Wilhelmshaven Über die alte Fußball-Saison und ihre Wertung ist noch entschieden, da steht die neue – zumindest auf dem Papier – bereits in den Startlöchern. Seit Anfang der Woche ist die Möglichkeit freigeschaltet, sich im DFBnet für die Spielzeit 2020/21 anzumelden. Im Erwachsenenbereich muss das bis zum 21. Juni erfolgen, bei den Junioren bis zum 15. Juli.

Damit ist klar: Bis zum Verbandstag am 27. Juni, wo die Delegierten endgültig über den Saisonabbruch mit Aufsteigern und ohne Absteiger entscheiden werden, steht fest, ob auch alle Aufsteiger in der nächsthöheren Liga an den Start gehen werden und wie groß die einzelnen Staffeln ausfallen.

Insbesondere die Landesliga Weser-Ems wird es in sich haben: Fünf Teams steigen auf, wenn es bei dem bisherigen Beschluss-Vorschlag für den Verbandstag bleibt. Neben dem WSC Frisia sind das noch TuRa Westrhauderfehn, Sparta Werlte, Hansa Friesoythe und Bad Rothenfelde.

Arbeit gibt es genug

Vier der fünf Neulinge führten in der Bezirksliga zum Zeitpunkt des Abbruchs ihre Staffeln an. Nur in der Bezirksliga 3 mogelte sich der Tabellenvierte aus Werlte (16 Spiele, 37 Punkte) durch die Quotienten-Regelung noch an der Konkurrenz inklusive Spitzenreiter Vorwärts Nordhorn (19 Spiele, 42 Punkte) vorbei.

Bei den Frisianern, die sich auf Grund der weniger ausgetragenen Spiele gegen den punktgleichen SVW durchsetzten, hat es einen inoffiziellen Aufstiegsjubel noch gar nicht gegeben. „Wie auch bei zwei 16er-Gruppen, die unabhängig voneinander trainieren“, stellt Trainer Jürgen Hahn fest. Der B-Lizenz-Inhaber ist sich aber sicher: „Das holen wir noch nach.“

Arbeit gibt es trotzdem genug. Denn auch wenn die Frisianer frühzeitig zweigleisig die Zukunft geplant haben, hat durch den „zu 99 Prozent feststehenden Aufstieg“ (Hahn) der Blick nach vorne an Dynamik gewonnen.

Erster Ansprechpartner für Hahn und die darum herum für den Neu-Landesligisten verantwortlichen Akteure war die eigene Mannschaft. „Bis auf drei, vier Spieler haben wir mit dem gesamten 24er-Kader gesprochen. Jeder weiß, woran er ist.“

Das „Meisterschafts-Gefühl“ fehlt

Und der neue Frisia-Coach weiß, was er an dem Team hat. „Ich habe vom ersten Tag an gespürt, was für eine tolle Mannschaft das ist. Die Zielstrebigkeit, mit der auch während der Corona-Einschränkungen weitergemacht worden ist, hat mich darin noch einmal bestärkt. Diese Stimmung und diesen Geist wollen wir beibehalten. Ich bin kein Freund davon, nach einem Aufstieg die halbe Mannschaft auszutauschen. Aber ja: es wird punktuelle Verstärkungen geben. Die brauchen wir aber auch für die Landesliga.“

In der Kreisliga hat der ESV Wilhelmshaven Grund zum jubeln – sportlich als Tabellenzweiter, nach der Quotienten-Regelung sogar als „Meister“, auch wenn sich der Vereinsvorsitzende Markus Gellert schwer tut, das auch so zu empfinden. „Im Mai 2018 war das so, beim 3:1-Sieg unter der Woche gegen den TuS Eversten. Da gab es eine Riesensause, weil der Bezirksliga-Aufstieg feststand. Jetzt freuen wir uns natürlich auch – aber halt ganz anders.“

Umschauen muss sich der Aufsteiger wie berichtet nach einem neuen Trainer. Lars Klümper wechselt zur kommenden Saison zum künftigen Liga-Rivalen SV Wilhelmshaven.

Fußballkreis diskutiert über Aufteilung der Kreisliga

In den vier Kreisklassen steigen in zwei Fällen (2. und 4. Kreisklasse) die Tabellenführer auch auf. Allerdings muss in der 4. Kreisklasse noch genauer hingeschaut werden. Da die ersten beiden Teams den gleichen Quotienten haben, entscheidet hier der Quotient Tordifferenz geteilt durch Spiele – und da hat die SV Gödens II das Nachsehen.

Kurios ist auch die Situation in der 1. Kreisklasse, in der der Dritte und Vierte in die Kreisliga aufsteigen. Lachender Vierter ist die SG Wangerland/Tettens, wo Interimscoach Thorben Wehmeyer nach der Trennung von Ricky van Rijn noch auf der Suche nach einem Trainer für die neue Spielzeit ist.

In der Kreisliga könnte es – wie auch in anderen Ligen mit einem großem Teamüberhang – zur Aufteilung der Liga in zwei Staffeln kommen. Entsprechende Modelle werden vom Fußballkreis Jade-Weser-Hunte gerade diskutiert. Und da die Ligen erst zur Saison 2023/2024 wieder ihre normale Sollstärke haben müssen, wird es aller Voraussicht nach auch in der kommenden Spielzeit keine überbordende Zahl an Absteigern geben.

In der 3. Kreisklasse steigt der VfL Wilhelmshaven III als Tabellendritter auf. Den Platz in der höheren Liga wird aber eine neu gegründete zweite Mannschaft um Spielertrainer Jannek Libor einnehmen.

Abteilungsleiter Frank Schelling: „Dieser Aufstieg – dazu die erste Mannschaft, die so in der 1. Kreisklasse die Liga gehalten hat – für uns hätte es nicht besser laufen können. Auch wenn die Entscheidung, auf Absteiger zu verzichten, ohne die VfL-Brille auf der Nase eigentlich inkonsequent ist.“

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

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