Norden Der Gang in die Berufungsinstanz ging für einen ehemaligen Norder Hotelier nach hinten los. Vom Amtsgericht Aurich war der Angeklagte im Juni 2019 wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht packte in zweiter Instanz noch ein halbes Jahr drauf.

Der Angeklagte hatte das Hotel in Norden im Jahr 2009 übernommen, aber einen Strohmann vorgeschoben, der das Gewerbe anmeldete und auf dem Papier auch die Geschäftsführung übernahm. Der Angeklagte selbst durfte nicht in erster Reihe in Erscheinung treten, weil er Insolvenz angemeldet hatte.

Im Zeitraum von 2010 bis 2015 wurden insgesamt 18 Steuererklärungen nicht abgegeben. Es betraf die Gewerbe- und Umsatzsteuer, aber auch die Einkommensteuer des Angeklagten. Aufgrund einer katastrophalen Buchführung, die der Angeklagte einräumte, und der kaum nachzuvollziehenden Geldflüsse, die auch über die Privatkonten des Angeklagten liefen, war der tatsächliche Steuerschaden nicht zu errechnen. Die Steuerfahnder stellten 58 Ordner und 80 Umschläge mit Belegen sicher. Also wurde geschätzt. Die Behörden kamen auf einen Steuerschaden in Höhe von 930.000 Euro, wobei man zugunsten des Angeklagten vom mittleren Wert des Rahmens ausging, den entsprechende Tabellen vorgaben.

Das Gericht ordnete an, dass etwas mehr als 400.000 Euro einzuziehen seien. Rund 114.000 Euro seien an die Stadt Norden abzuführen und etwa 287.000 an das Finanzamt Norden.

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