Langeoog „Wenn alle weiter so mitmachen, kann es noch eine gute und schöne Saison werden!“ Bürgermeisterin Heike Horn zog am Ende der Sitzung des Langeooger Inselrates am Mittwochabend im Haus der Insel eine positive Bilanz nach den ersten zwei Wochen nach Öffnung der Insel. Es liefe sehr gut, und die Regeln würden weitestgehend beachtet, stellte sie fest. Die meisten Gäste seien sogar in langen Schlangen beim Bäcker und im Supermarkt sehr „gechillt“. Man nehme Rücksicht aufeinander, das sei eine sehr schöne Erfahrung. Offenbar sei den meisten Gästen und und Insulanern bewusst, wie wichtig das Verhalten jedes einzelnen für die Insel gerade jetzt sei. Am Ende könne dann sogar das „Wir“ gewinnen.

In ihrem Bericht überbrachte Horn aber auch eine schmerzliche Nachricht: Rat und Verwaltung hätten sich aufgrund der drohenden Verluste der Schifffahrt zu einer „im Vergleich moderaten Anhebung der Fährpreise“ durchringen müssen. Auf einen „Wahnsinnseinschnitt“ habe man bewusst verzichtet, eine Steigerung von 15 Prozent ab 28. Mai bis zum Ende des Jahres halte man unter den gegebenen Umständen aber für verträglich. Die erwarteten Mehreinnahmen von 300 000 Euro verringerten den zuvor kalkulierten Verlust durch den Mehraufwand durch zusätzliche Fährfahrten und die fehlenden Umsätze mit Tagesgästen von 5,9 Millionen Euro allerdings nur leicht. Die Frachttarife seien von der Anhebung nicht betroffen.

Verwandte, Zweitwohnungsbesitzer und Gäste

In der Sitzung hatte Heike Horn zuvor eine Reihe von Eilentscheidungen zur Beförderung von Verwandten, Zweitwohnungsbesitzern und Gästen von Ferienwohnungen bekannt gegeben, die bereits in den letzten Tagen Anwendung gefunden hatten. Der Rat stimmte zudem der Auslegung der Einziehungsabsicht einer Teilfläche des Abke-Jansen-Wegs zu. Mark Sjuts kündigte einen Antrag auf Sperrung des baufälligen Abschnittes beim Landkreis an, um Unfälle zu vermeiden. Im Bebauungsplan „Mietwohnungsbau auf dem Gelände des ehemaligen Stabsgeländes“ wird jetzt eine öffentliche Straße ausgewiesen, der Rat beschloss die öffentliche Auslegung.

In der Frage des Baustopps einigte sich der Rat auf einen Kompromissvorschlag von Kim Streitbörger (CDU): Nach der erzwungenen vorübergehenden Unterbrechung der Bautätigkeit im April beschloss man im Sinne der Planungssicherheit der Baufirmen eine Verschiebung des Baustopps nur bis zum 19. Juni, um auch dem Bedürfnis der Gäste auf Ruhe Rechnung zu tragen.

Heike Horn informierte, dass im Rahmen einer weiteren Eilentscheidung die generelle Buchungsmöglichkeit der Fähren in Auftrag gegeben wurde. Dies werde mit bestehenden Lösungen von MDSI umgesetzt und auch in das Vorbestellersystem integriert, in dem die Fahrpläne hinterlegt werden. Zudem sollen sich Gäste im Vorfeld informieren können, welche Fähre wie stark gebucht ist. Die technische Umsetzung ist bis Ende Mai geplant, ein Test bis Mitte Juni.

Ron Piekarski (Union für Langeoog) gab zu bedenken, dass die Einführung in schwieriger Zeit Personalressourcen binde und Verzögerungen mit sich bringen werde, ohne wirklich Vorteile zu bringen. Unklar sei auch die Dimension der Folgekosten für neue Gates. Tourismus-Leiter Axel Schlemann erwiderte, dass dies ein erster wichtiger Zwischenschritt sei, um die Anreiseströme zu lenken. Daher sei dies alternativlos. Auf verschiedene Nachfragen aus dem Publikum wurde bestätigt, dass nicht alle Plätze vorab zu belegen seien, um spontane Anreisen und Festlandsfahrten der Insulaner zu ermöglichen. Wenn zu viele Fahrgäste zu einer Abfahrt kommen, werde, wie bisher, ein zusätzliches Schiff die Anreise sicherstellen. Sigurd Uecker (CDU) kritisierte, dass die offene Vergabe riskant und überhastet erfolgt sei, da in den Verträgen keine Termine festgeschrieben seien. Heike Horn begründete, dass die möglichst schnelle Umsetzung im Mittelpunkt gestanden habe, sie gehen davon aus, dass die genannten Termine eingehalten werden können.

Klaus KremerFreier Mitarbeiter

Weitere Nachrichten:

CDU

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.