Harlingerland /Friesland /Wilhelmshaven Acht Monate sind ins Land gegangen, seitdem sich Bund und Länder erstmals auf strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie verständigt haben. Schnell war schon damals die Rede von einer zweiten Welle – heute befinden wir uns mittendrin.

Wie fühlen wir uns in dieser Zeit? Was macht die allgegenwärtige Präsenz des Virus mit uns? Wie wirkt es sich auf unser Stimmungsbild, auf unsere Gefühlslage aus? Das wollen wir mit unserem Corona-Check herausfinden. In der großen Online-Umfrage der Zeitungen Anzeiger für Harlingerland, Jeversches Wochenblatt und Wilhelmshavener Zeitung fragen wir die Teilnehmer nach ihren Erfahrungen. Deutlich mehr als 1000 Menschen haben bereits mitgemacht, der erste Teil der Umfrage läuft noch bis Sonntag, bevor er ausgewertet wird und wir über die Ergebnisse berichten. Im Anschluss folgt Anfang Dezember eine zweite Umfrage. Diese setzt auf den Ergebnissen der ersten auf – so wollen wir herausfinden, wie sich die persönliche Situation verändert hat.

Schon seit dem Start der Umfrage hat sich wieder viel getan: Noch immer steigen die Infektionszahlen – trotz eines erneuten Teil-Lockdowns. Wie es im Dezember weitergehen wird, ist noch unklar. Darf die Gastronomie wieder hochfahren? Werden Fitnessstudios wieder öffnen dürfen? Dürfen wir wieder reisen und andere beherbergen? Und wie ist die Perspektive für Weihnachten?

Wirkt sich die Aussicht auf Impfstoffe positiv aus?

Die gute Nachricht: Zwei Impfstoffe stehen mittlerweile in den Startlöchern. Wirkt sich das positiv auf die Gefühlslage aus oder ist die Aussicht auf eine Normalisierung der Situation noch zu abstrakt, noch zu weit weg?

„Bleiben Sie gesund und kritisch!“ Eine wichtige Aussage, die uns viele Teilnehmer am Ende der Umfrage mit auf den Weg geben. Überhaupt haben sich enorm viele viel Zeit genommen, die zur Verfügung stehenden Freitextfelder mit ihren Anmerkungen zu versehen. Die einen zeigen großes Verständnis für die ergriffenen Maßnahmen, andere bemängeln: „Sehr kritisch ist die völlig undifferenzierte Einschränkung von Sport und Freizeit.“

Im ersten Teil der Umfrage fragen wir nach, was die Menschen durch die Coronakrise lernen konnten beziehungsweise lernen. Achtsamkeit ist hier das, was besonders häufig genannt wird. Entschleunigung. Demut. Ein Teilnehmer schreibt: „Dass man sich immer zuviel Stress gemacht hat.“ Andere freuen sich, dass die Krise auch gezeigt habe, dass es „für viele Probleme auch kreative Lösungen gibt“.

Viele wollen Abstand auch nach der Pandemie einhalten

Spannend: Auf die Frage, ob man überhaupt etwas nach der Pandemie vermissen werde, ist Abstand eine häufig genannte Antwort. Ganz offenbar schätzen es die Menschen, wenn weniger gedrängelt und dicht an dicht gelebt wird – vor allem beim Einkaufen. Viele wollen das auch nach der Pandemie in ihren Alltag übernehmen. Ebenso übrigens wie Masken bei Erkältungen.

Unterschreiben würde alle Teilnehmer wohl diese Antwort eines Nutzers: Er werde das Leben vor der Pandemie vermissen. „Denn es wird nie wieder so sein wie vorher.“


     bit.ly/l26-coronacheck 

Jens NählerRedaktionsleitung

Weitere Nachrichten:

Bund | Coronavirus | Weihnachten