Wilhelmshaven Wer etwa aus beruflichen oder altersbedingten Gründen daran denkt, die eigene Immobilie zu verkaufen oder sich etwas Neues zuzulegen, will von anderer Seite Bestätigung finden: Idealerweise passt die eigene Wunschvorstellung. Doch wie kann diese realistisch bewertet werden? Jörg Tammen, Geschäftsführer der TT Immobilien Wilhelmshaven GmbH, gibt wertvolle Tipps und Tricks.

Jörg Tammen, Geschäftsführer TT Immobilien

Immobilien vergleichen

Verkäufer schlagen die unterschiedlichste Wege ein. Zunächst wird versucht, die eigene Immobilie in ein Wertverhältnis zu den gleichzeitig in der Zeitung angebotenen und auf dem Markt verfügbaren Immobilien zu setzen. Dabei wird schnell klar, dass anderweitig angebotene Immobilien auch viele andere Merkmale aufweisen oder nicht aufweisen - was im Umkehrschluss ergibt, dass die Verkaufssituationen schwer vergleichbar sind.

Dann werden natürlich Freunde und Nachbarn nach ihren Meinungen gefragt. Aber bei eventuellem Kaufinteresse – etwa durch Verwandtschaft der Freunde und Nachbarn – wäre der Preis der besagten Immobilie im Wert unrealistisch nach unten zu korrigieren. Sollten die Nachbarn auch irgendwann an den Verkauf denken, erfährt der Preis der eigenen Immobilie wiederum plötzlich einen Höhenflug.

Verkauf von Immobilien im Internet

Schließlich bleibt noch das Internet. Viele Informationen. Viele Versprechungen. Viele widersprüchliche Aussagen. Wer mit der Online-Suche beginnt, gerät schnell an vermeintliche Samariter und deren Bewertungsdienste. Vollmundig wird angepriesen, die einzig wahre und sichere Wertermittlung leisten und die Immobilie im Anschluss auch verkaufen zu können.

Der Verkauf einer Immobilie will gut überdacht sein, bevor es zu einer Unterschrift kommt.

Doch hier ist zumindest Misstrauen angebracht. Fragen Sie sich:

• Woher sollten sich die Anbieter aus Regionen fern unserer Region schon mit dem örtlichen Immobilienmarkt auskennen?

• Woher nehmen sie ihre Informationen?

• Warum bieten sie ihre Dienstleistung kostenlos an?

• Warum kennen solche Anbieter sich nicht nur mit Immobilien, sondern manchmal auch mit der preiswertesten Beseitigung von Rohrverstopfungen sowie Elektroarbeiten aus?

Die Antwort ist so einfach wie für solche Anbieter genial: Denn die einmal eingegebenen Daten von Interessenten werden teuer und vielfach verkauft. Noch einmal sacken lassen: Verkauft!

Was passiert mit den Daten?

Auf einer Fortbildung berichtete ein Kollege von einem Immobilieneigentümer, der so seine Informationen im Internet eingegeben hatte. 36 Makler und diejenigen, die solche Anschriften kauften, meldeten sich daraufhin bei ihm. Statt einer soliden Bewertung und einen erfolgreichen Verkauf erreichte der Anbieter, der seine Daten so weitergegeben hatte, nur Angst und Schrecken vor dem klingelnden Telefon.

Uns langjährige Immobilienprofis erschließt sich nicht, warum sich Kunden zu solchen Dateneingaben verlocken lassen. Die Frage muss immer lauten: „Was passiert mit den Daten, und wer bekommt diese?“

Verkäufer können und sollten sich unverbindlich an einen Immobilien-Profi in seiner Stadt wenden. Diese sind oft namentlich und vielleicht sogar persönlich bekannt. Und sie garantieren durch oft jahrzehntelange Arbeit im regionalen Immobilienmarkt die Erfahrung und Qualität, die für eine Werteinschätzung und einen erfolgreichen Verkauf benötigt werden.

Die Arbeit der Immobilienfachleute ist zudem für den Verkäufer in der Regel kostenfrei, da die Käufer die Provision übernehmen.