Wilhelmshaven Das Konzert erinnerte an die US-amerikanische Band „The Blues Brothers“, die Ende der 70er, Anfang der 80er-Jahre vor allem mit Coverversionen von Blues- und Soul-Klassikern bekannt wurde.

1977 hatten die beiden Schauspieler und Komiker John Belushi (als Sänger „Joliet“ Jake Blues) und Dan Aykroyd (als Sänger und Mundharmonika-Spieler Elwood Blues) ihren ersten Auftritt als „Blues Brothers. Der Kultfilm aus dem Jahr 1980 hat seit nunmehr 40 Jahren eine eingeschworene Fangemeinde.

Das war auch im Publikum zu sehen. Nicht wenige Gäste erschienen im bekannten Kleidungsstil der Blues Brothers: schwarzer Anzug, schwarze Krawatte, schwarze Sonnenbrille. In dieser Kluft standen auch die britischen Performance-Künstler Dave Wiggins und Christopher Parker an diesem Abend auf der Bühne. Von Anfang an bewegten sie sich rastlos wie ihre Vorbilder. Sie imitierten die schrägen Tänze, zappelten auf einem Bein und führten energische Choreographien auf.

Statt einer Liveband beschallten zwei Standboxen den großen Saal mit etwas blechern wirkenden Tönen. Musikalisch stellten sich so keine Höhen und Tiefen ein. Die Künstler setzten alles auf ihre tänzerische Bühnenpräsenz, die teilweise Turnübungen glich: vom Hampelmann über Rückwärtsrollen bis zum Radschlagen. An anderer Stelle zückte Dave Wiggins aus der mitgebrachten Ledertasche eine Peitsche, mit der er Spielkarten punktgenau aus der Hand seines Kollegen schlug.

„Je mehr ihr mitmacht, desto seltener müssen wir zu euch runterkommen mit dem Mikrofon“, sagten die beiden Briten. Davon ließen sich die beiden dennoch nicht abhalten, die Nähe zum Publikum zu suchen. Sie liefen die Gänge ab, animierten die Gäste, mitzusingen. Für eine Live-Übertragung auf „Instagram“ lockten sie fünf Frauen aus dem Publikum auf die Bühne, die als Background-Tanzgruppe mit ihnen den Song „Flip, Flop and Fly“ aufführten.

Mit akrobatischem Einsatz ging das Publikum auch beim Titel „In the Midnight Hour“ mit. Alle Gäste bewegten ihren Arm wie eine Art Uhrzeiger langsam im Kreis. Bei dem Jazz-Song „Minnie the Moocher“ war schließlich auch gesanglicher Einsatz gefordert: So entwickelte sich zwischen dem Publikum und den Künstlern ein Wechselspiel aus Vor- und Nachsingen, das wie ein Echo durch den Raum zog „Hi-de-hi-de-h-de-hi“ – „Ho-de-ho-de-ho-de-ho“.

Nach zwei Zugaben verschwanden die britischen Musiker wie sie gekommen waren: durch die Gänge wieder nach draußen.

Thorben BehringFreier Mitarbeiter

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