Wangerland /Wangerooge Das Wangerland und die Insel Wangerooge erwarten zu Pfingsten zahlreiche Urlauber und sind entsprechend auf den Ansturm vorbereitet. Nachdem im Wangerland bereits das vergangene Himmelfahrtswochenende ein Testlauf war, wird es an diesem Wochenende weitere Vorkehrungen geben, erklärte am Freitag Bürgermeister Björn Mühlena, denn: „Wir erwarten viele Fahrzeuge.“ Das könnte vor allem in Schillig zu einem Verkehrschaos führen. Der Ort werde aber nicht abgeriegelt, der Verkehr solle durch Halteverbote und Absperrungen geregelt werden. Mitarbeiter von Gemeinde und Wangerland Touristik sind zudem im Einsatz.

Weil über Himmelfahrt auf dem Freizeitgelände in Hooksiel viele Camper verbotenerweise übernachtet haben, wird auch hier seit Donnerstag verstärkt kontrolliert, um Wildcamping zu unterbinden. Die Auslastung im Wangerland über Pfingsten sei in diesem Jahr „wieder sehr gut“, teilt die WTG weiter mit. Die Campingplätze und Reisemobil-Stellplätze, die zu 50 Prozent belegt werden dürfen, sind sogar komplett ausgebucht. „Hätten wir alle Stellplätze zur Verfügung, wären alle belegt. So hoch ist die Nachfrage“, ergänzte Mühlena. Für Kurzentschlossene seien aber noch Restkapazitäten vorhanden.

Inselbürgermeister Marcel Fangohr beruft sich auf die Zahlen des Verkehrsvereins, laut denen die Insel zu 82 Prozent ausgelastet ist. „2019 waren es 85 Prozent, wir bewegen uns also auf Vorjahresniveau“, erklärte Fangohr. Gerechnet habe er damit nicht. Doch nachdem der Mindestaufenthalt von sechs Nächten auf eine Nacht reduziert wurde und auf der Insel genau wie am Festland die Sieben-Tage-Wiederbelegungsfrist gilt, „haben sich viele sicher noch kurzfristig für einen Inselaufenthalt entschieden“, vermutete Fangohr, der eindringlich an Insulaner und Gäste appelliert, sich an die Corona-Regeln zu halten.

Übernachtungs- und Tagesgäste

Schon am Himmelfahrtswochenende haben die Küstenorte und Inseln einen Besucheransturm erlebt. Mit den seit Montag geltenden neuen Corona-Lockerungen werden über Pfingsten noch einmal mehr Gäste erwartet. Denn seit Wochenbeginn dürfen Touristen auch wieder in Hotels übernachten – allerdings gilt eine Auslastung von höchstens 60 Prozent.

Während auf den Inseln nach wie vor keine Tagestouristen erlaubt sind und Urlauber mindestens eine Nacht bleiben müssen, rechnen die Küstenorte am Festland nicht nur mit vielen Übernachtungs-, sondern vor allem auch mit Tagesgästen. Auf jeden Fall stehen im Wangerland seit Mittwoch rund 1200 Strandkörbe an den Stränden zur Verfügung, die allesamt mit digitalen Schlössern versehen wurden. Die Körbe sind damit online buchbar, das erspart Gästen lange Wartezeiten an den Strandkassen.

Um ein Verkehrschaos in Schillig möglichst zu vermeiden, wird auf der Jadestraße ein beidseitiges Halteverbot eingerichtet, zudem wird die Inselstraße abgeriegelt, sodass nur noch Anlieger ins Wohngebiet fahren können. Außerdem sei pünktlich vor Pfingsten die Erweiterung des Parkplatzes Mellumweg abgeschlossen worden, sodass es dort nun mehr Stellplätze gibt. Zudem sei die Gemeinde im Gespräch mit einem Landwirt, um eventuell weitere Flächen zur Verfügung zu haben. Zusätzlich sind Mitarbeiter der Gemeinde und der Wangerland Touristik (WTG) im ständigen Einsatz. Wichtig sei, so Mühlena, „das wir die Zufahrtsstraßen frei halten“.

In Hooksiel gab es am Himmelfahrtswochenende vermehrt Probleme mit Wildcampern. Teilweise wurden mehr als 100 Wohnmobile auf dem Freizeitgelände gezählt, viele Camper übernachteten dort sogar verbotenerweise. Eigentlich sei es ausgeschildert, dass das Übernachten zwischen 21 und 8 Uhr dort verboten ist, doch „die Schilder sind abhanden gekommen“, berichtete Mühlena. Neue wurden inzwischen aufgestellt, zudem kontrollierten am Donnerstagabend Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der WTG vor Ort 30 Camper und wiesen diese auf das Übernachtungsverbot hin. „Es waren alle einsichtig, nur einer nicht“, sagte Mühlena. „Wir werden die Entwicklung täglich verfolgen und, wenn nötig, weiter kontrollieren.“

Bußgeld

Beim Camping auf unerlaubten Flächen könne „die Registrierungspflicht für Camper nicht gewährleistet werden“, teilt die WTG mit. Bei einer ersten Kontrolle wird zunächst auf das Verbot hingewiesen, gibt es bei einer zweiten Kontrolle Zuwiderhandlungen wird gegebenenfalls ein Bußgeld verhängt.

Auf den Inseln öffnen längst nicht alle Hotels, auch wenn sie seit Montag wieder dürften. „Es stellt sich die Frage: Rechnet sich das?“, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Tourismus-Gesellschaft Ostfriesische Inseln. Zudem hätten manche Betreiber Sorge, im Falle eines Corona-Ausbruchs dem Ruf der Branche zu schaden. Darum mahnt Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr einmal mehr einen respektvollen Umgang miteinander an: „Es ist wichtig, dass sich alle an die Regeln halten. Ein Corona-Ausbruch auf der Insel würde unsere Wirtschaft immens einschränken.“

Trotz des erwarteten Gästeandrangs rechnet Fangohr nicht mit einem Versorgungsengpass: „Einzelhandel und Gastronomie konnten sich in den letzten Wochen vorbereiten. Ich glaube, dass wir gut aufgestellt sind.“ Die Kurverwaltung hat mit Dienstleistern und Leistungsträgern ein Hygienehandbuch erstellt, das kontinuierlich angepasst wird.

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