Aurich Wie der mit der Studie befasste Allgemeinmediziner Dr. Lukas Bockelmann, Timmel, vor Medienvertretern erklärte, sei eine getestete Person völlig beschwerdefrei gewesen, die beiden anderen Betroffenen hatten mild empfundene Beschwerden. Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert, Gesundheitsdezernent des Landkreises, kündigte eine weitere, dann repräsentative Testreihe in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg für Anfang Juni an. Er warnte davor, aus dem vorliegenden Ergebnis falsche Erkenntnisse zu ziehen. Die Pandemie sei keineswegs überstanden: „Entscheidend wird sein, wie wir in den Herbst hineinkommen“, so Puchert. Von Entwarnung könne keine Rede sein. Das Testergebnis lasse jedoch den Schluss zu, dass die getroffenen Maßnahmen und das disziplinierte Verhalten der Menschen den erhofften Erfolg gehabt hätten.

Landrat Olaf Meinen sprach von einer Momentaufnahme. Die Ergebnisse seien nicht spektakulär, aber doch Grundlage für die weitere Arbeit. Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff nannte die Entscheidung zum von Dr. Bockelmann angeregten Reihentest „innovativ und vorausgehend“. Die Erkenntnisse der Untersuchung fasste Dr. Bockelmann, Vorsitzender der Kreisstelle Aurich der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, zusammen: Bei medizinischem Personal gebe es „eher keine kritische Häufung“, eine große Zahl von Untersuchungen bei Freiwilligen ist binnen weniger Tage möglich, die bislang getroffenen Maßnahmen zu Selbst- und Fremdschutz „erscheinen derzeit als ausreichend“ und frühzeitige, gezielte repräsentative Testungen in großer Zahl seien empfehlenswert.

Der Reihentest habe unter anderem klären sollen, ob der Rückgang der Fallzahlen tatsächlich der Wahrheit entspreche und ob eventuell zu wenig getestet werde. Im Landkreis Aurich und in Emden ließen sich binnen acht Tagen 1001 Personen freiwillig testen. Von 1000 Rachenabstrichen liegen die Ergebnisse vor. 732 Testungen erfolgten im medizinischen, pflegerischen Bereich — hier fanden sich auch die drei positiv Getesteten. Alle Freiwilligen füllten einen Fragebogen aus, gaben unter anderem an, ob sie Kontakt zu an Covid-19 Erkrankten hatten. Auch wurden sie nach typischen Beschwerden wie Fieber und Halsschmerzen befragt.

Das Ziel des Tests, ein realistisches, wenn auch nicht repräsentatives Bild zu bekommen, sei erreicht worden. Man wisse nun mehr über das Infektionsgeschehen, so Meinen und könne für den Moment beruhigt sein — auch angesichts der niedrigen Fallzahlen in Ostfriesland. Nach den nunmehr vom Land Niedersachsen beschlossenen Lockerungen müsse die weitere Entwicklung jedoch sehr aufmerksam weiter beobachtet und bewertet werden. Weiterhin sei Abstand und Vorsicht geboten, erklärte Dr. Puchert. Im Landkreis Aurich seien bislang sechs in Verbindung mit Corona stehende Todesfälle zu beklagen: „Diese Zahl ist nicht unterdurchschnittlich.“

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