Wiesmoor „Vielleicht war die Verwaltung zu schnell für die Politik“, kommentierte Bürgermeister Friedrich Völler (SPD) in einem Pressegespräch zu dem Thema des Hallenbad-Cafés in Wiesmoor. Der städtische Fachbereich Bauen hatte in einer Ausschusssitzung zwei Varianten für den Neubau des Eingangsgebäudes vorgelegt, in denen der Gastronomiebereich nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt – und anstatt eines Cafés in der bisherigen Form nur noch ein Kiosk oder eine Versorgung aus Automaten vorgesehen ist.

„Die Diskussion ist ja förmlich explodiert“, wundert sich der Verwaltungschef über die zahlreichen, sehr emotional geführten Resonanzen zu den Plänen. „Dabei hat es sich ja lediglich um grobe Überlegungen gehandelt, um eine 60-Prozent-Landesförderung aus dem Programm für Sportstätten beantragen zu können.“ Nur aus diesem Grund – die vorgesehene Beantragung bis zum 1. März – habe die Stadtverwaltung zeitlichen Druck gemacht.

„Die Diskussion ist förmlich explodiert“

Doch der ist nach Aussage Friedrich Völlers jetzt erst einmal heraus. „Fachbereichsleiter Sven Lübbers hat noch einmal mit dem zuständigen Ministerium gesprochen und erhielt die Nachricht, dass wir einen Antrag auch zum Stichtag 1. März des nächsten Jahres stellen können.“ Die Verwaltung wolle sich daher nun mehr Zeit für das auf eine Million Euro veranschlagte Projekt nehmen. „Wir führen umfangreiche Gespräche mit allen Beteiligten, den bisherigen Café-Pächtern Paressa und Harry Chryssochoidis, den Mitarbeitern im Hallenbad und den Nutzern. Wir möchten das Thema sachlich und in aller Ruhe zu einem Konsens bringen“, betonte der Bürgermeister. Wer gute und konstruktive Vorschläge habe, dürfe sich gerne einbringen.

Erschrocken hat Friedrich Völler vor allem die Art und Weise der Diskussionen um den Erhalt des Hallenbad-Cafés. „In sozialen Netzwerken gab es teilweise massive Anfeindungen und Beleidigungen gegen unsere Mitarbeiter. So kann man nicht miteinander umgehen“, erboste sich der Rathauschef. So heftige Reaktionen habe man nicht erwartet. Allerdings übte er auch Selbstkritik: „Vielleicht hätte die Kommunikation durch die Verwaltung im Vorfeld anders laufen müssen.“

Sanierung ist unumgänglich

Völler betont, dass man um eine Sanierung des betreffenden Gebäudeteils aus dem Jahr 1964 nicht umhin komme. „Im Außenmauerwerk zeichnen sich Setzungsrisse ab, es fehlt an Umkleide und Sozialräume, und das Aufsichtspersonal arbeitet in Räumen, die den erforderlichen Standards längst nicht mehr genügen.“ Deshalb hat die Verwaltung im kommunalen Haushalt für dieses Jahr 25 000 Euro an Planungskosten veranschlagt.

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