Niedersachsen Die Fitnessstudios und Sporthallen in Niedersachsen dürfen ab Montag unter Auflagen wieder öffnen. Diese Lockerung der Corona-Maßnahmen wurde am Mittwochnachmittag bekannt gegeben. Mehr als zwei Monate mussten die Betreiber ihre Sportstätten aufgrund der Coronakrise geschlossen halten. Viele Studiobetreiber atmen jetzt erleichtert auf, denn diese Schließung setzte vielen wirtschaftlich zu.

In den vergangenen Wochen herrschte große Unsicherheit. Viele Studioleiter fragten sich; ab wann eine Öffnung wieder möglich sein würde und unter welchen Auflagen. So bereiteten Mitteilungen und Nachrichten aus anderen Bundesländern, in denen Fitnessstudios bereits wieder öffnen durften, Unbehagen bei Studioleitern. Jedes Bundesland, ja nahezu jeder Sportgerätepark scheint für sich individuelle Auflagen zu erschaffen. „Es herrscht ein großes Durcheinander in der Branche. In einigen Studios in Deutschland muss mit Mundschutz trainiert werden, in anderen wiederum nicht. Einige bieten Kurse an, wieder andere nicht. Es scheint als würde jeder sein eigenes Süppchen kochen“, erklärt Sina Christin Greis, Leiterin des Frauenfitnessstudios F3 in Wilhelmshaven.

Mindestabstand und Desinfektion

Seit Mittwoch herrscht jetzt aber Klarheit in Niedersachsen. Die Auflagen der Landesregierung stehen fest. Demnach müssen die Studioleiter dafür sorgen, dass auf den Flächen ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Zusätzlich muss das Training kontaktlos zwischen den einzelnen Personen erfolgen. Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen müssen auch in Bezug auf die gemeinsam genutzten Sportgeräte eingehalten werden. Umkleidekabinen sowie Dusch- und Waschräume müssen geschlossen bleiben. Warteschlangen vor dem Eingang der Sportanlage sind zu vermeiden. Außerdem ist der Besuch von Zuschauern nicht gestattet. Die Auflagen überraschen die regionalen Studioleiter nicht und doch sind die Reaktion unterschiedlich.

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„Wir werden erst ab nächsten Mittwoch wieder mit dem Gerätepark starten und dann in einem eigenen Stufenplan nach und nach das Angebot erweitern“, erklärt Nadine Nutt, Leiterin des TopFit vom MTV Jever. Für sie kam der Beschluss der Landesregierung jetzt doch sehr plötzlich. Um sich bestmöglich für ihre Mitglieder vorzubereiten, hat sie beschlossen, noch zwei Tage länger zu warten. „Unsere Trainer waren acht Wochen nicht vor Ort. Die muss ich erstmal schulen und auf den neusten Stand bringen. Ein Schnellschuss wäre jetzt unangebracht“, stellt Nutt klar. Über eine App des MTV Jever, die in den normalen Appstores zu finden ist, können sich Mitglieder aber bereits für Outdoorkuse anmelden, die schon jetzt stattfinden.

Das Risiko, dass Mitglieder abspringen wuchs

Etwas anders geht Timo Wilken, Leiter vom Pro Fitness in Sande mit der neuen Lage um: „Wir werden ab Montag direkt wieder öffnen. Es ist gut, dass diese Entscheidung noch vor Junibeginn gefallen ist. Sonst hätten wir einen dritten Monat in Folge unsere Mitglieder hinhalten müssen. Das Risiko, dass dann welche abspringen wäre immer größer geworden“, sagt Wilken. Auch Sina Christin Greis öffnet ab Montag wieder die Türen ihres Studios in Wilhelmshaven. Auch Kurse will sie dann gemäß der Auflagen wieder anbieten.

Von Kursen leben auch Benedikt und Rena Kindler. Die beiden betreiben eine Crossfit Box in Esens. Beim Crossfit, das eine besondere Form des Fitnesstrainings bezeichnet, wird in einer Gruppe von zehn Leuten gemeinsam trainiert. „Für uns wird es denke ich leichter die Auflagen einzuhalten, als für die normalen Studios. Bei uns haben wir schon immer feste Trainingstermine und Gruppen. Außerdem hat jeder sein eigenes Equipment“, stellt Benedikt Kindler klar. Erst im Januar eröffneten die Kindlers ihre Box im Gewerbegebiet. Bereits im März mussten sie diese aber aufgrund der Krise wieder vorübergehend schließen. „Wir waren gerade an dem Punkt angelangt, an dem sich unsere Einnahmen und Ausgaben gedeckt haben“, erklärt Kindler.

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Über den Neustart freut sich auch Hilke Albers, Stellvertretende Geschäftsführerin der TG Wiesmoor: „Wir sind dankbar für alles, was wir wieder machen dürfen und werden ab Montag den Fitnesspark wieder öffnen.“ Dort arbeiten die Wiesmoorer dann mit einem Einbahnstraßensystem und begrenzen die Teilnehmerzahl pro Trainingseinheit auf zehn Personen. Zusätzlich arbeiten sie mit telefonischer Anmeldung und einem Drei-Meter-Abstand zwischen den Geräten. Für Albers, wie auch anderen Betreiber steht die Vermeidung von Neuinfektionen im Mittelpunkt.

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Annika SchmidtVolontärin

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