Wilhelmshaven /Bockhorn Der Frühling lockt viele Menschen in die Natur, was trotz Kontaktsperre nicht verboten ist. Ganz im Gegenteil, ein wenig frische Luft ist bekanntlich gesund. Doch auch abseits von den aktuellen Vorsichtsmaßnahmen um Zuge der Corona-Pandemie gelten die schon zuvor bekannten Regeln für Hundehalter – in einigen Bereichen besteht ganzjährig eine Leinenpflicht.

Dass sich daran längst nicht alle halten, haben schon mehrere unserer Leser beobachtet. „Wir fahren sehr viel mit dem Fahrrad und stellen immer wieder fest, dass viele Hundehalter ihre Vierbeiner nicht angeleint haben. Eigentlich sollten Hundehalter diese Regelung kennen“, schreibt beispielsweise Heike Bruns.

Gerade in der Setz-, Brut- und Aufzuchtzeit vom 1. April bis 15. Juli sei es wichtig, dass Hunde sich nicht einfach überall austoben und somit möglicherweise andere Tiere gefährden. Daher besteht momentan in freier Landschaft Leinenzwang auf Grundlage des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG, § 33 Abs. 1).

Nicht alle Hundehalter sind vernünftig

„Ich bin generell kein Freund von Leinenpflicht“, sagt der zertifizierter Hundeerzieher und -verhaltensberater Rolf Scherer von der mobilen Hundeschule Friesland in Bockhorn. Da aus seiner Sicht jedoch längst nicht alle Hundehalter vernünftig genug sind, um ihre Vierbeiner entsprechend im Auge zu behalten und zurückrufen, sei sie vor allem jetzt sehr wichtig. „Andernfalls richten Hunde durchaus immensen Schaden in der freien Landschaft an, schrecken Wild auf oder stören brütende Vögel.“

Allerdings brauchen auch Vierbeiner entsprechend Auslauf, was aufgrund der aktuell gesperrten Freilaufflächen in der Jadestadt für Hunde in Zeiten von Corona deutlich schwieriger ist. Denn dies scheinen die derzeit einzig denkbaren Alternativen. „Sicher ist die Zeit, Freilaufflächen zu sperren, ungünstig. Schließlich müssen Hunde artgerecht ausgeführt werden“, so Scherer weiter.

Da er seine Hundeschule derzeit nicht öffnen darf, hat er eine Alternative geschaffen. „Herrchen können unseren Hundeplatz nach Terminvereinbarung kostenlos nutzen und ihre Vierbeiner hier laufen lassen – allerdings unter Berücksichtigung der aktuellen Hygieneregeln.“ Rolf Scherer empfiehlt zudem, sich Anregungen im Internet zu holen, um auch verschiedene Hausübungen mit dem Hund vorzunehmen. „Das ist sicher für Herrchen als auch Vierbeiner eine tolle Abwechslung.“

Leinenpflicht auch abseits der Brut- und Setzzeit

In Wilhelmshaven gilt derweil auch abseits der Brut- und Setzzeit in einigen Bereichen eine Leinenpflicht. In der Satzung der Stadt Wilhelmshaven über die Benutzung von öffentlichen Anlagen, zu denen „alle städtischen Grünanlagen, insbesondere Parks sowie gärtnerisch gestaltete Anlagen, die der Erholung der Bevölkerung und/oder der Gestaltung des Orts- und Landschaftsbildes dienen und der Öffentlichkeit zugänglich sind sowie sonstige öffentlich zugängliche befestigte Plätze“, heißt es, dass Hunde an der Leine zu führen sind.

„Zusätzlich sind beispielsweise die Maade und angrenzende Bereiche Landschaftsschutzgebiet (LSG WHV Nr. 88 ´Maade - Barghauser See - Fort Rüstersiel´). Hier ist es ebenfalls ganzjährig untersagt, Hunde frei laufen zu lassen oder abseits befestigter Wege zu führen (§ 4 LSG-VO)“, erklärt Julia Muth, Sprecherin der Stadt Wilhelmshaven, auf WZ-Nachfrage. Überall dort, wo außerhalb der Setz- und Brutzeit keine generelle Leinenpflicht gilt, müsse der Hund aber zumindest jederzeit abrufbar sein.

Die gesamte Satzung der Stadt Wilhelmshaven zur Nutzung öffentlicher Parkanlagen im Internet unter

Michael HackerLokalredaktion

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