Wilhelmshaven „Die Spieler haben sich wie kleine Jungs gefreut, nach dem wochenlangen Ausdauertraining wieder auf dem Platz zu stehen und spätestens nach dem ersten Torschuss war die Freude am Fußball zurück“, bilanzierten die Verantwortlichen des WSC Frisia das erste Training beim Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga.

Doch bevor es auf dem Kunstrasen des Sportparks an der Freiligrathstraße ging, musste erst die „Hygieneschleuse“ am Sportpark durchquert werden. Händewaschen direkt vor dem Training und Desinfektion der Spiel- und Sportgeräte war auch für erfahrene Spieler wie Patrick Degen und Melvin Lamberty neu. Im Abstand von 1,50 Meter wusch sich jeder Spieler der Trainingsgruppe 1 die Hände und ging dann in Richtung Kunstrasen.

16 Spieler und zwei Verantwortliche nehmen pro Einheit am Trainingsbetrieb im Sportpark teil. Aus diesem Grund teilte Trainer Jürgen Hahn den Bezirksliga-Kader in zwei gleich große Teams. Diese werden jeweils einmal wöchentlich nun zunächst im Wechsel trainieren; die beiden Torhüter Sascha Theil und Deik Oetjen gehören dabei zu beiden Teams dazu.

Bevor es dann in die ersten Balleinheiten mehr als zehn Wochen nach dem 4:2 beim SVW ging, machten Trainer Jürgen Hahn und Co-Trainer Benjamin Blaszczyk dem Team erst einmal Komplimente für die Arbeit während der Platzsperre. „Ihr habt überragend mitgezogen und jeder hat wirklich toll individuell gearbeitet. Das war nicht selbstverständlich, ich habe von Trainerkollegen auch andere Dinge gehört“. Als Belohnung standen so zum Auftakt nur Ballarbeit und Torschusstraining auf dem Programm.

Heidmühler FC ebenfalls im Training – SVW stimmt sich noch ab

Der Heidmühler FC ist seit der vergangenen Woche wieder im Training. „Die Masse war offensichtlich der Meinung, dass das besser ist als zuhause zu hocken. 20 Spieler beim Training – das war klasse“, stellte Daniel Oleksyn fest, der bis auf Weiteres zweimal in der Woche in den Klosterpark bittet. „Ich kann und will niemanden zwingen mitzumachen, weil es ja angesichts der 70-prozentigen Zustimmung in Niedersachsen für einen Saisonabbruch in dieser Spielzeit eigentlich keine Perspektive mehr gibt. Grundsätzlich geht es aber im Augenblick darum, die Gemeinschaft hochzuhalten, sich etwas zu bewegen und Spaß zu haben.“

Hilfestellungen liefert dafür auch der Deutsche Fußball-Bund, so Oleksyn, dessen B-Trainer-Ausbildung auf Eis liegt. „Da gibt es einige gute Anregungen, um das Training an die aktuellen Abstandsregeln anzupassen und etwas vielfältiger zu gestalten.“

Beim SVW kommen, so Trainer Sven Glöckner, die Verantwortlichen erst am Montag zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Klub musste zuletzt gleich drei Rückschläge hinnehmen. Der Bundesgerichtshof lehnte wie berichtet die Revision gegen das Urteil des OLG Bremen ab; damit wäre in Sachen Wiedereingliederung in die Regionalliga nur noch der Gang vor das Bundesverfassungsgericht möglich. Zudem wurde der Einspruch gegen das mit 0:3 verlorene Bezirksliga-Hinspiel gegen Frisia vom Verbandssportgericht abgelehnt. Damit ist auch die Chance vom Tisch, bei einer Annullierung der Partie über die Quotienten-Regelung am Stadtnachbarn vorbeizuziehen, der damit am 27. Juni – also nach dem Fußball-Verbandstag in Niedersachsen – endgültig als Landesliga-Aufsteiger feststehen würde.

Bliebe die künftige gemeinsame Nutzung des Jadestadions. Wie berichtet soll dazu im Rat ein Konzept verabschiedet werden. Voraussichtlich wird, so Dezernent Armin Schönfelder, der Tagesordnungspunkt für den kommenden Mittwoch auf Grund der geänderten Rahmenbedingungen aber wieder gekippt. Stattdessen will die Verwaltung kurzfristig mit beiden Vereinen wieder ins Gespräch kommen. Dem Vernehmen nach bevorzugen beide Klubs statt eines Drei-Jahres-Vertrags eine einjährige Testphase – unter anderem auch angesichts einer aufgeblähten Landesliga mit 20 Heimspielen für jeden Klub.

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