dem Corona-Krisenmanagement sind ein Thema des Deutschen Ärztetages, der an diesem Dienstag als Online-Veranstaltung beginnt. Es sind die ersten großen Beratungen der Ärzteschaft seit Beginn der Pandemie, nachdem der Ärztetag im vergangenen Jahr ausgefallen war.

Reinhardt sagte, Deutschland müsse sich den Mehraufwand für Reserven an Betten oder Schutzausrüstung leisten. „Es darf nicht wieder so etwas wie im Frühjahr 2020 passieren, als wir nicht einmal Masken und Schutzkleidung hatten.“ Katastrophenpläne und Vorgaben für Krisenstäbe müssten standardisiert und laufend aktualisiert werden. „Der Ernstfall muss regelmäßig geübt werden.“

In der Alten- und Krankenpflege seien Druck und Personalmangel nicht erst durch Corona entstanden. „Viele Mitarbeiter in diesen Bereichen müssen sich jetzt komplett verausgaben, um die Krise einigermaßen managen zu können.“ Diese Menschen dürfe die Politik nicht aus dem Blick verlieren. „Sie verdienen eine höhere Wertschätzung, bessere Arbeitsbedingungen und auch eine bessere Bezahlung.“

Zu den Gesundheitsämtern sagte Reinhardt, man habe nun die Erfahrung machen müssen, dass der öffentliche Gesundheitsdienst „geradezu kaputtgespart“ worden sei. „Das muss dringend umgekehrt werden.“

Schwangere mit Covid-19 auf Intensivstation - Mediziner für Impfung

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versorgen Intensivmediziner zunehmend an Covid-19 erkrankte Schwangere. Allein in den vergangenen zwei Wochen habe es fünf solcher Fälle gegeben, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Stefan Kluge, der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Fälle sind besonders dramatisch. Wir sollten in Deutschland unbedingt auch Schwangere impfen.“ Das sei auch die Einschätzung im Kollegenkreis. Schwangere hätten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, wenn sie sich mit Sars-CoV-2 infizieren. Bei ihnen sei das Immunsystem generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert.

Die aktuelle Häufung hat nach Einschätzung Kluges auch damit zu tun, dass die Frauen wegen der UKE-Expertise aus anderen Häusern dorthin verlegt werden. Allerdings habe es am UKE im gesamten Jahr 2020 nur einen solchen Fall gegeben, in den ersten Monaten 2021 schon sieben. „Wir sehen diese Fälle nun häufiger, das ist ein neues Phänomen“, sagte Kluge. Das liege auch an der Variante B.1.1.7, die deutlich ansteckender ist und im Verdacht steht, schwerere Krankheitsverläufe zu verursachen: „Deutschlandweit haben wir mittlerweile viel mehr Infektionen bei Jüngeren unter 50 Jahren, auch bei Kindern.“ Frauen im gebärfähigen Alter scheinen nun also eher vom Virus erreicht zu werden. Kluge sagte, ein Teil der Frauen habe sich wahrscheinlich bei den eigenen Kindern angesteckt. Meist sei die ganze Familie positiv.

Die betroffenen Patientinnen seien Frauen um die 30, die im Regelfall keinerlei Vorerkrankungen hätten. „Diese Frauen stehen mitten im Leben. Für die behandelnden Teams sind diese Fälle sehr belastend“, sagte Kluge. Die Frauen seien meistens im dritten Trimester der Schwangerschaft. Teils stünden Ärzte und Pflegekräfte vor der Frage, ob und wann das Kind entbunden werden müsse. Auch die Gabe von Medikamenten sei bei Schwangeren natürlich ein heikles Thema.

Eine Impfung gegen Covid-19 wird Schwangeren in Deutschland bislang nicht generell empfohlen. Bei Vorerkrankungen etwa ist es aber möglich, „nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung“, wie es in der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) heißt. Nach Kluges Einschätzung werden Schwangere hierzulande aber bisher kaum geimpft, auch aus Angst vor etwaigen Folgen.

Kluge betonte: „Das Risiko der Impfung ist nicht Null, aber der Nutzen ist größer.“ Er appellierte an Schwangere, die Verhaltensregeln zum Schutz vor einer Ansteckung besonders strikt einzuhalten und eine Impfung gemeinsam mit dem Arzt in Erwägung zu ziehen, der Partner solle möglichst ebenfalls geimpft sein. In mehreren anderen Ländern werden mRNA-Impfstoffe bei Schwangeren eingesetzt und die Impfung empfohlen. Beim Grippeschutz gehören Schwangere zu den Gruppen, bei denen die Stiko die Impfung empfiehlt.

Städte- und Gemeindebund fordert einheitlichen Öffnungsplan

Der Städte- und Gemeindebund hat angesichts der zuletzt rückläufigen Zahl der Corona-Neuinfektionen von der Bundesregierung einen langfristigen Öffnungsplan gefordert. „Nach über einem Jahr Pandemie ist das Motto „Wir fahren auf Sicht“ kaum noch vermittelbar. Langfristige Perspektiven - wenn auch unter Vorbehalt sinkender Infektionszahlen - sollten jetzt auf den Weg gebracht werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Rheinischen Post“ (Montag). „Die Inzidenzzahlen sinken, die Impfkampagne nimmt Fahrt auf. Wir können hoffen, dass wir die dritte Welle bald überwunden haben. Mit immer mehr geimpften Personen wird im Sommer mehr Normalität möglich sein.“ Bei der Erstellung eines solchen Fahrplans stünden Bund und Länder in der Pflicht.

Mit Blick auf die Debatte zu möglichen Erleichterungen für Geimpfte kritisierte Landsberg, dass eine langfristige Planung versäumt wurde. Die Politik stehe deshalb nun unter enormem Zeitdruck.

+++ Ticker von Sonntag, 2. Mai +++

Indien meldet Tagesrekord an Corona-Toten

In Indien sind an einem Tag noch nie so viele Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. 3689 Todesfälle wurden nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Sonntag registriert. Erst am Samstag hatte Indien mit seinen über 1,3 Milliarden Einwohnern als erstes Land weltweit an einem Tag mehr als 400 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfasst. Das Gesundheitssystem ist überfordert, Krankenhäuser und Krematorien sind überfüllt, es mangelt an medizinischem Sauerstoff, Medikamenten und Impfdosen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Indien rund 19,5 Millionen Menschen angesteckt, insgesamt 215 542 starben. Mehrere Länder, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Japan, haben Indien Unterstützung zugesagt. Am Samstagabend erreichte eine Maschine der Luftwaffe die Hauptstadt Neu Delhi mit 120 Beatmungsgeräten.

Astrazeneca nimmt für Non-Profit-Impfstoff weniger Ertrag hin

Der Corona-Impfstoff-Hersteller Astrazeneca hat mit seinem Vakzin im ersten Quartal fast 300 Millionen Dollar eingenommen - nimmt allerdings einen geringeren Gewinn hin. In den ersten drei Monaten lag der Umsatz mit dem Covid-19-Impfstoff weltweit bei rund 275 Millionen Dollar (226,8 Mio Euro), wie das britisch-schwedische Unternehmen am Freitag in Cambridge mitteilte. Astrazeneca hatte sich von Beginn an auf die Fahnen geschrieben, mit dem Impfstoff, der federführend von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, während der Pandemie keine Gewinne erwirtschaften zu wollen. Der um 55 Prozent gestiegene Kerngewinn je Aktie lag nun bei 1,63 Dollar und sei wegen des Pandemie-Impfstoffs 3 Cent geringer ausgefallen, so das Unternehmen.

Während viele Pharmakonzerne zuletzt über schleppende Geschäfte berichteten, da Menschen weniger zum Arzt gehen, bescherte Astrazeneca das Geschäft mit Krebsmedikamenten und neuen Arzneien steigende Umsätze. Zwischen Januar und März kletterten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf rund 7,3 Milliarden Dollar. Die Corona-Impfung herausgerechnet, betrug der Zuwachs noch elf Prozent. Der Gewinn übertraf trotz Pandemie die Erwartungen.

Konzernchef Pascal Soriot sprach von „soliden Fortschritten“ in den vergangenen drei Monaten. „Neue Medikamente haben zu mehr als der Hälfte unseres Umsatzes beigetragen, und alle Regionen sind ermutigend gewachsen.“ Für das Gesamtjahr 2021 erwartet Astrazeneca ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerprozentbereich. Pro Aktie rechnet der Konzern mit einem Ergebnis zwischen 4,75 und 5,00 US-Dollar (umgerechnet aktuell 3,92 bis 4,13 Euro).

Disneyland in Kalifornien nach langer Corona-Pause wieder geöffnet

13 Monate lang war Disneyland wegen der Corona-Pandemie stillgelegt, nun hat der beliebte Freizeitpark in Kalifornien wieder auf. Mit dem Slogan „Der Zauber ist zurück“ hieß der Disney-Konzern am Freitag die ersten Besucher willkommen. Auch der benachbarte Vergnügungspark, Disney California Adventure Park, ist wieder in Betrieb.

Nach großen Impf-Fortschritten in dem Westküstenstaat sind in den letzten Wochen viele Corona-Beschränkungen gelockert worden. Disneyland-Besucher sind aber angewiesen, Schutzmasken zu tragen und Abstandsregeln zu befolgen. Derzeit ist eine Auslastung von 25 Prozent erlaubt, zunächst haben aber nur Besucher mit Wohnsitz in Kalifornien Zugang. Eine Reservierung ist erforderlich.

Der Freizeitpark hatte im März vorigen Jahres den Betrieb eingestellt. Die geplante Wiedereröffnung im Juli musste nach den strikten Pandemie-Auflagen in Kalifornien abgesagt werden.

Die Attraktionen auf dem Gelände in Anaheim vor den Toren von Los Angeles sind ein großer Touristenmagnet. In der 66-jährigen Geschichte von Disneyland kam es nur wenige Mal zu eintägigen Schließungen, etwa 1963 nach der Ermordung von Präsident John F. Kennedy, 1994 nach dem Northridge-Erdbeben bei Los Angeles und zuletzt nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001.

Umfrage: In der Corona-Krise hat die Hilfsbereitschaft zugenommen

Trotz mancher Gereiztheit hat die Corona-Krise die Deutschen laut einer neuen Umfrage sozial sensibler gemacht. In der Untersuchung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski bejahten drei Viertel (76 Prozent) der 1000 Teilnehmer eine entsprechende Frage. Vor allem Ostdeutsche (85 Prozent) und ältere Menschen über 65 Jahren (80 Prozent) vertreten diese Ansicht, während Westdeutsche (74 Prozent) und die unter 30-Jährigen (68 Prozent) die gesellschaftliche Auswirkung der Corona-Krise etwas skeptischer sehen.

Gleichwohl ist die Hilfsbereitschaft der Jüngeren nach eigenem Bekunden höher als die der Älteren. Die unter 30-Jährigen stimmten zu 89 Prozent der Aussage zu: „Ich stehe heute schon Freunden und Nachbarn öfter für Hilfeleistungen zur Verfügung.“ Die über 65-Jährigen pflichteten dieser Aussage nur zu 79 Prozent bei. Insgesamt gaben 86 Prozent der Befragten an, in der Corona-Krise hilfsbereiter geworden zu sein, wobei Ost- und Westdeutsche nur minimal auseinander lagen.

„Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung geht verändert aus der Corona-Krise hervor“, erklärte Opaschowski. „Hilfsbereitschaft und die Kontaktpflege zu Freunden und Nachbarn werden zu einer neuen Währung, zum sozialen Kitt für das Zusammenleben.“ Als Beispiele nannte der Zukunftsforscher Fahrdienste und Einkaufshilfen sowie Telefon-, Besuchs oder Babysitterdienste. „In Not- und Krisenzeiten entsteht Zusammenhalt durch Zusammenrücken“, betonte der 80-Jährige.

Die Umfrage seines Instituts bestätigt mehrere ähnliche Studien aus dem vergangenen Jahr, etwa vom Basel Institute of Commons and Economics oder von der Bertelsmann Stiftung. Der verbreitete Eindruck, dass die Stimmung infolge der Corona-Maßnahmen gereizt sei, widerspreche den Studienergebnissen nicht, erklärte Opaschowski. „Im Alltag nervt vieles“, sagte der Mitbegründer einer Helferbörse. Auch sein Projekt könne seit Monaten nicht mehr arbeiten. „Viele Menschen fühlen sich alleingelassen, insbesondere von den Institutionen. Sie suchen aber erfolgreich die Hilfe des Nahmilieus“, konstatierte Opaschowski.

DJV: Hass darf in diesem Land nicht gesellschaftsfähig werden

Angesichts des Internationalen Tages der Pressefreiheit am Montag haben Organisationen und Politiker in Deutschland an die Bedrohungen für freie Berichterstattung erinnert. „Wenn sich die Zahl der Gewalttaten gegen Journalisten in einem Jahr verfünffacht hat, haben die Grundrechte - und hier vor allem die Pressefreiheit - in Deutschland ein ernsthaftes Problem“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall. „Intoleranz, Hass gegen unabhängige Stimmen und Gewaltanwendung gegen alle, die anderer Meinung sind, dürfen in unserem Land nicht gesellschaftsfähig werden. Politik, Polizei und Zivilgesellschaft sind aufgerufen, die Pressefreiheit zu verteidigen.“

Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters erklärte: „Leider sehen wir vermehrt, dass Journalistinnen und Journalisten angefeindet werden, dass Hass und Häme im Netz mitunter in tätliche Angriffe münden, dass Desinformationen unsere Demokratie bedrohen. Diese Hetze oder gar körperliche Gewalt (...) verurteile ich auf das Schärfste.“ Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kündigte an: „Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wenn Journalisten zum Beispiel bei Demonstrationen an ihrer Arbeit gehindert oder sogar angegriffen werden.“

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hatte Deutschland im April in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit herabgestuft, so dass es erstmals aus der Spitzengruppe herausfiel. Aufgrund der vielen Übergriffe auf Corona-Demonstrationen sei die Lage der Pressefreiheit in Deutschland nicht mehr „gut“, sondern nur noch „zufriedenstellend“ - laut RSF ein „deutliches Alarmsignal“.

Pünktlich zum Gedenktag erscheint die neue Edition des Buches „Fotos für die Pressefreiheit“ von Reporter ohne Grenzen. Es beleuchtet die „wichtigsten Brennpunkte aus rund 20 Ländern sowie bewegende Hintergründe des Nachrichtengeschehens“, so die Organisation. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf den Protesten in Belarus. „Politische Krisen, Konflikte und die weltweite Verbreitung des Coronavirus haben das Jahr 2020 geprägt. Auch die Presse- und Meinungsfreiheit ist im Zuge der Pandemie in vielen Teilen der Welt neuen Angriffen ausgesetzt gewesen“, mahnte RSF.

Verbände: Zuviel Bürokratie bei Förderung von Menschen mit Handicap

Wissenschaftler und Verbände beklagen überbordende Bürokratie bei der Förderung und Versorgung von Menschen mit Behinderung. Für betroffene Familien sei es enorm schwierig und viel zu kompliziert, an Hilfen zu kommen, sagte Thorsten Langer, der am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uni-Klinik Freiburg eine Studie zu chronisch kranken Kindern in der Pandemie mitbetreut. „Die Familien bräuchten dringend Erleichterung und Navigationshilfe.“ Viele Menschen könnten sich da nicht durchkämpfen, wodurch ihre Kinder am Ende schlechter versorgt würden.

Bundesweit sei über die Jahre der Dschungel der Bürokratie für von Behinderung Betroffene immer undurchdringlicher geworden - „das ist verheerend und ein Skandal“, sagte auch Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg. „Es behindert schnelle Hilfen und es diskriminiert die Betroffenen zusätzlich.“ In Zeiten von Corona gelte das umso mehr.

Zwar sei der Anspruch auf Leistungen im Gesetz verankert. „Man muss ihn aber auch umsetzen können“, sagte Pagel-Steidl. Stattdessen würden die Betroffenen von einem Kostenträger zum nächsten geschickt, müssten die immergleichen Anträge jedes Jahr aufs Neue stellen und gerieten dabei oftmals unter die Räder. „Es zermürbt die Menschen, viele geben auf“, sagte sie. „Wer nicht kämpfen kann, hat verloren.“

RKI registriert 16 290 Corona-Neuinfektionen und 110 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 16 290 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 110 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:58 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18 773 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 146,5 - damit entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz am sechsten Tag in Folge rückläufig. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 148,6 angegeben, vor eine Woche mit 165,6.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 416 822 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 024 600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83 192.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Linnemann und Kuban: Mehr Rechte auch für negativ Getestete

Die beiden CDU-Politiker Carsten Linnemann und Tilman Kuban haben mehr Rechte nicht nur für Geimpfte und Genesene, sondern auch für negativ Getestete gefordert. „Wer einen aktuellen Testnachweis vorlegen kann, der von geschultem Personal durchgeführt wurde, muss wieder im Restaurant sitzen und Hotelzimmer oder Ferienwohnungen buchen können“, sagte Linnemann der „Welt am Sonntag“. Die geplante Bundesverordnung zu Ausnahmeregeln für Geimpfte und Genesene müsse entsprechend ergänzt werden. Linnemann ist Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU und CSU.

Kuban, Vorsitzender der Jungen Union, warnte vor Ungleichbehandlungen, sollten nur Geimpfte und Genesene von Corona-Beschränkungen ausgenommen werden. „Die allermeisten jungen Menschen verhalten sich seit über einem Jahr sehr solidarisch, gehen für Ältere einkaufen, helfen in den Impf- und Testzentren und stellen sich richtigerweise hinten an bei der Impfreihenfolge“, sagte er der Zeitung. „Es darf nicht das Signal geben, dass bereits ein Teil der Gesellschaft wieder reisen und normal leben darf, während andere noch Monate ausharren.“

Schon heute klappten Friseurbesuche mit Tests sehr gut, dies müsse demnächst auch in Restaurants, beim Kurzurlaub oder beim Shoppen möglich sein. „Hier braucht es dringend eine Nachbesserung der Verordnung gerade mit Blick auf die privaten Treffen.“

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