Schortens Sandra Gudehus ist die Leiterin des Schortenser Pferdestalls, dem Zentrum für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. In unserem Interview wirft sie einen Blick zurück auf das Jahr, in dem das 40-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert wurde. Und zugleich wagt sie einen Ausblick in die Zukunft.


Der „Pferdestall“ besteht jetzt seit 40 Jahren. Können Sie kurz skizzieren, wo die Schwerpunkte der Arbeit damals waren und wo sie heute liegen?

Vor 40 Jahren war der „Pferdestall“ ein klassisches Jugendzentrum. Neben offenen Kinder- und Jugendangeboten gab es Kreativ- und Präventionsangebote, es wurde gekocht und es fanden Konzerte statt – alles für Jugendliche. Heute haben wir eine generationsübergreifende Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Familien. Viele soziale Angebote sind gebündelt. Leitgedanke ist, ein gesundes Leben und Aufwachsen im Gefüge von Familie, Schule und Freizeit zu ermöglichen. Neben offenen Angeboten gibt es auch individuelle Beratungen. Und auch die Grundschulsozialarbeit und die Ferienbetreuung sowie die Straßensozialarbeit sind hier angegliedert. So gibt es ein Netzwerk innerhalb des Hauses.


Zum 40. Geburtstag hat es einen ganzen Feierreigen gegeben. Nach welchen Gesichtspunkten wurden die Veranstaltungen ausgewählt? Und sind sie so angekommen, wie Sie sich das gewünscht haben?

Bei der Planung hat die Leitung mit Vertretern der Gruppen Ideen gesammelt. Unter dem Motto „Pferdestall 4.0“ wurden neun Angebote entworfen, sieben Aktionen wurden umgesetzt, alle waren gut besucht. Es gab unter anderem zum Auftakt einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf das Geburtstagsjahr mit Ideensammlung und kleiner Zukunftswerkstatt. Der 40. Geburtstag des Pferdestalls selbst wurde mit rund 75 geladenen Gästen und der Uraufführung des selbst geschriebenen Theaterstücks der jugendlichen Besucher gefeiert.

Ein toller Erfolg war auch der Familien- und Sportaktivtag, ein Fest für die ganze Familie im Rahmen der Ferienpassaktion in Kooperation mit den Sportvereinen und den Nutzergruppen des Pferdestalls, um nur einige zu nennen. Leider mussten wird den Aktionstag „Was bedeutet Familie in der heutigen Zeit für die Frau?“ in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Schortens absagen, weil es zu wenig Interessenten gab.


Wie geht es im kommenden Jahr weiter? Wo planen Sie neue Schwerpunkte oder Veränderungen im Konzept?

Das generationsübergreifende Angebot soll weitergeführt werden. Ergänzungen im Kreativbereich sind geplant. Auch die 2019 neu eingeführten und gut besuchten Kindernachmittage einmal im Monat sowie die in diesem Schuljahr begonnene Kooperation mit der IGS Schortens im Bereich der „Arbeitsgemeinschaft Gestaltung“ sollen intensiviert werden. Neben den Informationsabenden für Eltern und Erzieher zu Fragen der Kindererziehung, haben wir für 2020 erstmals Infoabende für Senioren geplant. Nicht zu vergessen ist Sillenstede: Hier soll, so wie in diesem Jahr bereits auf dem Aktivspielplatz in Middelsfähr, ein begleitetes pädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche installiert werden.


Der Pferdestall scheint auf den ersten Blick gut ausgestattet. Sie als Insider sehen das vielleicht anders. Wo sollte dringend investiert werden?

Insbesondere der Außenbereich des Pferdestalls ist in die Jahre gekommen und weist Lücken durch bereits abgebaute marode Spielgeräte oder einen baufälligen Bauwagen auf. Für die Neugestaltung wurden für das kommende Jahr Haushaltsmittel der Stadt Schortens in Aussicht gestellt. Wir hoffen auf eine generationengerechte und zeitgemäße Ausstattung des Geländes.

Von dem Traum eines etwas größeren Holzhauses, indem man auch eine kleine Werkecke für handwerkliche Angebote einrichten und das notorische Platz- und Lagerproblem im Pferdestall etwas in den Griff bekommen kann, mussten wir uns leider verabschieden, da die finanziellen Mittel dafür trotz einiger Spendensammlungen im Geburtstagsjahr wohl nicht ausreichen.

Auch eine etwas aufwendigere Gestaltung einer Feuerstelle, die speziell von den jugendlichen Besuchern gewünscht wurde, muss einer einfacheren, bezahlbareren Lösung weichen. Erfreulich ist trotzdem, dass wir den Außenbereich überhaupt neu gestalten können, wenn auch mit Abstrichen. Aber es gibt noch mehr zu tun, ich nenne nur mal die notwendige Renovierung der Theke und der Tische im Café-Bereich und den fehlenden Breitbandausbau. Gleichwohl freuen wir uns, dass Politik und Verwaltung den Familien ein so breites Angebot ermöglichen.

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.