Holtgast Udo Janßen ist der Steinehaber (der, der Steine hat). In normalen Zeiten ist er bundesweit mit einem Mineralienstand und handwerklicher Kunst auf mittelalterlichen Festen und Märkten unterwegs – und das schon seit mehr als 20 Jahren. Seit dem Lockdown wegen der Corona-Pandemie gibt es diese Märkte und Events nicht mehr. „Und wann sie wieder öffnen dürfen, steht in den Sternen“, sagt der Mittelalter-Marktbeschicker. Wie seinen unzähligen Kollegen und Freunden wurde ihm mit dem Lockdown die Arbeitsgrundlage entzogen.

„Als Wortwerker – ich verkaufe meine Ware mit Worten – fehlt mir vor allem der Kontakt zu den Menschen“, sagt Udo Janßen. Doch ans Aufgeben hat er nie gedacht. Stattdessen kam er auf die Idee, seinen etwa zehn Meter langen Verkaufsstand und die Weihnachtsmarktbude ins Internet zu verlegen. „Facebook sei Dank“, sagt der Mittelalterfan, der sich darüber freut, dass die Geschäfte für ihn auf diese Weise weiter laufen.

Auf Facebook hat er inzwischen knapp 3000 Freunde – bundesweit. Darunter sind viele Stammkunden, die ihn sonst auf dem Märkten besuchen. „Jetzt besuchen sie mich und meinen virtuellen Verkaufsstand auf Facebook. Und noch immer kommen weitere hinzu“, freut sich der Steinehaber. Er sei laut eigenen Aussagen einer der ersten in der Mittelalter-Szene gewesen, der sein Geschäft ins Internet verlegt hat. „Und das mit gutem Erfolg“, betont Udo Janßen. Neben Mineralien aller Art bietet er Amethystdrusen selbst kreierten Schmuck, bohrt Edelsteine, entwirft Steinarmbänder und Halsschmuck, Quarzleuchten und vieles mehr. Beliebt sind seine besonderen Zauberstäbe.

„Anfragen erhalte ich fast täglich, aber nur, wenn ich meine Ware aktiv präsentiere“, sagt der Mittelalter-Marktbeschicker. Und er ist aktiv. Die übrige Zeit nutzt Udo Janßen, um Neues zu kreieren und sich um die Familie mit drei Kindern sowie Haus und Garten zu kümmern.

Zu seinem Kundenstamm gehören nicht nur Mittelalterfans, sondern auch Mineralienfreunde- und -sammler. „Einige haben nach dem Besuch meiner Facebook-Seite spontan beschlossen, mich an meinem Stand in Holtgast einmal persönlich zu besuchen und das sogar mit einem Kurzurlaub in Esens und der Region Küste verbunden“, sagt Udo Janßen, der jetzt Hoffnung schöpft, dass es nun doch irgendwann wieder ein Stück normaler weitergeht.

Live zu sehen und zu erleben – dann wieder als Wortwerker – ist der Steinehaber aus dem ostfriesischen Holtgast das nächste Mal ab dem 24. Juli an jedem Wochenende bis Oktober im Skulpturenpark Bückeburg. „Das ist eine Traditionsveranstaltung der Firma MSP, mit der ich seit 20 Jahren sehr gut zusammenarbeite“, so Janßen.

Wer sich für das Mittelalter und hier speziell für Mineralien und Mittelalterschmuck interessiert, der kann ihn aber auch gerne am Stand in seinem Garten in Holtgast, Mühlenstrich 12, oder auf seiner Facebook-Seite besuchen.


     facebook.com/zum.steinehaber 

Klaus HändelLokalredaktion

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