Bockhorn Im Prozess wegen sexuellen Kindesmissbrauchs gegen den 44 Jahre alten Mann aus Bockhorn fiel gestern das Urteil. Die Große Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren.

Nach Überzeugung des Gerichtes hat der 44-Jährige 1999 und später ein damals vierjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft und in der Zeit von 2017 bis 2019 den siebenjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin mehrfach sexuell missbraucht.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Dr. Dirk Reuter sprach den Angeklagten in allen Anklagepunkten schuldig – auch bezüglich der Taten, die bereits zwanzig Jahre her sind. Die Taten aus dem Jahr 1999 seien nicht verjährt, so Richter Reuter am Donnerstag. Je nach Schwere der Tat betragen die Verjährungsfristen für einen sexuellen Missbrauch zwischen zehn und zwanzig Jahre. Nur: Die Frist beginnt erst ab dem 30. Lebensjahr eines Opfers zu laufen. Das vierjährige Mädchen von damals ist heute 25 Jahre alt.

Lebensgefährtin entdeckte Missbrauchsfotos

Dem Zufall war es zu verdanken, dass die massiven Sexualstraftaten ans Tageslicht gekommen waren. Die Lebensgefährtin hatte beabsichtigt, sich von dem Angeklagten zu trennen. Deswegen hatte sie auf dem Handy des Angeklagten gemeinsame Fotos löschen wollen. Dabei entdeckte die Frau zahlreiche Kinder-Pornofilme. Darunter fand sie auch Aufnahmen vom Missbrauch ihres Sohnes. Die Frau erstattete sofort Anzeige.

Die Festnahme des Mannes ermutigte auch die heute 25-Jährige über ihren Missbrauch zu sprechen und Anzeige zu erstatten. Im Prozess hat der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt und erklärt, schon lange eine Neigung zum Sex mit Kindern zu haben.

Franz-Josef HöffmannFreier Mitarbeiter

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