Horumersiel Große Freude herrschte gestern beim Chef der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Armin Kanning. Im Beisein von Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena und Rainer Graalfs von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Friesland, überbrachte Landrat Sven Ambrosy dem Touristikchef den Förderbescheid des Kreistages in Höhe von 500 000 Euro für das neue Thalasso-Zentrum in Horumersiel.

Der Tourismus sei aufgrund der Corona-Krise ganz besonders in Schieflage geraten, so Ambrosy. „Die Dienstleistungen im Tourismus sind nicht nachholbar. Wir befürchten, dass 20 bis 30 Prozent der touristischen Betriebe in Schwierigkeiten geraten sind.“ Mit dem vorgezogenen Förderbescheid, eigentlicher Termin war erst im Sommer, wolle man ein Zeichen für den Tourismus setzen. Man müsse sich auf die Zeit nach Corona vorbereiten, so der Landrat. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken und an Investitionen sparen sondern müssen Gas geben.“ Mit dem Thalasso-Zentrum tue man genau das. Wie einig man sich in dieser Sache sei, zeigten in der Vergangenheit schon die Diskussionen im Kreistag. „Es gab nämlich keine“, betonte Ambrosy. Alle Städte und Gemeinden im Landkreis stünden zu diesem einmaligen Projekt.

Harter Kampf um Gäste

Der Kampf um Gäste werde gerade nach Corona noch härter werden, sagte dann auch Armin Kanning. „Daher ist es gut, dass alle Gremien, sowohl die Politik, als auch die anderen Städte und Gemeinden hinter diesem Projekt stehen.“ „Der 2. Gesundheitsmarkt für Selbstzahler wird immer wichtiger“, fügte Rainer Graalfs an. Und auch Björn Mühlena hob hervor: „Wir dürfen trotz der Krise nicht immer nur meckern. Im Gegenteil. Mit diesem Zentrum können wir wie der Phönix aus der Asche kommen.“

Wie berichtet, plant die WTG in den Räumen des ehemaligen Kurhauses ein Thalasso-Zentrum. Dabei soll es sich um ein reines Thalasso-Zentrum handeln mit dem Schwerpunkt auf dem gesundheitlichen Aspekt. Wellness ist dann nicht vorgesehen.

Krise macht eigentlichem Plan Strich durch die Rechnung

Der Landkreis kommt mit den 500 000 Euro seinem Versprechen nach, das Projekt im Wangerland finanziell zu unterstützen. Diese Co-Finanzierung war notwendig, damit das Land seinen Zuschuss in Höhe von drei Millionen Euro (der Bescheid ist ebenfalls mittlerweile eingegangen) bewilligen konnte. Für das knapp 8,6 Millionen Euro teure Projekt hat die WTG rund eine Million Euro an Eigenmitteln eingeplant, der Rest wird durch Kredite finanziert. Diese Eigenmittel allerdings mussten nun durch die Krise für andere Einnahmeausfälle herhalten. Dennoch sieht WTG-Chef Kanning das Projekt nicht gefährdet. „Den Eröffnungstermin 1. Juli 2022 werden wir halten.“ Die Terminierungen mit den Baufirmen sind bereits getroffen. Zuversichtlich ist Kanning auch deshalb, weil erst diese Woche ein Positionspapier der fünf Küstenstandorte Butjadingen, Dornum, Greetsiel, Norden-Norddeich und Wangerland an die Landesregierung gegangen ist, mit dem dringenden Appell, hier neben dem Anfang der Woche veröffentlichen Niedersächsischen 5-Stufen-Plan, auch finanziell einen Rettungsschirm aufzuspannen. „Wir müssen da noch mal ins Gespräch kommen“, machte Kanning klar.

Sebastian UrbanczykFrieslandredaktion

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.