Friesland /Ostfriesland Mit dem 31. März geht das erste Quartel des Jahres zu Ende. Viele Vereine ziehen an diesem Tag ihre Mitgliedsbeiträge ein. Doch während die Sportler noch im Januar und Februar das breite Angebot in den einzelnen Clubs nutzen konnten, sind im März die sportlichen Aktivitäten durch die Coronakrise komplett zum Erliegen gekommen. „Es ist einfach nichts mehr wie vorher“, bringt es Eike Ahlers vom TuS Horsten auf den Punkt.

Die Vorstandsvorsitzende des Mehrspartenvereins, der zu Bestandserhebung Anfang des Jahres mehr als 1125 Mitglieder zählte, hat schlaflose Nächte hinter sich. Grund dafür sind die fälligen Beiträge der Mitglieder gewesen – das Fundament, auf dem gemeinnützige Vereine wie der TuS Horsten in finanzieller Hinsicht stehen. „Ich hoffe einfach auf die Solidarität der Mitglieder, und dass nur wenige ihre Beiträge zurückfordern werden“, erklärt Ahlers und weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass der Beitrag dazu dient, das Leben des Vereins zu sichern.

Laufende Kosten müssen gedeckt werden

„Mit dem Beitrag werden überwiegend die laufenden Kosten des Vereins gedeckt“, betont Ahlers. Dieser Beitrag sei in den Vereinen oft knapp kalkuliert und dient für ganzjährig anfallende Kosten wie etwa Verbandsabgaben. Diese haben die Fachsportverbände bereits zu Jahresbeginn eingezogen. „Im April ist dann noch der Beitrag für den Kreissportbund fällig und die Übungsleiter wollen ja auch entschädigt werden“, rechnet Ahlers vor.

Doch die Vorstandsvorsitzende des TuS Horsten ist nach einigen Telefongesprächen mit Mitgliedern des Vereins positiv gestimmt, dass sich die Zahl der Rückforderungen in den nächsten Tagen in Grenzen halten wird. „Ich denke aber, dass könnte im zweiten Quartal, je nachdem wie lange die Einstellung des Sportbetriebes noch andauern wird, anders aussehen“, vermutet sie. Dies würde weitere Kosten für die Vereine verursachen, denn mit jeder Rücklastschrift ziehen die Banken auch eine Gebühr hierfür ein. „Da kommen schnell hunderte von Euros zusammen“, weiß Ahlers. Auf der anderen Seite hat sie aber auch Verständnis: „Wenn sich Mitglieder durch die Coronakrise jetzt in Kurzarbeit befinden oder sogar arbeitslos geworden sind, kann ich es natürlich nachvollziehen, dass Beiträge zurückfordert bzw. Mitgliedschaften gekündigt werden. Klar ist aber auch, dass Vereine auf ihre Mitglieder angewiesen sind, und wenn diese Beiträge ausbleiben, werden die Vereine das nicht lange überleben“, ist sich Ahlers sicher.

Unterschiedliche Beitragsmodelle

Ähnlich sieht es auch bei anderen Vereinen in der Region aus – so auch beim Heidmühler FC: „Wir hoffen auf die Solidarität unserer Mitglieder“, appelliert Reinhold Fischer, Vorsitzender des Clubs, an die Fußballer, Schwimmer, Leichtathleten und vielen mehr. „Vorerst haben wir nicht vor, etwas an unseren Beiträgen zu machen und werden diese ganz normal einziehen. In Einzelfällen wird man da sicherlich eine Lösung finden“, erklärt Fischer weiter. Beiträge, die der HFC für Kurse und Rehaprogramme nimmt, entfallen derzeit jedoch schon. Allerdings zieht der Verein seine Mitgliedsbeiträge monatlich ein und ist somit auch etwas flexibler.

Einmal jährlich zieht dagegen der MTV Wittmund die Beiträge für die etwa 1200 Mitglieder ein. Da diese bereits abgebucht sind, sieht Henning Gralle diesem Thema als Vereinsvorsitzender etwas gelassener entgegen. „Ich spreche zwar nur für den MTV Wittmund, aber ich glaube, die Solidarität der Mitglieder in den einzelnen Vereinen ist groß und deshalb glaube ich nicht, dass die Einstellung des Sportbetriebs über ein bis zwei Monate den Vereinen große Probleme bereiten wird“, sagt Gralle.

Erste Schritte hat dagegen der MTV Jever eingeleitet. In einer Mitteilung an die Mitglieder verkündete der Vorstand um den Vorsitzenden Stefan König, auf die Zusatz- und Spartenbeiträge in diesem Quartal zu verzichten und lediglich die Grundbeiträge abzubuchen, um laufende Kosten zu decken. „Alles andere wäre unseren Mitgliedern gegenüber nicht fair“, erklärt König. Dennoch baut der Vorstand auch auf Solidarität in dieser Zeit und nimmt Spenden entgegen. Der Verzicht auf die Zusatzbeiträge kostet den Verein monatlich etwa 10.000 Euro.

Auf diese Zusatzbeiträge kann der TuS Horsten indes nicht verzichten. „Die Räumlichkeiten für die Sparte Geräte-Fitness sind angemietet. Miete und alle weiteren Kosten müssen weiterhin gezahlt werden, also muss auch der Zusatzbeitrag weiterhin eingezogen werden, damit der Verein liquide bleibt“, sagt die Vorsitzende Eike Ahlers wohlwissend, dass einige der etwa 300 aktiven Fitnesssportler auf Dauer ihre Mitgliedschaft nicht aufrecht erhalten werden – zumindest solange nicht, bis sie ihren Sport wieder an der Kirchstraße in Horsten ausüben können.

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