Sande Am 7. März war das „Twister Dance“ in Sande das letzte Mal geöffnet. Eine für den 14. März geplante Deutschrap-Party musste abgesagt werden. Grund für Inhaber Manfred Krüger zu einer ungewöhnlichen Aktion: So lud er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern zur ersten Auto-Disko der Region, die auf dem Parkplatz vor der Sander Diskothek stattfand.

Rund 70 Fahrzeuge kamen. Acht Mitarbeiter, die sonst im Service und Sicherheitsdienst arbeiten, wiesen die Fahrer ein. Die Discjockeys FreeZo, BHRNDS und Big P. boten eine Mischung aus elektronischer Musik, die sich auch Gäste aus weiterem Umkreis nicht entgehen lassen wollten. Unter den Autokennzeichen waren, neben welchen aus der Region, auch welche aus Westerstede, Brake, Leer, Oldenburg und Cuxhaven. Auf das Signal des DJs hupten und blinkten die Fahrer mit ihren Autos um die Wette. Gemeinsam wurde der Countdown bis zum Beginn der etwas anderen Party gezählt. Bei Einbruch der Dunkelheit kamen die riesige Laseranlage, die Pyro- und Feuereffekte imposant zur Geltung. Auch auf Nebelmaschinen mussten die Gäste nicht verzichten, diese hüllten die Autos ein. Eine Drohne hielt das Ereignis fest. Die Feiernden hörten die Musik über ihre Autoradios. Wessen Batterie schlappmachte, konnte anschließend Starthilfe bekommen.

Den besten Ausblick aus gut zwei Metern Höhe hatten Kevin Rehm und Tom Hobbiejanssen in ihrem LKW-Fahrerhaus. Sie waren, mit einer weiteren Zugmaschine, aus Varel angereist. Er sei fast jedes Wochenende im Twister Dance gewesen, sagte Kevin Rehm, und höre am liebsten House-, Electro- und Goa-Musik, auch Hardstyle, Black-Music und Deutsch-Rap dürften dabei sein. Die Feierei, das Zusammensitzen mit Freunden vermisse er sehr.

Sonst kamen stets rund 2000 Gäste pro Abend ins „Twister Dance“, berichtete Manfred Krüger, der die Diskothek seit 1998 betreibt. Aber was sei schon normal derzeit. Jeden Sonnabend hält sich die Diskothek mit einem Livestream in Erinnerung. Sie seien die Ersten, die schließen mussten, und die Letzten, die wieder öffnen dürften, sagte der Inhaber bedauernd. Die Einnahmen seien gleich null, die Mitarbeiter auf Kurzarbeit. Die Zeit zum Feiern sei bis Mitternacht begrenzt worden, so Krüger, da kaum jemand länger im Auto sitzen wolle. Der Platz im Auto musste schließlich zum Tanzen ausreichen.

Dies tat der Stimmung von Corinna und Stefan aus Schortens sowie Isa aus Jever allerdings keinen Abbruch. Normalerweise seien sie jedes zweite Wochenende hier, allerdings erst gegen Mitternacht. Doris Pflüger aus Wilhelmshaven hatte einen goldenen Glitzerhut mit Lichterkette mitgebracht und genoss so in ihrem Auto die Stimmung: Am nächsten Tag habe sie bestimmt Muskelkater im Bauch vom Mittanzen, mutmaßte sie. Die nächste Auto-Disko ist für Samstag, 30.Mai, geplant.

Henning KaraschFreier Mitarbeiter

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