Bremen /Willsmfeld Der Ball rollt wieder in der Fußball-Bundesliga der Profis, nicht aber bei den Junioren. Der außerordentliche Bundestag des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) hat am Montag beschlossen, dass die Saison in der Bundesliga der A- und B-Junioren sowie im DFB-Pokal der Junioren nicht fortgesetzt wird. Das Spieljahr wird so gewertet, dass entweder die aktuelle Tabelle oder bei unterschiedlicher Anzahl an Spielen, die Quotientenregel zur Geltung kommt. Die U 19 des SV Werder Bremen, für die auch der aus Willmsfeld stammende Lasse Rosenboom spielt, bleibt damit auf dem ersten Tabellenplatz und ist somit Sieger der Staffel Nord/Nordost.

Kaum Freude über Staffelsieg

Wirklich freuen können sich Rosenboom und Co. über diesen Titel aber nicht. Der Grund dafür ist die verpasste Deutsche Meisterschaft, die aufgrund der Coronakrise nicht stattfinden wird. Auch im DFB-Pokal hatten die Grün-Weißen es in die Runde der letzten Vier geschafft und damit sportlich sogar die Möglichkeit auf das Triple, ehe Mitte März der Spielbetrieb eingestellt wurde. Eine Chance, die Rosenboom möglicherweise nie wieder bekommt. Werders Erfolgsjahrgang 2001 rückt in den Erwachsenbereich auf, sodass sich die künftige U 19-Mannschaft um Lasse Rosenboom (2002) zur neuen Saison, bis auf wenige Ausnahmen neu aufstellen wird. Neu wird auch der Trainer sein: Marco Grote wird durch Christian Brandt ersetzt, der zuletzt das U 17-Team der Grün-Weißen trainierte.

Entscheidungsspiel um die Youth League

Für die Spieler des Jahrganges 2002 bleibt nach dem geplatzten Triple-Traum aber noch ein kleiner Trost: Die Chance auf die UEFA Youth League, die Champions League der A-Junioren. Da der Nachwuchs des FC Bayern, Sieger der Südstaffel, bereits durch die Teilnahme der Profis qualifiziert ist, wird es ein Entscheidungsspiel zwischen dem FC Köln, Meister der Staffel West, und Werder geben. Der Sieger wird dann an der Youth League teilnehmen – und das werden die Grün-Weißen sein, zumindest wenn es nach Lasse Rosenboom geht.

Rückkehr ins Werder-Internat

Der 18-Jährige ist seit zwei Wochen wieder in Bremen, nachdem er wegen der Schließung des Internats Mitte März abgereist war. Zurück sind bisher nur die Fußballtalente, die wieder in die Schule gehen. Durch das Leben in der Ostkurve haben die jungen Spieler des Werder-Internats immer die Möglichkeit, einen Blick ins Stadioninnere zu werfen. Nicht aber bei den Geisterspielen der Profis: „Es ist alles abgrenzt, sodass auch wir vor dem Fernseher gucken müssen“, berichtet der Ostfriese.

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