Friesland /Ostfriesland Es darf wieder geschwitzt werden: Seit Montag haben die „Muckibuden“ der Region wieder geöffnet. Wir haben bei den Betreibern nachgefragt, wie die ersten Tage nach der Zwangspause unter strenger Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln verlaufen sind.

Salt & Pepper in Wittmund-Willen

Eine positive Stimmung herrscht seit Montag im Sportpark in Willen. „Alle sind froh, dass wieder trainiert werden darf“, berichtet Inhaberin Petra Gerriets, auch wenn der Start verhältnismäßig ruhig verlief. „Die Leute wollen alle kommen, sind teilweise aber noch verunsichert. Insbesondere die älteren Sportler“, erklärt Gerriets, die in diese Woche viel Zeit am Telefon verbrachte. „Viele fragen erst nach, ob wir wieder geöffnet haben. Es muss sich erst einmal rumsprechen“, sagt sie. Nach der Bekanntgabe in der vergangenen Woche, dass Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, erhielt Gerriets erst am Freitag von der Landesregierung die Auflagen mitgeteilt. „Kein Umziehen, kein Duschen, kein Saunieren und immer zwei Meter Abstand halten“, fasst die Inhaberin das Wichtigste kurz zusammen. Einen Mundschutz müssen die Sportler währendes Trainings nicht tragen. „Das ist auch gut so“, merkt Gerriets an, die froh ist, dass der Sportpark wieder genutzt werden darf – auch in finanzieller Hinsicht: „Wir werden das überstehen, es darf nur nicht nochmal von vorne losgehen“, äußert Gerriets ihre Bedenken hinsichtlich einer zweiten Welle der Coronakrise.

Crossfit Ostfriesland in Esens

Einen wahren Ansturm an Sportlern erlebte in dieser Woche die Crossfit-Box in Esens. Benedikt und Rena Kindler eröffneten diese erst im Januar, mussten aber aufgrund der Krise im März schon wieder schließen. Sie traf die Schließung hart, doch ihre Mitglieder haben Crossfit vermisst. Zumindest erweckt die ersten Tage seit dem Neustart diesen Eindruck. „Wir haben Montagmorgen um 9 Uhr direkt wieder einen Kurs angeboten und die Leute kamen“, berichtet Benedikt Kindler. Die Kurse am selben Abend waren schnell ausgebucht. „Es scheint, als hätten die Menschen nur darauf gewartet, wieder von Zuhause raus zu kommen. Die Kurse laufen super und sind größtenteils ausgebucht“, freut sich Kindler. Auch viele Anfragen zu Probetrainings erreichte das Ehepaar – ein Neustart nach Plan also. Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen bereitet den Kindlers kein Kopf zerbrechen. Das klappe ganz gut, da eh schon immer jeder sein eigenes Equipment besitze, und sowieso in festen Gruppen und zu festen Zeiten trainiert werden würde. Der Inhaber ist zufrieden und hofft, dass es die nächsten Wochen so weitergeht.

Fitnesspark Friesland in Jever

Der Fitnesspark Friesland ist eine „One-Man-Show“ und zwar die von Frank Stadelmann. Der Jeveraner betreibt das Studio seit 37 Jahren ganz alleine und das will er auch so beibehalten. In dieser Zeit hatte er nicht einmal Urlaub. Die Coronakrise hat das geändert: Mitte März hieß es für Stadelmann Zwangsurlaub auf unbestimmte Zeit. „Das war wie ein Horrorfilm für mich. Auf einmal musste ich schließen“, erklärt er. Zehn Wochen lang dauerte der Urlaub. Seit Montag hat sein Fitnesspark wieder auf. Noch ist der Zustrom der Mitglieder verhalten, aber Stadelmann blickt optimistisch voraus. „Meine Kunden zeigen alle sehr viel Verständnis für die Situation und haben sich die ganze Zeit über solidarisch mir gegenüber verhalten. Das freut mich sehr. Wir haben zusammengehalten und ich denke, mit der Zeit werden sich auch wieder mehr Leute ins Studio trauen.“

Er hält die Maßnahmen für sinnvoll und gut, aber in manchen Fällen auch etwas widersprüchlich. Ein Training mit Mundschutz gibt es in seinem Studio nicht. Die Verkündung der Neustarts der Fitnessstudios freute Stadelmann sehr. Er hatte sich als Betreiber in Niedersachsen etwas vergessen gefühlt – denn in anderen Bundesländern durften die Studios schon etwas eher öffnen.

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