Schillig Dass der Kurzurlaub mit seinen Eltern in Schillig diese Wendung nehmen würde, das hätte der neunjährige Sven-Jannik wohl nicht gedacht. Denn als er am Freitag gegen frühen Abend mit seiner Mutter Silke im Watt buddelte, hat er dort den alten Zünder einer Granate gefunden. Später stellte sich heraus, dass es sich um den Sprengkopf einer Artilleriegranate handelte. Das blieb an dem Tag aber nicht der einzige Granatenfund in Schillig.

Sven-Jannik zeigte den beschmierten Klumpen, der etwa so groß wie die Faust eines Kindes war, seinen Eltern. Auf ihrer Wohnwagenparzelle säuberten sie das Fundstück unter klarem Wasser – keiner von ihnen ahnte zu diesem Zeitpunkt, worum es sich dabei handelte. Im Internet recherchierte Vater Sascha Schnor, was dieses runde Metallstück mit dem Zentimetermaß sein könnte. Als er bei seiner Recherche entdeckte, dass es sich um den Zünder einer Granate handelte, legten sie ihn gleich zur Seite und alarmierten die Polizei. „Wir waren im ersten Moment schockiert, dass unser Sohn so etwas zu unserer Parzelle mitgebracht hat“, erzählt Sascha Schnor im Rückblick.

Die Schnors sind seit dem vergangenen Jahr Saisoncamper auf dem Wohnwagen-Campingplatz in Schillig. Aber bereits vorher waren sie dem Platz treu, kamen oft beispielsweise an Himmelfahrt oder Ostern zu Besuch. Die Familie lebt die restliche Zeit in Oldenburg.

Die Polizisten untersuchten den Granatenzünder

Erst in der vergangenen Woche war der Zünder einer Artilleriegranate in Schillig bei der Minigolfanlage gefunden worden. „Durch die Berichterstattung in der Tageszeitung war mir sofort klar, was zu tun war“, sagt Sascha Schnor. Die alarmierte Notrufzentrale nahm die Daten auf und schickte einen Einsatzwagen der Polizei aus Jever.

Die Polizeibeamten wurden von Sohn Sven-Jannik bereits an der Rezeption in Empfang genommen. „Er war total aufgeregt“, berichtet sein Vater.

Die beiden Polizisten untersuchten den Granatenzünder und machten Fotos davon. Diese schickten sie auf die Polizeiwache, damit man sich dort ein genaueres Bild machen konnte. Denn es musste geklärt werden, ob es sich um scharfe Munition handelte oder um einen alten Sprengzünder.

Wenn der Zünder unbedenklich ist, bleibt er als Erinnerungsstück

Währenddessen zeigte Sven-Jannik den beiden Beamten, an welcher Stelle genau er auf seinen Fund aufmerksam wurde. Die beiden Polizisten erklärten ihm außerdem, wie er sich für den Fall der Fälle bei einem weiteren solchen Fund verhalten sollte. „Er war sehr begeistert von der freundlichen Art der Polizisten.“

Da sich nicht feststellen ließ, ob der Zünder unbedenklich ist, nahmen die Polizisten ihn mit auf die Wache für weitere Untersuchungen.

Jugendliche fanden ebenfalls Munition

Etwas später, gegen 20.15 Uhr, fanden eine Gruppe Jugendlicher während einer Wattwanderung ebenfalls vor Schillig Munition. Sie machten ein Foto, das an den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) geschickt wurde. Dessen erste Bewertung deutete darauf hin, dass die Munition „scharf“ sein könnte. Daraufhin wurde der Fundort bis zum Eintreffen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes abgesichert. Während der Bergung wurde ein weiteres Geschoss gefunden. Laut dem KBD handelte es sich in beiden Fällen um deutsche Artilleriegeschosse mit einer Größe von fünf Zentimetern. Obwohl an beiden die Zünder fehlten, waren sich die Experten einig, dass die Granaten äußerst gefährlich waren. Denn bei nicht fachgemäßem Umgang hätten die sichtbaren Sprengladungen explodieren können.

Deswegen warnt die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland eindringlich davor, Munition anzufassen. Solche Funde sollten nicht bewegt werden und, wenn es möglich ist, bis zum Eintreffen der Polizei nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Torpedosprengkopf auf Wangerooge gesprengt

An der Sandentnahmestelle am Ostende der Insel war bereits am Freitag der Sprengkopf eines Torpedos mit einer 380 Kilogramm schweren Sprengstoffladung gefunden worden. Dieser wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geborgen und vor den Dünen abgelegt, wo er mit Hilfe einer Fernzündung erfolgreich gesprengt werden konnte, teilte die Polizei am Montag mit.

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.